Ungarischer Flüchtling mit gewalttätiger Vergangenheit kämpft angeblich an der ukrainischen Front

Ein ungarischer Mann, der mit mehreren Haftbefehlen wegen schwerer Gewaltverbrechen gesucht wird, kämpft vermutlich an der ukrainischen Front.
Sieben Haftbefehle und ein wachsendes Strafregister
Der 37-jährige Miklós Tamás Zichy, der ursprünglich aus Balatonfüred stammt, wird laut Blikk derzeit mit sieben verschiedenen Haftbefehlen gesucht. Die ungarischen Behörden suchen ihn unter anderem wegen versuchten Mordes, Erpressung, Unterschlagung und illegaler Anwerbung.
Sein Fall hat besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen, da berichtet wurde, dass er sich möglicherweise ausländischen Streitkräften in der Ukraine angeschlossen hat, was gegen ungarisches und internationales Recht verstoßen könnte.

Gewalttätiger Vorfall in einem Nachtclub führte zu einer Gefängnisstrafe
Zichys schwerste Verurteilung geht auf einen Vorfall im Jahr 2019 in Balatonfüred zurück. Laut den Prozessunterlagen griff er einen Mann auf der Terrasse einer Bar an, bevor er vom Sicherheitspersonal entfernt wurde. Wütend drohte er später mit Vergeltung.
Am nächsten Tag soll er versucht haben, die Wachleute ausfindig zu machen und einen Bekannten, der sich weigerte, ihre Kontaktdaten anzugeben, brutal angegriffen haben. Er soll auch geschworen haben, das Sicherheitspersonal zu töten.
Später kehrte Zichy in den Nachtclub zurück, bewaffnet mit einer legal besessenen Handfeuerwaffe, die mit scharfer Munition geladen war. Zeugen sagten, er habe die Waffe geschwungen und die Anwesenden bedroht, indem er rief, er werde “alle erschießen”.
Es kam zu einem Kampf, bei dem es dem Sicherheitspersonal gelang, ihn zu entwaffnen. Berichten zufolge hatte er vor dem Vorfall eine Mischung aus Alkohol, Drogen und Medikamenten konsumiert.
Im Mai 2022 verurteilte ihn das Berufungsgericht in Győr zu drei Jahren Gefängnis wegen Vorbereitung eines Mordes, Ruhestörung, Körperverletzung und Drogenbesitz. Er meldete sich jedoch nicht, um seine Strafe anzutreten und ist seitdem auf der Flucht.
Vom Flüchtling zum ausländischen Kämpfer, der an der ukrainischen Front dient
Später fanden die Behörden heraus, dass Zichy auch in Veszprém wegen angeblicher Veruntreuung vor Gericht stehen sollte. Während des Verfahrens informierte sein Anwalt das Gericht, dass sein Mandant in der Ukraine diente.
Posts in den sozialen Medien, die Zichy in Militäruniform, mit Waffen ausgerüstet und mit einem ukrainischen Flaggenabzeichen zeigen, lassen vermuten, dass er sich dem Konflikt gegen die russischen Streitkräfte angeschlossen haben könnte. Es bleibt unklar, ob er noch am Leben ist.
Es wird vermutet, dass er bereits über militärische Erfahrung verfügt, da er Berichten zufolge mehrere Jahre in der französischen Fremdenlegion gedient hat, berichtet Origo.
Rechtliche Konsequenzen der “illegalen Rekrutierung”
Das ungarische Recht stuft im Einklang mit internationalen Verpflichtungen die Beteiligung an ausländischen bewaffneten Gruppen außerhalb der alliierten Streitkräfte als Straftatbestand ein. Die als “illegale Rekrutierung” bekannte Anklage gilt für ungarische Staatsbürger, die sich freiwillig ausländischen bewaffneten Organisationen, die an bewaffneten Konflikten beteiligt sind, anschließen oder diese ausbilden.
Die Straftat kann mit einer Gefängnisstrafe von einem bis fünf Jahren geahndet werden.
Zichy wird nun auch wegen dieser Anklage gesucht, was seine rechtliche Situation noch komplizierter macht, sollte er nach Ungarn zurückkehren.
Ungewisses Schicksal
Da noch immer mehrere Haftbefehle gegen ihn laufen und es widersprüchliche Berichte über seinen Aufenthaltsort gibt, haben die Behörden nicht bestätigt, ob Zichy derzeit in der Ukraine kämpft oder überhaupt noch am Leben ist.
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