EU bricht Schweigen zu Ungarns 16 Milliarden Euro Verteidigungsdarlehen, da die Genehmigung noch aussteht

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Ungarn war der einzige Mitgliedstaat, der bei der jüngsten Runde der EU-Verteidigungsgenehmigungen außen vor blieb, da sein Vorschlag in der offiziellen Erklärung nicht einmal erwähnt wurde. Jetzt hat die Europäische Kommission jedoch endlich auf die Fragen zum Schicksal des 16,2 Milliarden Euro (rund 6.300 Milliarden Forint) schweren Kredits geantwortet.

Ungarn bleibt in der letzten Runde ohne Genehmigung

Im Rahmen des SAFE-Programms (Security Action for Europe) der Europäischen Union stehen 150 Milliarden Euro zur Verfügung, um die Entwicklung der Verteidigung in den Mitgliedsstaaten zu unterstützen. In den letzten Wochen haben mehrere Länder – darunter die Tschechische Republik und Frankreich – die Genehmigung für ihre nationalen Pläne erhalten.

Ungarn hat jedoch in dieser Runde keine Genehmigung erhalten und war auch in der offiziellen Mitteilung der Kommission nicht vertreten.

Nach wochenlangem Schweigen antwortete der Sprecher der Kommission, Thomas Regnier, auf eine Anfrage von Economx und erklärte, dass der ungarische Plan genehmigt werden wird, sobald der laufende Bewertungsprozess abgeschlossen ist.

Das bedeutet, dass der Vorschlag nicht formell abgelehnt worden ist. Gleichzeitig gab es weder eine Erklärung für die Verzögerung noch einen Hinweis darauf, wann mit einer endgültigen Entscheidung zu rechnen ist.

“Die Kommission wird den ungarischen Plan genehmigen, sobald die laufende Bewertung abgeschlossen ist”, sagte Regnier.

Warum verzögert sich das SAFE-Darlehen?

Im Moment gibt es nur analytische Interpretationen über die Verzögerung. Im Gespräch mit Economx erklärte Szabolcs Pásztor, Forschungsdirektor bei der Oeconomus Economic Research Foundation, dass die Verzögerung wahrscheinlich nicht auf wirtschaftliche oder technische Gründe zurückzuführen ist.

Dem Analysten zufolge verzögert die Kommission ihre Entscheidung möglicherweise absichtlich. Einerseits vermeidet sie es, eine formale Ablehnung auszusprechen, andererseits könnte sie auch zögern, eine finanziell günstige Entscheidung für die derzeitige ungarische Regierung kurz vor den Wahlen zu treffen.

Ein weiterer Faktor könnte sein, dass 15 der 19 nationalen Pläne, die der Kommission vorgelegt wurden, gemeinsame Projekte mit der Ukraine beinhalten. In diesem Zusammenhang wird die kritischere Haltung Ungarns gegenüber der Ukraine und seine Beziehung zu Russland von mehreren EU-Akteuren kritisch gesehen, was ebenfalls zu der Verzögerung beitragen könnte.

Wir haben bereits über die jüngsten diplomatischen Spannungen im Zusammenhang mit diesen Beziehungen berichtet.

Noch keine endgültige Entscheidung über Ungarns Verteidigungskredit

Ausgehend von der Antwort der Kommission wurde Ungarn nicht von dem Programm ausgeschlossen, und der Zugang zu dem Darlehen bleibt möglich. Die entscheidende Frage ist der Zeitplan: Es wurde keine Frist genannt und es ist unklar, wann die Bewertung abgeschlossen sein wird.

In der Zwischenzeit hat die Europäische Kommission bereits ein Arbeitsprogramm in Höhe von 1,5 Milliarden Euro im Rahmen des Europäischen Programms für die Verteidigungsindustrie genehmigt, mit dem sowohl die europäische als auch die ukrainische Verteidigungsindustrie gestärkt werden sollen.

Mehr als 260 Mio. EUR aus diesem Paket werden die Entwicklung der ukrainischen Verteidigungsindustrie unterstützen, neben zusätzlichen Mitteln für gemeinsame EU-Ukraine-Projekte und Innovationen.

Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass, während mehrere Mitgliedstaaten und die Ukraine bereits Mittel erhalten, noch keine Entscheidung über das Verteidigungsdarlehen Ungarns getroffen wurde.

Es bleibt auch unklar, welche Auswirkungen die Verzögerung auf die Entwicklung der ungarischen Verteidigung und die öffentlichen Finanzen haben könnte. Das Ministerium für nationale Wirtschaft hat noch nicht auf Anfragen zu dieser Angelegenheit geantwortet.

Titelbild: depositphotos.com

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