Die Fronten sind klar: Präsident Sulyok weigert sich, nach der Forderung von Premierminister Magyar zurückzutreten

Sprache ändern:
Der ungarische Staatspräsident Sulyok Tamás hat auf die Rücktrittsforderungen von Premierminister Magyar Péter reagiert und erklärt, er werde nicht zurücktreten, nachdem er diese Option in Betracht gezogen habe. In einer Videobotschaft argumentierte Sulyok, dass ein Rücktritt “keine Lösung für die verfassungsmäßige Beilegung des institutionellen Konflikts” sei und betonte stattdessen die Zusammenarbeit mit der derzeitigen Tisza-geführten Regierung, wie 24.hu berichtet.
Sulyok: Rücktritt würde den “institutionellen Konflikt” nicht lösen
In seiner Erklärung sagte Sulyok, dass der Präsident mit der aktuellen Regierung zusammenarbeiten müsse, während die Regierung ebenfalls mit einem vom vorherigen Parlament gewählten Staatsoberhaupt zusammenarbeiten sollte. Er kritisierte die jüngsten Äußerungen des Premierministers als ungewöhnlich konfrontativen Ton zwischen den staatlichen Institutionen und behauptete, sie liefen auf einseitige Forderungen und Anweisungen an den Präsidenten hinaus, einschließlich der Forderung nach seinem Rücktritt.
Sulyok behauptete, dass diese Dynamik eine “ernsthaft widersprüchliche Situation” schaffe, bestand aber darauf, dass er weiterhin seine verfassungsmäßigen Pflichten wahrnehmen werde.
EU-Gelder und das IStGH-Gesetz unter den angesprochenen Punkten
Sulyok versuchte auch, der Regierung zu versichern, dass er ihre Arbeit nicht behindern werde und verwies dabei ausdrücklich auf die Gesetzgebung im Zusammenhang mit dem Zugang zu EU-Geldern.
Er sagte, er habe auch bei anderen Entscheidungen der letzten Zeit in einem kooperativen Geist gehandelt. Dazu gehörte die Unterzeichnung eines Gesetzes, das Ungarns Teilnahme am Internationalen Strafgerichtshof (ICC) wiederherstellt, wie 24.hu berichtet.
Falls Sie es verpasst haben – ICC: Ungarns Parlament stimmt für Stopp des Austritts und Verbleib im Gerichtshof – wie geht es weiter?
Abschließend erklärte er, dass er getreu seinem Eid weiterhin als Präsident fungieren und die im ungarischen Grundgesetz verankerten Befugnisse ausüben werde.
Die Antwort von Magyar Péter und die Frist
Magyar Péter hatte Sulyok eine Frist bis zum 31. Mai gesetzt, um freiwillig aus dem Amt zu scheiden. Zuvor hatte er erklärt, er wolle den Präsidenten am Montag in Begleitung des Justizministers besuchen.
In seiner Reaktion auf das Video beschuldigte Magyar Sulyok, sich nicht für schwache Menschen und die Rechtsstaatlichkeit einzusetzen und behauptete, der Präsident verteidige in erster Linie sein Gehalt. Magyar schrieb, dass das monatliche Gehalt des Präsidenten 6,3 Millionen Forint (rund 17.800 Euro) beträgt.
Magyar wies auch auf die Vergünstigungen hin, die ehemalige Staatsoberhäupter nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt behalten können (z.B. personelle Unterstützung und Dienstleistungen).
Umfrage: Fast zwei Drittel der Befragten fordern den Rücktritt des Präsidenten
Die Kontroverse kommt inmitten neuer Umfragen, die auf eine erhebliche Unzufriedenheit der Öffentlichkeit mit Sulyoks Leistung hindeuten. Eine Umfrage von 21 Kutatóközpont ergab, dass etwa zwei Drittel der Befragten der Meinung sind, dass der Präsident die “Einheit der Nation” nicht erfolgreich verkörpert hat, und eine Mehrheit sagte, dass es das Beste wäre, wenn er freiwillig zurücktreten würde.
Die von 21 Kutatóközpont veröffentlichte Methodik der Umfrage beschreibt eine telefonische Umfrage, die zwischen dem 9. und 13. Mai 2026 mit einer nach Volkszählungsparametern gewichteten Stichprobe von 1.000 Personen durchgeführt wurde und eine Fehlermarge von etwa ±3 Prozentpunkten aufweist.
Hintergrundinformationen für internationale Leser: Was der Präsident in Ungarn tun (und nicht tun) kann
Ungarn ist ein parlamentarisches System, in dem die Exekutivgewalt in erster Linie von der Regierung unter der Leitung des Premierministers ausgeübt wird. Der Präsident ist das Staatsoberhaupt mit bestimmten verfassungsmäßigen Befugnissen, darunter die Unterzeichnung von Gesetzen und bestimmte Ernennungs- und Aufsichtsfunktionen. Der derzeitige Präsident wurde von der Fidesz, die bei den Wahlen eine schwere Niederlage erlitten hat, und von Premierminister Viktor Orbán gewählt.
Sulyoks zentrales Argument in dem Video ist, dass institutionelle Streitigkeiten innerhalb des verfassungsmäßigen Rahmens behandelt werden sollten und dass ein Rücktritt seiner Meinung nach den zugrunde liegenden Konflikt zwischen den Staatsorganen nicht lösen würde.
Im Moment sieht es so aus, als würde die Konfrontation in der kommenden Woche weitergehen. Magyars geplanter Besuch im Präsidialamt ist ein weiterer Brandherd in einer schnell eskalierenden institutionellen Auseinandersetzung.
Magyar: Führer, die Fake News verbreiten, müssen auch die öffentlichen Medien verlassen
Am Wahltag sagte Péter Magyar, dass die Berichterstattung der öffentlichen Medien aufgrund ihrer Voreingenommenheit und mangelnden Ausgewogenheit sofort eingestellt werden würde, aber das ist bisher nicht geschehen.
Heute jedoch schrieb der Premierminister:
Da bewiesen ist, dass das Material, das Tisza in den öffentlichen Medien verunglimpft, auf Anweisung der Vorstände produziert wurde, müssen die Geschäftsführer Dániel Papp und Anita Altorjai sofort gehen!
Was kommt als Nächstes? Putins überraschende Botschaft an Premierminister Péter Magyar zur Ukraine

