Washington Post: Ungarns Szijjártó bot dem Iran nach den Pager-Angriffen nachrichtendienstliche Zusammenarbeit an

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Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó hat dem Iran nach den massenhaften Pager-Explosionen, die mit der Hisbollah in Verbindung gebracht werden, im September 2024 nachrichtendienstliche Zusammenarbeit angeboten. Dies berichtet die Washington Post, die ein durchgesickertes und von westlichen Geheimdiensten beglaubigtes Telefonprotokoll eingesehen haben will. Der Bericht hat eine erneute Prüfung von Budapests Spagat zwischen engen Beziehungen zu Israel, Arbeitskanälen zu Russland und pragmatischen Kontakten im gesamten Nahen Osten ausgelöst – und das zu einem Zeitpunkt, an dem sich Ungarn auch in Washington um politisches Wohlwollen bemüht.

Szijjártó seinerseits hat die Kontakte als eine sicherheitspolitische Notwendigkeit dargestellt. In einer Facebook-Erklärung, die in der gleichen ungarischen Zusammenfassung zitiert wird, die Sie zur Verfügung gestellt haben, sagte er, er habe 2024 mit seinem iranischen Amtskollegen gesprochen, um falschen Behauptungen entgegenzutreten, Ungarn habe eine Rolle bei den Anschlägen gespielt.

Was die Washington Post über das durchgesickerte Transkript sagt

Dem Bericht der Washington Post zufolge sagte Szijjártó dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi, dass die ungarischen Geheimdienste die iranischen Kollegen kontaktiert hätten und alle relevanten Informationen, die während der Ermittlungen gesammelt wurden, weitergeben würden.

Die Post stellt dies als eine ungewöhnliche Form der Zusammenarbeit dar, angesichts der Beziehungen des Irans zur Hisbollah und seiner breiteren geopolitischen Haltung. Sie berichtet auch, dass die Abschrift von westlichen Geheimdiensten beglaubigt wurde, obwohl die vollständigen Details und der Kontext des Artikels in dem hier bereitgestellten Text nicht veröffentlicht sind.

Warum Ungarn überhaupt in die Geschichte kam

Die Washington Post bringt Ungarn mit der Kontroverse in Verbindung, weil die Geräte Berichten zufolge eine taiwanesische Marke trugen und ein ungarisches Unternehmen über eine Lizenzvereinbarung beteiligt gewesen sein könnte. In dem Telefongespräch, über das berichtet wurde, betonte Szijjártó, dass Ungarn in keiner Weise involviert sei und dass die Geräte nicht in Ungarn hergestellt worden seien.

Dieses Dementi ist für Budapests Linie von zentraler Bedeutung: Ungarn positioniert sich als Unbeteiligter in einem sich schnell entwickelnden internationalen Zwischenfall – und versucht gleichzeitig, jegliche sicherheitspolitischen oder diplomatischen Auswirkungen zu vermeiden.

Ungarns erklärte Pro-Israel-Haltung und der Iran-Widerspruch

Für internationale Leser ist die politische Sensibilität klar. Ungarn hat sich in den letzten Jahren einen Ruf als einer der konsequentesten Unterstützer Israels in Europa erworben und sich rhetorisch und diplomatisch oft auf die Seite der israelischen Positionen geschlagen.

Vor diesem Hintergrund wirft das Angebot, Geheimdienstinformationen mit dem Iran auszutauschen – einem Staat, der weithin als israelfeindlich gilt und ein wichtiger Unterstützer der Hisbollah ist – zwangsläufig die Frage auf, wo Ungarn die Grenze zwischen Krisenmanagement und strategischer Ausrichtung zieht.

Die Washington Post bezeichnet die Episode als “unangenehm” oder politisch unbequem, gerade weil sie der erklärten Pro-Israel-Ausrichtung Ungarns zu widersprechen scheint.

Warum dies für die US-Israel-Dynamik und Ungarns Beziehungen zu den USA von Bedeutung sein könnte

Die Vereinigten Staaten und Israel sind seit langem enge Verbündete im Bereich der Sicherheits- und Außenpolitik. Ungarn ist unterdessen bestrebt, sich als verlässlicher Partner Washingtons zu positionieren – insbesondere für die konservativen US-Amerikaner – und seine Rolle als ein mit den USA verbündeter Akteur innerhalb der EU zu stärken.

Deshalb ist die Schlüsselfrage nicht nur, ob Ungarn mit dem Iran gesprochen hat, sondern auch, ob ein solches Engagement mit Verbündeten koordiniert wurde.

Wenn die Verbündeten nicht informiert wurden, kann das Vertrauen Schaden nehmen

Selbst wenn Länder nur begrenzte Kontakte zu gegnerischen Staaten unterhalten, beruht die Bündnispolitik in der Regel auf Vorhersehbarkeit und Absprache. Wenn ein Angebot zum Austausch von Geheimdienstinformationen an den Iran ohne vorherige Abstimmung mit wichtigen Partnern – vor allem den Vereinigten Staaten und Israel – gemacht wurde, könnte dies als Bruch des politischen Vertrauens ausgelegt werden.

Das muss nicht automatisch einen offenen Bruch bedeuten. Aber es kann zu Reibungen führen, die die Zusammenarbeit erschweren: Verbündete könnten beim Austausch sensibler Informationen vorsichtiger werden, und die politischen Beziehungen können sich abkühlen, wenn sich die Partner überrumpelt fühlen.

Das Gegenargument: Krisenmanagement und Abschreckung

Szijjártós Verteidigung geht in die entgegengesetzte Richtung: der Zweck sei gewesen, Vergeltungsdrohungen gegen Ungarn zu verhindern und zu verhindern, dass Fehlinformationen zu einem Sicherheitsrisiko eskalieren. Unter diesem Gesichtspunkt wird der Einsatz als defensiv dargestellt – er soll signalisieren, dass man sich nicht einmischt und die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Ungarn zur Zielscheibe wird.

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