Magyar: Begrenzung der Amtszeit des Premierministers auf zwei Zyklen, Aussetzung der öffentlichen Medien Nachrichten – Ungarn Wahl 2026 heute

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Péter Magyar, Vorsitzender der Theiß-Partei und ihr Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, sagte am Sonntag, dass er im Falle eines Sieges seiner Partei mit einer Zweidrittelmehrheit das ungarische Grundgesetz ändern und das Amt des Ministerpräsidenten auf zwei Amtszeiten begrenzen werde. In einem Gespräch mit Journalisten nach der Stimmabgabe in Budapest sagte er außerdem eine sehr hohe Wahlbeteiligung voraus und forderte die Behörden auf, bei Verstößen im Zusammenhang mit den Wahlen entschlossen zu handeln.

Wie wir bereits berichteten, wählte Magyar gegen 8:30 Uhr im Wahllokal des Hegyvidéki Mesevár Kindergartens im 12. Bezirk von Budapest, bevor er unter großem Medieninteresse eine Pressekonferenz abhielt.

Wahlbeteiligung, knappe Rennen und Berichte über Unregelmäßigkeiten

Magyar sagte, er erwarte eine Rekordbeteiligung und deutete an, dass in einigen Wahlkreisen eine einzige Stimme – oder nur wenige Stimmen – über das Ergebnis entscheiden könnten. Er erklärte auch, dass bisher etwa 60 Meldungen bei der von ihm als Wahlbetrugsmeldeplattform der Theiß-Partei bezeichneten Plattform eingegangen sind.

Er forderte die Behörden auf, “ihre Arbeit” im Einklang mit ihrem Eid zu tun und das Gesetz strikt anzuwenden, wenn sie ein Fehlverhalten feststellen. In einer spitzen Bemerkung warnte Magyar potenzielle Täter davor, Risiken einzugehen. Er würde niemandem raten, “ins Gefängnis zu gehen, anstatt zur Fidesz-Mafia”.

Vertrauen in den Sieg und Bedingungen für die Akzeptanz der Ergebnisse

Auf die Frage, ob er mit einer Niederlage seiner Partei rechne, antwortete Magyar, er glaube nicht daran. Seiner Meinung nach wäre es unvernünftig zu glauben, dass die Theiß-Partei – und “damit Ungarn” – die Wahl nicht gewinnen würde.

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Akzeptanz des Ergebnisses davon abhängt, ob es Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gab, die so schwerwiegend waren, dass sie das Ergebnis entscheidend beeinflusst haben. Mit anderen Worten: Magyar schlug vor, das Ergebnis zu akzeptieren, vorausgesetzt, dass kein schwerwiegender Betrug vorliegt, der das Endergebnis wesentlich verändert hat.

Er sagte auch, dass er beabsichtigt, sein Parlamentsmandat anzunehmen und in der Nationalversammlung zu sitzen.

Auf die Frage, ob er sich an bestehende Fidesz-Kontakte gewandt habe, um ihnen viel Glück zu wünschen, antwortete er schlicht: “Nein.”

Wirtschaftseliten und eine mögliche Theiß-Regierung

Auf die Frage, was mit den Unternehmern geschehen soll, die sich von der Fidesz distanziert haben, sagte Magyar, er glaube nicht, dass es “etwas zu tun gibt” und fügte hinzu, dass wichtige regierungsfreundliche Geschäftsleute nicht an ihn herangetreten seien.

Zur Zusammensetzung einer möglichen Theiß-Regierung wollte Magyar zum jetzigen Zeitpunkt keine Namen nennen und antwortete mit dem Satz: “Das werden wir sehen, wenn wir dazu kommen.” Er sagte, die Ergebnisse müssten zuerst kommen, fügte aber hinzu, dass die Partei Kandidaten für jedes Ressort im Auge habe.

Erste Schritte im Falle eines großen Sieges von Tisza: Amtszeitbeschränkungen, Korruptionsbekämpfung und Änderungen bei den öffentlichen Medien

Magyars konkretestes Versprechen betraf die Änderung der Verfassung. Er sagte, dass die Partei im Falle einer Zweidrittelmehrheit für Theiß das Grundgesetz ändern und die Amtszeit des Ministerpräsidenten auf zwei Zyklen begrenzen würde.

Er skizzierte auch eine Liste von Maßnahmen, die nach einem Sieg schnell folgen könnten. Dazu gehören:

  • Schritte zur Korruptionsbekämpfung von Anfang an
  • Die Schaffung eines Nationalen Amtes für Vermögensabschöpfung und Schutz (wie er es nannte)
  • Die Einreichung des Antrags Ungarns auf Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO)
  • Prüfung der Frage, wie die Macht von der derzeitigen Regierung übertragen werden soll

Darüber hinaus sagte Magyar, dass seine Partei die öffentlich-rechtlichen Medien Ungarns nicht schließen werde, aber ihren Nachrichtendienst aussetzen werde, bis eine ausgewogene Berichterstattung gewährleistet sei.

Die ungarischen öffentlich-rechtlichen Medien verfügen über ein Budget von Hunderten von Milliarden Forint pro Jahr und scheinen sich, wie man auf ihrer Website oder Facebook-Seite sehen kann, nicht an das Prinzip der ausgewogenen öffentlichen Information zu halten.

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Warum es für Leser im Ausland wichtig ist

Magyars Versprechen, eine Amtszeitbeschränkung für den Premierminister einzuführen, würde einen bedeutenden institutionellen Wandel im politischen System Ungarns markieren, während seine Anti-Korruptions-Agenda auf stärkere Aufsichtsmechanismen und eine engere Angleichung an die europäischen Durchsetzungsstrukturen ausgerichtet ist. Seine Äußerungen zu den öffentlichen Medien deuten auf einen möglichen sofortigen Eingriff in den staatlichen Rundfunk hin, der von seinem Lager als vorübergehender Schritt zur Wiederherstellung des Gleichgewichts dargestellt wird.

Ob diese Vorschläge in die Tat umgesetzt werden, hängt nicht nur vom Wahlausgang ab, sondern auch von der parlamentarischen Arithmetik – insbesondere davon, ob eine der siegreichen Parteien in der Lage ist, Gesetze auf Verfassungsebene zu erlassen.

Im weiteren Verlauf der Abstimmung wird sich die Aufmerksamkeit auch auf die Entwicklung der Wahlbeteiligung, auf Berichte über Unregelmäßigkeiten und darauf richten, wie die politischen Akteure die Legitimität des Endergebnisses in den kommenden Stunden und Tagen bewerten.

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