Magyar signalisiert einen symbolischen Bruch mit der Ära Orbán: Das Büro des Premierministers wird unter der zukünftigen Theiß-Regierung das Karmeliterkloster verlassen

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Der designierte ungarische Premierminister Péter Magyar hat angekündigt, dass das Büro des Premierministers unter einer zukünftigen Theiß-Regierung nicht mehr im Karmeliterkloster im Budapester Burgviertel bleiben wird. Stattdessen soll das Büro in ein Ministeriumsgebäude in der Nähe des ungarischen Parlaments verlegt werden.

Die Erklärung, die am Donnerstagmorgen auf der Facebook-Seite von Magyar veröffentlicht wurde, ist eine der deutlichsten symbolischen Gesten, mit denen bisher ein Schlussstrich unter die 16-jährige Herrschaft von Viktor Orbán gezogen wurde.

“Das Büro des Ministerpräsidenten unter der Theiß-Regierung wird nicht im Karmeliterpalast sein, sondern in einem der Ministeriumsgebäude in der Nähe des Parlaments”, schrieb Magyar nach seinem Treffen mit Präsident Tamás Sulyok am Mittwoch im Sándor-Palast.

Magyar zufolge hatte der Moment eine besondere Symbolik: Vom Balkon des Präsidentenpalastes aus sah sein Team angeblich den scheidenden Premierminister auf dem benachbarten Karmeliter-Balkon, wie er sich auf sein eigenes Treffen mit dem Staatsoberhaupt vorbereitete:

Eine bewusste Rückkehr zur politischen Tradition

Orbán verlegte 2019 den Sitz des Ministerpräsidenten in das ehemalige Karmeliterkloster und verwandelte den auf einem Hügel gelegenen Komplex in eines der bekanntesten Symbole seiner Regierung.

Davor arbeiteten die ungarischen Ministerpräsidenten traditionell in Büros im oder neben dem Parlament. Magyars geplanter Umzug wäre daher nicht nur ein politisches Statement, sondern auch eine Rückkehr zu einer institutionellen Norm aus der Zeit vor Orbán.

Das Karmeliter-Gebäude selbst ist inzwischen eng mit Orbáns Regierungsstil, der zentralisierten Macht und dem visuellen Bild einer Führung von oben in Budapest verbunden.

Zoltán Tanács, der Kanzler von Theiß, hat die Entscheidung offen als “weise Entscheidung” bezeichnet und argumentiert, dass das Karmeliterkloster “zum Symbol einer arroganten und hochmütigen Macht geworden ist, einer Regierung, die sich über andere stellt.”

Er fügte hinzu, dass solche symbolischen Entscheidungen wichtig seien, weil “eine gute Regierung nicht so aussehen sollte”.

Wird das Karmelit für die Öffentlichkeit geöffnet?

Eine wichtige Frage bleibt unbeantwortet: was mit dem Karmelit selbst geschehen wird.

Anfang des Jahres hatte Magyar angedeutet, dass der ehemalige Klosterkomplex in den ersten Tagen eines “Regimewechsels” für die ungarische Öffentlichkeit geöffnet werden könnte. In seinem letzten Posting hat er jedoch weder klargestellt, ob dieser Plan noch auf dem Tisch liegt, noch hat er einen Zeitplan genannt.

Regierungsbildung für Anfang Mai erwartet

Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Vorbereitungen für die nächste ungarische Regierung nach dem erdrutschartigen Wahlsieg von Tisza weitergehen.

Nach seinem Treffen mit Präsident Sulyok sagte Magyar, dass die konstituierende Sitzung des neuen Parlaments für Anfang Mai erwartet wird, höchstwahrscheinlich um den 6. und 7. Mai, wenn er formell zum Premierminister ernannt werden soll.

Die Zusage des Umzugs scheint daher eine der ersten konkreten institutionellen Veränderungen zu sein, die die neue Regierung ankündigt.

Internationale Glückwünsche gehen weiter – sogar aus Hollywood

Die politischen Entwicklungen des Tages wurden von einer unerwarteten kulturellen Fußnote begleitet: Dean Norris, weltweit bekannt durch seine Rolle als Hank Schrader in Breaking Bad, gratulierte Magyar öffentlich zu seinem Wahlsieg.

In einem Beitrag auf Instagram schrieb Norris:

“Herzlichen Glückwunsch! Als stolze Ungarn haben wir unsere Reise im Juni 2023 geliebt und freuen uns darauf, wiederzukommen!!!”

Der Schauspieler, dessen Großeltern mütterlicherseits ungarische Einwanderer waren, hat bereits früher herzlich über seine ungarischen Wurzeln gesprochen und Budapest und Tiszadob mit seiner Familie besucht.

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