Budapest nimmt das Gellért-Berg-Projekt nach 20 Jahren wieder auf – geplante Standseilbahn könnte über 1.000 Passagiere pro Stunde befördern

Sprache ändern:

Die kürzlich renovierte Zitadelle auf dem Gellértberg ist wieder für Besucher geöffnet, während ein lange aufgeschobenes Standseilbahnprojekt wieder auf die Tagesordnung zurückgekehrt ist. Die Entwicklung könnte dazu beitragen, den wachsenden Verkehrsdruck in der ohnehin schon stark belasteten Gegend zu verringern.

Ersetzen Sie die Touristenbusse durch eine Standseilbahn?

Der Verkehr auf dem Gellértberg ist schon seit Jahren überlastet, und die Situation hat sich in letzter Zeit nur noch verschlimmert. Jährlich kommen schätzungsweise 4-5 Millionen Besucher nach Gellért, und die engen Straßen am Berg sind dem Ansturm kaum gewachsen. Staus sind an der Tagesordnung, Touristenbusse stehen oft Schlange und Autos parken häufig auf beiden Seiten der Straßen, so dass selbst der Linienbusverkehr ins Stocken gerät.

Die Situation könnte sich durch die Renovierung der Zitadelle, die wiedereröffnet wurde und noch mehr Besucher anziehen soll, noch verschärfen. Die geplante Standseilbahn könnte eine Alternative bieten, indem sie den Verkehr auf dem Hügel deutlich reduziert.

funicular Gellért
Obere Station der geplanten Standseilbahn auf den Gellértberg. Der ursprüngliche Entwurf stammt aus der Zeit vor der Renovierung der Zitadelle und die Aussichtsrampe wird nicht mehr benötigt, so dass die Station neu gestaltet werden soll. Quelle: KÖZTI Zrt.

Wie Portfolio berichtet, gehen die Pläne für die Standseilbahn auf den Gellértberg auf das Jahr 2004 zurück, aber das Projekt hat sich aufgrund von Rechts- und Genehmigungsstreitigkeiten jahrelang verzögert. In der Zwischenzeit haben die Entwickler mehrere wichtige Genehmigungen erhalten, darunter die Baugenehmigungen für die untere und obere Station sowie die Genehmigungen der Straßen- und Eisenbahnbehörden.

Ein langwieriger Rechtsstreit um die Umweltgenehmigung wurde schließlich im Jahr 2025 beigelegt, als der Entwickler den Prozess gewann und die Genehmigung damit rechtsverbindlich wurde.

Kapazität von über tausend Passagieren pro Stunde

Nach Angaben von Portfolio könnte die Standseilbahn rund 1.150 Fahrgäste pro Stunde in jede Richtung befördern, was einer jährlichen Kapazität von bis zu 6 Millionen Fahrgästen entspricht.

Die Strecke würde im Tabán-Gebiet am Fuße des Gellért-Hügels auf der Budaer Seite beginnen, teilweise unterirdisch verlaufen und dann entlang des Hügels zu einer Station in der Nähe der Zitadelle führen. Die Fahrzeit wäre kurz, und das System würde eine kontinuierliche und vorhersehbare Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und dem Hügel bieten.

Die Investition wird auf etwa 20 Milliarden Forint geschätzt, die Bauzeit soll etwa 13 Monate betragen.

Vor Baubeginn wäre eine dreimonatige archäologische Ausgrabung erforderlich, da die geplante Trasse einen keltischen Erdwall von historischer Bedeutung durchquert. Die Befürworter argumentieren, dass die Standseilbahn langfristig den Straßenverkehr und die Umweltbelastung reduzieren könnte, obwohl noch Fragen offen sind, wie sie integriert werden kann, ohne die Landschaft zu beeinträchtigen.

Budapest funicular project Gellért Hill transport
Die Buda Castle Hill Funicular in Budapest, eine historische Standseilbahn aus dem Jahre 1870. Foto: Wikimedia Commons.

Budapest stellt strenge Bedingungen für das Seilbahnprojekt

In ihrer Antwort auf die Anfrage von Portfolio erklärte die Stadtverwaltung von Budapest, dass sie das Projekt nicht ablehnt, seine Umsetzung jedoch von mehreren Bedingungen abhängig macht.

Dazu gehören der Schutz der zum Weltkulturerbe gehörenden Skyline, der Erhalt von Naturgebieten und die Minimierung des Verlusts von Grünflächen. Die Stadt erwartet auch eine zurückhaltende Entwicklung, die unnötige kommerzielle Einrichtungen vermeidet.

Die Neuorganisation des Verkehrs ist ein weiteres zentrales Thema: Die Anzahl der Touristenbusse sollte reduziert werden, sobald die Standseilbahn in Betrieb ist, und der Verkehr rund um das Rác Bad sollte verbessert werden. Die Gemeinde möchte außerdem, dass ein Teil der Fahrkarteneinnahmen in die Pflege des Parks auf dem Gellért-Berg reinvestiert wird.

Nach Angaben des Bauträgers erfüllen die aktuellen Pläne bereits einige dieser Anforderungen, während andere Aspekte noch weitere Verhandlungen erfordern werden.

Politische Unterstützung könnte dem Projekt helfen

Das Projekt könnte auch durch die jüngsten Entwicklungen in der Verkehrspolitik Auftrieb erhalten. Dávid Vitézy, der vor kurzem in eine Schlüsselposition in diesem Sektor berufen wurde, hat bereits seine Unterstützung für die Gellért Hill Standseilbahn bekundet.

In früheren Äußerungen argumentierte er, dass nur eine Lösung mit festen Gleisen die Überlastung des Berges wirksam reduzieren könnte. Seine Ernennung könnte daher dem lange verzögerten Projekt neuen Schwung verleihen, auch wenn seine Realisierung noch von Vereinbarungen zwischen der Stadt und der Regierung abhängen wird.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *