Regierungsnahes Blatt Index veröffentlicht Richtigstellung über gefälschten Theiss-Steuerplan, Magyar fordert Entschuldigung auf der Titelseite

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Der ungarische Nachrichtendienst Index hat eine Richtigstellung veröffentlicht, in der er zugibt, dass seine früheren Behauptungen über ein angebliches Steuerpaket im Zusammenhang mit der Theiß-Partei falsch waren.

Die Korrektur folgt auf ein endgültiges Gerichtsurteil, in dem festgestellt wurde, dass das Blatt fälschlicherweise behauptet hatte, es sei in den Besitz von Dokumenten gelangt, in denen das detaillierte Wirtschaftsprogramm der Partei skizziert wird, berichtete 24.hu. Die Klarstellung besagt, dass das veröffentlichte Material nicht mit der Theiß-Partei in Verbindung steht und keine Rückschlüsse auf die Steuerpolitik oder die allgemeinen Wirtschaftspläne der Partei gezogen werden können.

Das Blatt räumte ein, dass alle Behauptungen, die auf den Dokumenten basieren, unbegründet sind.

Umstrittene Dokumente und Auswirkungen auf den Wahlkampf

Der ursprüngliche Artikel, der im November ohne Angabe eines Autors veröffentlicht wurde, behauptete, dass das angebliche Programm die ungarische Wirtschaft radikal umgestalten würde, einschließlich weitreichender Steuererhöhungen und einer stärkeren Umverteilungsrolle für den Staat.

Außerdem wurde behauptet, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen mindestens 3.700 Milliarden Forint (9 Milliarden Euro) an zusätzlichen jährlichen Einnahmen generieren könnten, hauptsächlich durch höhere Unternehmens- und Kapitalmarktsteuern.

Damals wies die Theiss-Partei die Behauptungen sofort zurück und erklärte, die Dokumente seien gefälscht und hätten keinen Bezug zu ihren offiziellen politischen Vorschlägen.

Péter Magyar: “Nicht genug”

Péter Magyar, Vorsitzender der Theiß-Partei und angehender Ministerpräsident, reagierte auf die Korrektur und kritisierte sowohl die ursprüngliche Berichterstattung als auch die Art und Weise der Korrektur scharf.

In einem Facebook-Post bezeichnete er die Geschichte über das angebliche Steuerpaket als die “größte Lüge” des Wahlkampfes und beschuldigte das Blatt, eine Desinformationskampagne zu führen, die mit “russischen” Taktiken vergleichbar sei.

Magyar erkannte die Korrektur zwar an, argumentierte aber, dass sie nicht den Anforderungen entsprach.

Er sagte, das Eingeständnis sei im Kleingedruckten am unteren Rand der Seite veröffentlicht worden, obwohl die ursprünglichen Behauptungen tagelang auf der Titelseite veröffentlicht wurden.

“Ich erwarte eine echte Korrektur. An der richtigen Stelle: auf der Titelseite. Tagelang”, schrieb er.

Gerichtsurteil und Geldstrafe

Der Fall wurde vom Budapester Stadtgericht entschieden, das feststellte, dass die Theiss-Partei keine Verbindung zu den Hunderten von Seiten Material hatte, die das Blatt als sein Wirtschaftsprogramm präsentierte.

Das Gericht wies Index an, innerhalb von fünf Tagen nach Rechtskraft des Urteils eine Richtigstellung zu veröffentlichen und 500.000 HUF (1.370 Euro) an Prozesskosten zu zahlen.

Das Urteil bekräftigte frühere Feststellungen, dass es den Dokumenten an Glaubwürdigkeit mangelte. Es wurde auf Probleme wie fehlende offizielle Kennzeichnungen und falsche Verweise auf interne Parteistrukturen hingewiesen.

Politische und mediale Implikationen

Der Fall hat die Debatte in Ungarn über die Verantwortung der Medien und die Rolle der politisch ausgerichteten Medien im Wahlkampf weiter verschärft.

Magyar hat die Angelegenheit als Teil eines größeren Problems der Fehlinformation dargestellt und argumentiert, dass falsche Erzählungen den öffentlichen Diskurs in einer kritischen politischen Zeit beeinflusst haben.

Trotz der Richtigstellung signalisiert die Theiss-Partei, dass sie weitere Schritte erwartet, um das anzugehen, was sie als Rufschädigung ansieht.

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