Nach Orbáns Niederlage: Ungarn hebt Spritpreisdeckel auf – MOL kauft serbische NIS wohl nicht

Ein Energieanalyst der Erste schrieb, dass der serbische Präsident Aleksandar Vučić und die russischen Eigentümer nach der historischen Wahlniederlage Orbáns und der Supermajorität von Péter Magyar nicht mehr daran interessiert sind, NIS an das ungarische Unternehmen MOL zu verkaufen. Außerdem wird erwartet, dass die neue ungarische Regierung die Obergrenze für die Kraftstoffpreise bald abschaffen wird.
Die Zukunft der Preisobergrenzen für Kraftstoffe
Laut Erste erhöht die derzeitige Wirtschaftslage die Einnahmen des ungarischen Öl- und Gasriesen MOL, was die Gewinne des Unternehmens in diesem Jahr steigern wird. Laut dem Gas- und Ölmarktanalysten des Unternehmens, Attila Holoda, wird die magyarische Regierung die Preisobergrenzen für Kraftstoffe im Mai aufheben. In der Zwischenzeit werden die Wartungsarbeiten an der Donau-Raffinerie von MOL in Százhalombatta im Oktober abgeschlossen.
Dem Erste-Analysten zufolge könnte die neue ungarische Regierung den 25%igen Staatsanteil an MOL zurückfordern, den die Orbán-Regierung 2021 an drei Stiftungen verschenkt hatte. Der Analyst glaubt, dass dieser Schritt von den anderen Eigentümern begrüßt werden würde, da er eine transparentere Eigentümerstruktur schaffen würde.

Wird MOL die serbische NIS kaufen können?
Der Analyst sagte, die NIS-Transaktion sei in Verzug geraten, aber MOL sei immer noch der wahrscheinlichste Käufer auf dem Markt. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić und die russischen Eigentümer sind nach der historischen Wahlniederlage von Orbán und der Supermajorität von Péter Magyar nicht mehr daran interessiert, NIS an das ungarische Unternehmen MOL zu verkaufen. Der Analyst sieht jedoch keine andere langfristige Lösung für die Probleme des serbischen Ölriesen, da das ungarische Unternehmen inmitten der amerikanischen Sanktionen ein stabiler Eigentümer sein könnte.

Gespräche über den Verkauf von NIS sollen bald abgeschlossen werden – serbischer Energieminister
Die Gespräche zwischen dem russischen Mehrheitseigentümer des serbischen Ölkonzerns NIS und dem ungarischen Öl- und Gasunternehmen MOL kommen gut voran und könnten um den 16. Mai abgeschlossen werden, sagte der serbische Energieminister Dubravka Dedovic am Dienstag auf einem Wirtschaftsforum in Belgrad.

Es laufen intensive Gespräche sowohl zwischen dem russischen Mehrheitseigentümer und MOL als auch zwischen Serbien und MOL, sagte der Minister. Es wird erwartet, dass die Gespräche in den nächsten Tagen fortgesetzt werden, und die Vereinbarung über die Rechte und Pflichten der Aktionäre könnte bald erreicht werden. Dann werden die Voraussetzungen für den Austausch bestimmter Informationen mit den Vereinigten Staaten geschaffen, die das Abkommen genehmigen müssen. Gemäß der vom US Office of Foreign Assets Control (OFAC) erteilten Verhandlungslizenz muss der Prozess bis zum 22. Mai abgeschlossen sein.
Dedovic sagte, dass die NIS eine kritische Energieinfrastruktur für Serbien darstellt. Die aktuelle Krise hat gezeigt, dass Länder ohne Raffinerie anfälliger und von Importen abhängig sind, sagte sie. Sie sagte, das Hauptproblem sei der Betrieb der Pancevo-Raffinerie und die Sicherstellung, dass MOL jährlich ein bestimmtes Maß an Verarbeitung vornimmt.
Dedovic sagte auch, dass einige – hauptsächlich kommerzielle – Fragen noch offen seien und rechtliche Details geklärt werden müssten, darunter der Bau einer neuen Ölpipeline zwischen Serbien und Ungarn sowie die Präsenz der Produkte der Raffinerie Pancevo auf dem serbischen Markt.
Die Vereinigten Staaten haben im Oktober 2025 Sanktionen gegen NIS wegen der russischen Mehrheitsbeteiligung verhängt. Die MOL Group teilte am 19. Januar mit, dass sie sich mit Gazprom Neft auf die wichtigsten Bedingungen eines verbindlichen Rahmenabkommens geeinigt hat, nach dem sie einen Anteil von 56,15% an NIS erwerben würde. MOL ist auch in Gesprächen mit ADNOC, der nationalen Ölgesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, um als Minderheitsaktionär bei NIS einzusteigen.
Die russische Gazprom hält einen Anteil von 11,3% an NIS, ihre Tochtergesellschaft Gazprom Neft hält 44,9%. Die serbische Regierung hält einen Anteil von 29,87%, die restlichen Anteile werden von Kleinaktionären gehalten.
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