Russia’s key spy university revealed with Budapest connection

Eine angesehene Moskauer Universität ist laut einer großen internationalen Untersuchung, die sich auf mehr als 2.000 durchgesickerte Dokumente stützt, als zentraler Knotenpunkt in Russlands Strategie der Cyberkriegsführung entlarvt worden. Die Enthüllungen deuten darauf hin, dass die Moskauer Staatliche Technische Universität Bauman nicht nur Ingenieure ausbildet, sondern im Stillen künftige Hacker, Spione und Saboteure für die Operationen des GRU vorbereitet.
Die Akten, die von einem Konsortium von Journalisten von Delfi Estonia, Der Spiegel, FRONTSTORY, The Guardian, The Insider, Le Monde und VSquare analysiert wurden, beschreiben eine geheimnisvolle “Abteilung Nr. 4”, die nicht auf offiziellen Organigrammen erscheint. Diese verdeckte Einheit schleust angeblich leistungsstarke Studenten direkt in den militärischen Geheimdienst ein, der mit Cyberangriffen, Wahlbeeinflussung und Sabotageaktivitäten in ganz Europa zu tun hat.
Von russischen Spitzenstudenten zu Geheimdienstmitarbeitern
Zu den hervorgehobenen Personen gehört Daniil Porshin, ein hervorragender Ingenieurstudent, der 2024 seinen Abschluss machte. Neben der Standard-Cybersicherheitsausbildung hat er Berichten zufolge auch offensive Techniken wie das Knacken von Passwörtern, die Erstellung von Malware und das Eindringen in Server gelernt. Kurz nach seinem Abschluss schloss er sich der GRU-Einheit 26165 an, die weithin als “Fancy Bear” bekannt ist und der hochkarätige Cyberoperationen gegen westliche Einrichtungen vorgeworfen werden.
Jedes Jahr werden etwa 10 bis 15 Studenten vorausgewählt und noch vor Abschluss ihres Studiums den GRU-Einheiten zugewiesen. Einige stehen in Verbindung mit berüchtigten Abteilungen wie der Einheit 74455, auch bekannt als “Sandworm”, die für Cyberangriffe auf das ukrainische Stromnetz und politische Einmischung im Ausland verantwortlich gemacht wird.
Kurse in Hacking, Propaganda und Überwachung
Der durchgesickerte Lehrplan offenbart eine Mischung aus technischem Fachwissen und psychologischer Manipulation. Die Studenten werden darin geschult, Schwachstellen auszunutzen, DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) zu starten und Malware einzusetzen. Zu den praktischen Übungen gehören das Hacken von Testservern und die Simulation von realen Cyberangriffen.
Noch auffälliger ist, dass das Programm auch Propagandatechniken und “experimentelle Psychologie” einbezieht. Die Studenten lernen, wie man manipulative Inhalte in den sozialen Medien erstellt, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen, was eine breitere Strategie der Informationskriegsführung widerspiegelt.
Das Lehrmaterial enthält auch sehr extreme Kreml-Stimmungen, die den Studenten vermittelt werden. Eine davon besagt, dass der Krieg in der Ukraine eigentlich “unvermeidlich” war und dass in Kiew nur “Nationalisten und Neonazis” das Sagen haben, während die Russen im Donbass mit einem “Völkermord” konfrontiert sind, der vom Westen, insbesondere von europäischen Staaten, unterstützt wird.
Militärische Verbindungen und internationale Bedenken
Das Programm wird von Personen geleitet, die direkte Verbindungen zum russischen Geheimdienst haben. Ein wichtiger Dozent, Oberstleutnant Kirill Stupakov, wird in den Dokumenten sowohl als Akademiker als auch als aktiver GRU-Offizier beschrieben. Auch hochrangige Geheimdienstmitarbeiter sollen an der Beurteilung der Studenten beteiligt gewesen sein.
Die Erkenntnisse kommen inmitten wachsender Warnungen von europäischen Beamten. Länder wie Polen und Deutschland haben über zunehmende Cyber-Bedrohungen berichtet, während Schweden Russland beschuldigt hat, anhaltende digitale Angriffe gegen EU-Institutionen durchzuführen.
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Ungarische Verbindung taucht auf
Die Untersuchung hat auch eine ungarische Verbindung aufgedeckt. Ein Ausbilder, Dmitriy Velikorodnyy, wurde in Budapest geboren und ist der Sohn eines sowjetischen Soldaten, der einst in Ungarn stationiert war. Jetzt ist er ein hochrangiger Ausbilder, der sich auf die Abwehr chemischer, biologischer und nuklearer Bedrohungen spezialisiert hat, was den breiteren militärischen Rahmen des Programms verdeutlicht.
Experten sagen, die Enthüllungen zeigen die “Militarisierung der Bildung” in Russland, wo akademische Einrichtungen eine direkte Rolle bei der Vorbereitung von Spezialisten für die hybride Kriegsführung spielen. Die Absolventen wechseln oft direkt in Geheimdienstfunktionen und nehmen manchmal sogar falsche Identitäten für verdeckte Operationen im Ausland an.
Was kommt als Nächstes? Russland will Ungarns Atomkraftwerk Paks II aufgeben?
Gekennzeichnetes Bild: Anadolu/Syrische Präsidentschaft

