Zugentgleisung mit schwer verletztem Fahrgast, Ungarns Verkehrsminister begibt sich zum Unfallort

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Ein schwerer Bahnunfall hat am Donnerstagnachmittag den Verkehr auf einer der wichtigsten ungarischen Bahnstrecken im Osten des Landes unterbrochen, nachdem ein InterCity-Zug in der Nähe von Gyomaendrőd im Südosten Ungarns entgleist war. Nach Angaben der staatlichen Eisenbahngesellschaft MÁV erlitt ein Fahrgast bei dem Vorfall schwere Verletzungen und ein weiterer wurde leicht verletzt.
Bei dem betroffenen Zug handelte es sich um den InterCity Békés (IC 7404), der um 12:10 Uhr vom Budapester Keleti-Bahnhof in Richtung Lőkösháza nahe der rumänischen Grenze fuhr, wie MÁV berichtete.
Vier entgleiste Waggons beschädigten Hunderte von Metern Gleis
Laut MÁV entgleiste der Zug kurz nach dem Verlassen des Bahnhofs Gyoma unter noch unklaren Umständen. Bei der Lokomotive und der fünfteiligen Zuggarnitur entgleisten vier Waggons und verursachten auf einer Länge von etwa 300 Metern der Bahnstrecke erhebliche Schäden.
Obwohl die Waggons bei der Entgleisung kippten, stürzten sie nicht vollständig um. Rettungskräfte, darunter Feuerwehrleute und Sanitäter, wurden zum Unglücksort entsandt, während Ersatzbusse für den Weitertransport der gestrandeten Fahrgäste organisiert wurden.
Nach Angaben des MÁV-Vorstandsvorsitzenden Zsolt Hegyi befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls etwa 240 Fahrgäste in dem Zug.
Verletzter Fahrgast mit dem Flugzeug ins Krankenhaus gebracht
Hegyi bestätigte später, dass ein Fahrgast schwere Verletzungen erlitten hatte und mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste. Er sagte, der verletzte Fahrgast sei von der Toilette zu seinem Sitzplatz zurückgekehrt, als die Entgleisung stattfand. Ein weiterer Passagier erlitt leichtere Verletzungen.
“Die genaue Ursache des Unfalls kann nur durch eine gründliche Untersuchung ermittelt werden”, schrieb Hegyi in einem Update in den sozialen Medien und fügte hinzu, dass die unmittelbare Priorität darin bestehe, die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten und ihre Weiterreise zu organisieren.
Minister Dávid Vitézy reist zum Unfallort
Der ungarische Minister für Verkehr und Investitionen, Dávid Vitézy, reagierte ebenfalls schnell auf den Vorfall und bestätigte, dass sowohl er als auch der MÁV-Vorstandschef zum Unglücksort reisen würden.
Vitézy wies darauf hin, dass die Bahnstrecke erst vor wenigen Jahren renoviert worden war. Er wies darauf hin, dass die Waggons zwar nicht umgekippt seien, die Entgleisung aber dennoch zu schweren Personenschäden geführt habe.
Schwere Störung auf der Bahnstrecke Békéscsaba
Nach der Entgleisung warnte die MÁV ihre Fahrgäste, dass sie mit deutlich längeren Fahrzeiten auf der Békéscsaba-Strecke rechnen müssen. Zwischen Gyomaendrőd und Csárdaszállás verkehren Ersatzbusse, während der Bahnverkehr ausgesetzt bleibt.
Der Vorfall vom Donnerstag war bereits die zweite Zugentgleisung in Ungarn innerhalb eines Tages. Am frühen Morgen entgleiste ein Personenzug in der Nähe des Nyugati-Bahnhofs, wobei jedoch keine Verletzten zu beklagen waren. Der frühere Unfall führte jedoch zu erheblichen Verspätungen im Zugverkehr.
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