Ungarische Außenministerin Anita Orbán trifft NATO-Chef, Regierung nähert sich dem Bündnis

Die ungarische Außenministerin Anita Orbán hat am Freitag während eines Außenministertreffens im schwedischen Helsingborg Gespräche mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte geführt. Dies ist ein weiteres Zeichen für die Bemühungen der neuen ungarischen Regierung, die Beziehungen zu den westlichen Verbündeten zu stärken.
Laut einer von Orbán auf Facebook veröffentlichten Erklärung konzentrierten sich die Gespräche auf die internationale Sicherheit, die Stärkung der Zusammenarbeit der Verbündeten und die aktuellen geopolitischen Herausforderungen.
Der Minister betonte, dass Ungarn sich weiterhin für Stabilität, Dialog und Zusammenarbeit auf der Grundlage gemeinsamer Werte einsetzt.
“Die Bewahrung von Sicherheit und Frieden ist unsere gemeinsame Verantwortung”, schrieb Orbán nach dem Treffen.
Neue ungarische Regierung strebt engere Beziehungen zu NATO und EU an
Das Treffen findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Premierminister Péter Magyar und seine von Tisza geführte Regierung sich bemühen, Ungarn nach Jahren der Spannungen unter der Regierung von Viktor Orbán wieder in der Nordatlantikvertragsorganisation und der Europäischen Union zu positionieren.
Bei ihrer parlamentarischen Anhörung zu Beginn dieses Jahres erklärte Anita Orbán klar und deutlich, dass “Ungarns Platz in der Europäischen Union und der NATO ist”. In einem separaten Interview mit Válasz Online bezeichnete sie die NATO als Ungarns “Sicherheitsverbündeten Nummer eins” und fügte hinzu, dass dies auch unter der neuen Regierung so bleiben werde.
Gleichzeitig sprach sie sich dafür aus, dass Europa neben der Zusammenarbeit mit der NATO seine unabhängigen Verteidigungskapazitäten weiter stärken sollte.
Ukraine-Krieg und europäische Verteidigung dominierten die Diskussionen
Das Treffen der NATO-Außenminister in Helsingborg konzentrierte sich Berichten zufolge stark auf den Krieg in der Ukraine, die europäische Verteidigungsbereitschaft und die Vorbereitungen für den bevorstehenden Juli-Gipfel der Allianz in Ankara.
Zu den wichtigsten Themen des Gipfels gehören die Erhöhung der Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten, der Ausbau der Kapazitäten der europäischen Verteidigungsindustrie und die Aufrechterhaltung der langfristigen Unterstützung für die Ukraine.
In den letzten Tagen hat Mark Rutte wiederholt argumentiert, dass die europäischen Länder angesichts der wachsenden geopolitischen Unsicherheit eine größere Rolle bei der Aufrechterhaltung der Verteidigungsfähigkeit der NATO übernehmen müssen.
Ungarn bleibt bei der Militärhilfe für die Ukraine zurückhaltend
Trotz des wärmeren Tons gegenüber der NATO und der EU nimmt die neue ungarische Regierung weiterhin eine vorsichtige Haltung in Bezug auf direkte militärische Unterstützung für die Ukraine ein.
Während des Wahlkampfs und seit seinem Amtsantritt hat Péter Magyar wiederholt erklärt, dass Ungarn nicht beabsichtigt, Waffen in die Ukraine zu schicken.
Laut Portfolio hat Anita Orbán während ihrer parlamentarischen Anhörung auch angedeutet, dass Ungarn zwar formell außerhalb des gemeinsamen Darlehensrahmens der Europäischen Union in Höhe von 90 Milliarden Euro bleibt, der mit der Finanzierung von Verteidigungsmaßnahmen und der Ukraine verbunden ist, die Regierung den Mechanismus aber dennoch prüfen wird, um sicherzustellen, dass er keine zusätzlichen finanziellen Belastungen für den ungarischen Haushalt mit sich bringt, der weiterhin mit einem erheblichen Defizit zu kämpfen hat.
Wie geht es weiter? PM Magyar: Nach dem Krieg in der Ukraine wird die gesamte EU zu russischem Gas zurückkehren

