Budapest schafft ab Juli alle Parkuhren ab – aber die Autofahrer zahlen mehr

Budapest steht kurz davor, das Parksystem der Stadt komplett zu überarbeiten: Ab dem 1. Juli sollen alle Parkuhren verschwinden, während gleichzeitig die Parkgebühren in der gesamten Hauptstadt steigen werden.
Die Maßnahme, die von der Budapester Generalversammlung bereits Ende 2024 beschlossen wurde, tritt nun in Kraft. Nach Berichten von RTL Híradó argumentiert die Stadtführung, dass der Unterhalt der Tausenden von Parkscheinautomaten zu teuer geworden sei und in einigen Fällen mehr koste als die Einnahmen, die sie generieren.
Der ehemalige Budapester Politiker und jetzige Verkehrsminister Dávid Vitézy hatte zuvor erklärt, dass der Betrieb der Automaten die Stadt oft mehr koste als der Betrag, den die Autofahrer durch sie bezahlten.

Parkautomaten kosten die Bezirke Millionen
Nach Angaben der Stadtverwaltung gaben einige Bezirke enorme Summen aus, nur um die Automaten in Betrieb zu halten. Ein Budapester Bezirk zahlte Berichten zufolge rund 100 Millionen HUF (280.000 EUR) brutto pro Jahr für den Betrieb und die Wartung der Parkuhren.
Das Budapester Verkehrszentrum (BKK) sagt, dass mehr als 90% der Parkgebühren bereits elektronisch bezahlt werden, hauptsächlich per Bankkarte oder über mobile Anwendungen, so dass das alte System finanziell immer schwerer zu rechtfertigen ist.
Die meisten von RTL befragten Anwohner gaben auch an, dass sie bereits mobile Apps zum Parken nutzen, anstatt physische Ticketautomaten.
Starker Anstieg der Parkgebühren im Zentrum von Budapest
Während die Parkautomaten verschwinden, werden die Preise in mehreren Zonen ab Juli deutlich steigen.
In den teuersten innerstädtischen “A”-Zonen werden die stündlichen Parkgebühren von HUF 600 auf HUF 800 steigen. In den “B”-Zonen werden die Gebühren von HUF 450 auf HUF 600 pro Stunde steigen.
In der Zwischenzeit:
- “Die C-Zonen kosten 400 HUF pro Stunde.
- “Die D-Zonen kosten HUF 300 pro Stunde
Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Änderungen die Betriebskosten des Budapester Parksystems um mehrere Milliarden Forint senken werden.

Barzahlung weiterhin möglich, aber nicht sofort
Die Abschaffung der Parkuhren bedeutet auch, dass Autofahrer nicht mehr in der Lage sein werden, Parktickets auf der Straße mit Bargeld oder Karte zu kaufen.
Das Bezahlen von Parkscheinen per SMS wird jedoch weiterhin möglich sein.
Für Autofahrer, die nach wie vor Bargeld bevorzugen, hat die BKK Berichten zufolge eine Lösung für die verzögerte Bezahlung über die Parkraumbewirtschaftungsbüros der Bezirke vorgeschlagen.
Der Vorschlag sieht vor, dass Autofahrer einen Tag Zeit haben, ihre Parkgebühren nachträglich in bar zu begleichen.
Verwirrung bleibt, da Zugló zögert
Nicht jeder Bezirk scheint davon überzeugt zu sein, dass der Übergang reibungslos vonstatten gehen wird.
Laut Népszava hat Zugló, der 14. Bezirk von Budapest, vor kurzem eine bedingte öffentliche Ausschreibung für den Betrieb und die Wartung von 270 Parkscheinautomaten veröffentlicht.
Beamte des Bezirks stellten später klar, dass sie nicht vorhaben, neue Automaten anzuschaffen. Sie bezeichneten die Ausschreibung lediglich als Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass die neuen Regeln verzögert oder aufgehoben werden.
Der Bezirk begründete dies mit der Unsicherheit im Zusammenhang mit der rechtlichen Überprüfung der Parkvorschriften der Hauptstadt sowie mit Verzögerungen bei der Integration von Parkgebühren in die App BudapestGO.
Nach Angaben der BKK waren bereits im Sommer 2025 vorläufige Pläne für die Integration von Parkgebühren in BudapestGO ausgearbeitet worden, aber die Umsetzung wurde verschoben, nachdem die Stadt unerwartet hohe Kostenschätzungen erhalten hatte. Ein neues öffentliches Vergabeverfahren für die Entwicklung hat Berichten zufolge erst vor kurzem begonnen, weniger als zwei Monate vor der Frist im Juli.
Obwohl die Automaten vorerst noch auf den Straßen stehen dürfen, sollen sie ab dem 1. Juli keine Parktickets mehr ausstellen und stattdessen nur noch Informationen über alternative Zahlungsmöglichkeiten liefern.

Mehrere Bezirke sorgen sich noch immer um ihre Einnahmen
Berichten zufolge sind mehrere Bezirksgemeinden nach wie vor beunruhigt über den Verlust der bestehenden Parkinfrastruktur, zum Teil weil das Parken erhebliche lokale Einnahmen generiert.
Einige Bezirke haben Berichten zufolge Bedenken geäußert, die laufenden Betriebsverträge zu kündigen, während andere – darunter der 5., 6. und 8. Bezirk – bereits neue Parkkontrollsysteme vorbereiten, die an das kommende rein digitale Modell angepasst sind.
Daily News Hungary berichtete ebenfalls über die Nachricht von der Umstellung, als sie Anfang des Jahres erstmals bekannt wurde: Budapest schafft Parkuhren ab und erhöht die Gebühren ab Juli

