Eilmeldung: Ungarn verbietet mit sofortiger Wirkung die Anwerbung neuer Gastarbeiter aus drei Ländern

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Ungarn hat mit sofortiger Wirkung eine Beschränkung für ausländische Arbeitnehmer eingeführt, die die Einstellung neuer Gastarbeiter aus den Philippinen, Georgien und Armenien im Schnellverfahren verbietet.
Die Ankündigung erfolgte während einer Pressekonferenz der Regierung am Donnerstag, bei der Beamte eine Reihe wirtschaftlicher und gesetzlicher Maßnahmen erläuterten. Für Tausende von ausländischen Arbeitnehmern, die bereits in Ungarn leben und arbeiten, dürfte die Entscheidung über die Gastarbeiter jedoch die wichtigste Entwicklung sein.
Was ändert sich für Gastarbeiter?
Die Regierung hatte zuvor versprochen, dass Gastarbeiter aus Drittländern ab dem 1. Juni nicht mehr im Rahmen der bestehenden Regelungen nach Ungarn einreisen dürfen. Beamte räumten jedoch ein, dass der rechtliche Rahmen nach wie vor kompliziert ist, da ausländische Staatsangehörige bisher unter 24 verschiedenen rechtlichen Kategorien einreisen konnten.
In einem ersten Schritt werden Arbeitsvermittlungsunternehmen nicht mehr in der Lage sein, Arbeitnehmer aus den Philippinen, Georgien und Armenien im Rahmen des beschleunigten Beschäftigungsverfahrens nach Ungarn zu bringen.
Regierungsvertreter sagten, dass eine Überarbeitung des Gastarbeitersystems noch in Vorbereitung ist und dass die Entwicklung einer langfristigen Lösung Zeit braucht.
Was passiert mit Arbeitnehmern, die bereits in Ungarn sind?
Die Regierung betonte, dass die neue Maßnahme keine Auswirkungen auf ausländische Staatsangehörige hat, die bereits legal in Ungarn beschäftigt sind.
Arbeitnehmer, die bereits aus den betroffenen Ländern eingereist sind, können weiterhin eine Verlängerung ihrer Arbeitserlaubnis beantragen. Die Behörden werden auch die bereits eingereichten Anträge weiter bearbeiten.
Das bedeutet, dass die Beschränkung in erster Linie künftige Neueinstellungen betrifft und nicht diejenigen, die bereits im Land leben und arbeiten.

Regierung will strengere Kontrolle über ausländische Arbeitskräfte
Beamte räumten ein, dass das derzeitige System nur schwer zu überwachen ist, was zum Teil an der großen Anzahl von legalen Wegen liegt, über die ausländische Arbeitskräfte in den letzten Jahren nach Ungarn gekommen sind.
Nach Angaben der Regierung besteht eines der Ziele der anstehenden Reform darin, ein klareres Bild davon zu erhalten, wie viele Gastarbeiter sich derzeit im Land aufhalten und unter welchen rechtlichen Kategorien sie zugelassen wurden.
Die jüngste Maßnahme signalisiert einen härteren Umgang mit der Arbeitsmigration, während die Regierung an einer umfassenderen Umstrukturierung der ungarischen Regeln für die Beschäftigung von Ausländern arbeitet.
Ungarn sichert sich großes EU-Finanzpaket
Die Ankündigung von Gastarbeitern kam zeitgleich mit der Nachricht, dass Ungarn Zugang zu umfangreichen Finanzmitteln der Europäischen Union erhalten wird, berichtet Telex.
Der Minister für Verkehr und Investitionen, Dávid Vitézy, kündigte an, dass Ungarn 10 Milliarden Euro aus der EU-Fazilität für Konjunkturbelebung und Krisenbewältigung erhalten wird. Diese Mittel waren zuvor aufgrund von Bedenken in Bezug auf die Korruptionsbekämpfung und Transparenzmaßnahmen eingefroren worden.
Die Regierung plant, dem Parlament nächste Woche ein neues Gesetzespaket zur Korruptionsbekämpfung und Transparenz vorzulegen, um die verbleibenden Bedingungen für die Mittel zu erfüllen.
Vitézy zufolge werden mit den Geldern wichtige Investitionen unterstützt, darunter die Modernisierung des ungarischen Stromnetzes, Förderprogramme für kleine und mittlere Unternehmen, Projekte für Studentenwohnungen und erschwinglichen Wohnraum sowie die Modernisierung der Eisenbahn und des HÉV-Vorortzuges.
Weitere 4,2 Milliarden Euro aus dem EU-Kohäsionsfonds werden voraussichtlich für Projekte in den Bereichen öffentlicher Verkehr, Umweltschutz und Hochwasserschutz zur Verfügung stehen.

Neue Regeln für die Batterieindustrie geplant
Die Regierung hat außerdem angekündigt, dass sie die Vorschriften für die ungarische Batterieindustrie verschärfen will.
Beamte sagten, dass in diesem Monat ein landesweites Inspektionsprogramm gestartet wird, gefolgt von einem neuen regulatorischen Rahmen, der darauf abzielt, die Umweltverantwortung zu stärken. Es wird erwartet, dass sich die Reformen auf die Batterieherstellung, die chemische Industrie und die Bewirtschaftung gefährlicher und illegaler Abfälle auswirken werden.
Die Regierung erklärte, sie wolle den Grundsatz stärken, dass die Verursacher von Umweltschäden die Kosten dafür tragen müssen.
Vereinfachtes Steuersystem könnte 2027 zurückkehren
Finanzminister András Kármán gab außerdem bekannt, dass die weit verbreitete KATA-Steuerregelung für Kleinunternehmen ab 2027 in erweiterter Form zurückkehren könnte.
Die Regierung schätzt, dass zwischen 300.000 und 500.000 Kleinstunternehmen, Einzelunternehmer und Selbstständige von einem vereinfachten Steuersystem profitieren könnten, das den Verwaltungsaufwand verringern soll.
Kármán bezeichnete die Überarbeitung der KATA durch die Vorgängerregierung als einen der größten politischen Fehler der letzten Jahre, da sie es versäumt habe, zwischen legitimen Kleinunternehmern und solchen, die Schlupflöcher im System ausnutzen, zu unterscheiden.
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