Fidesz: Der Bruder von Ministerpräsident Péter Magyar hat den Kronzeugen im Pädophilieskandal um die Szőlő-Straße bestochen

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Der Fidesz-Abgeordnete János Pócs warf am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Budapest Márton Magyar, dem Bruder des Ministerpräsidenten, vor, den „Kronzeugen“ im Fall „Szőlő-Straße“ bestochen zu haben.

Erfundene Lügen für Geld

Dem Politiker zufolge hat Márton Magyar – Bruder von Péter Magyar und mit der Tisza-Partei sowie der Organisation „Kontroll“ verbunden – nicht nur Lügen erfunden, sondern auch dafür bezahlt.

Herr Pócs behauptete, dass im Fall der Szőlő-Straße der Zeuge Sándor Bangó einen bekannten Politiker fälschlicherweise der, wie er es nannte, verabscheuungswürdigsten Form „politischer Anschuldigungen“ – nämlich der Pädophilie – bezichtigt habe und dass Márton Magyar ihm dafür vier Millionen Forint gezahlt habe. Er fügte hinzu, dass die liberal-linke Presse über diese Angelegenheit überhaupt nicht berichtet habe.

Fidesz MP János Pócs
Foto: Facebook/János Pócs

Er erklärte, es sei vernünftig zu erwarten, dass Ministerpräsident Péter Magyar und Márton Magyar, der Gründer von „Kontroll“, sich für die Irreführung der Öffentlichkeit entschuldigen sollten.

Es tauchte eine Audioaufnahme auf

„Kontroll“, so fuhr er fort, sei gegründet worden, um die Interessen der Tisza-Partei zu vertreten und den Sieg von Péter Magyar zu sichern; seit der Wahl seien jedoch nach und nach Fakten ans Licht gekommen, die seiner Ansicht nach belegten, dass Fidesz während des Wahlkampfs zu Unrecht beschuldigt worden sei.

Herr Pócs behauptete ferner, die liberal-linken Medien hätten ihre Strategie auf die „falsche Aussage“ eines minderjährigen Strafgefangenen gestützt. Er fügte hinzu, das mutmaßliche Opfer, das als „Sanyika“ bezeichnet werde, habe in einer Audioaufnahme selbst zugegeben, als männlicher Escort tätig zu sein.

Péter Magyar and Márton Magyar
Premierminister Péter Magyar und Márton Magyar nach dem Sieg im April. Foto: Facebook/Márton Magyar

Der ehemalige Leiter der Erziehungsanstalt in der Szőlő-Straße, Péter Pál Juhász, wurde wegen des Verdachts auf sexuelle Nötigung und sexuellen Übergriff in Gewahrsam genommen und befindet sich weiterhin in Haft. Im Laufe der Ermittlungen tauchte ein Mann auf, der als „Onkel Zsolti“ bezeichnet wird, dessen Identität jedoch nicht veröffentlicht wurde.

Herr Pócs veröffentlichte am Dienstag auf seinem YouTube-Kanal ein Video zu diesem Fall.

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Ist das nicht seine Stimme?

Als Reaktion auf die Vorwürfe erklärte Márton Magyar, er werde Strafanzeige wegen Verleumdung und der Veröffentlichung von falschem Audio- oder Bildmaterial erstatten, das geeignet sei, seinen Ruf zu schädigen.

„Sándor Bangó hat weder von mir noch von jemand anderem eine Vergütung für das ‚Kontroll‘-Interview erhalten, und ich wusste damals nicht und weiß auch heute nicht, dass er in dem Interview bezüglich des Nachnamens von ‚Onkel Zsolti‘ gelogen hat“, sagte er.

Auch Sándor Bangó meldete den Vorfall der Polizei und erklärte, dass die Stimme auf der von Herrn Pócs veröffentlichten Aufnahme nicht seine sei. Er fügte hinzu, dass er sich am 9. Juli einem Lügendetektortest unterziehen werde, bei dem er klären werde, wer „Onkel Zsolti“ sei. Zuvor hatte er erklärt, bei der Person handele es sich um eine politische Persönlichkeit, deren Gesicht er erkannt habe, nachdem er nach einem sexuellen Kontakt in der Jugendstrafanstalt in der Szőlő-Straße das Licht eingeschaltet hatte.

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