Eilmeldung: Von Péter Magyar veröffentlichte geheime Dokumente belegen, dass die Orbán-Regierung ein Migrantenlager in Ungarn errichtet hat

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Premierminister Péter Magyar hielt am Tag des Fidesz-Parteitags eine außerordentliche Pressekonferenz ab und behauptete, es seien Beweise aufgetaucht, die das offenlegen, was er als einen der größten politischen Widersprüche der Regierung Orbán bezeichnete.
Laut Magyar belegen Regierungsdokumente, dass das Kabinett im Jahr 2024 die Einrichtung eines Aufnahmezentrums für Migranten im Dorf Vitnyéd im Nordwesten Ungarns vorbereitete, während es öffentlich jegliche derartigen Pläne dementierte.
Die Beratungen begannen nach dem Urteil des EU-Gerichtshofs
Premierminister Péter Magyar erklärte, die Geschichte habe mit einem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union im Juni 2024 begonnen. Der Gerichtshof verhängte gegen Ungarn eine Geldstrafe in Höhe von 200 Millionen Euro und verurteilte das Land zur Zahlung einer zusätzlichen Geldstrafe von 1 Million Euro pro Tag, bis es früheren Urteilen zu Asyl- und Migrationsverfahren nachkomme.
Péter Magyar argumentierte, dass die Regierung zwar öffentlich die Umsetzung des Urteils abgelehnt habe, jedoch bereits im Sommer 2024 interne Diskussionen über die Einrichtung einer Aufnahmeeinrichtung für Migranten begonnen hätten. Auf der Pressekonferenz vorgelegte Dokumente sollen belegen, dass sich mehrere Kabinettssitzungen mit den Themen Transitzonen und der Unterbringung von Asylbewerbern befasst hätten.
Vitnyéd kristallisierte sich als der ausgewählte Standort heraus
Den von Magyar veröffentlichten Dokumenten zufolge wurde Vitnyéd-Csermajor erstmals am 21. August 2024 als potenzieller Standort identifiziert. Aus den Unterlagen geht hervor, dass der damalige Innenminister Sándor Pintér ermächtigt wurde, das Grundstück für die Aufnahme von Flüchtlingen vorzubereiten, schreibt Telex.
Berichten zufolge sahen die Pläne vor, das Gelände einer ehemaligen Landwirtschaftsschule und eines Wohnheims in eine Einrichtung umzuwandeln, die Platz für bis zu 500 Personen bieten sollte. In den Vorbereitungsunterlagen wurde die Aufstellung von Containern, mobilen Sanitäranlagen, medizinischen Einrichtungen sowie polizeilichen Sicherheitsmaßnahmen erwähnt. Die geschätzten Kosten des Projekts beliefen sich angeblich auf mehrere Milliarden Forint.
Die Anwohner protestierten, und die Regierung dementierte
Die Nachricht von dem geplanten Bauvorhaben verbreitete sich im Herbst 2024, als Anwohner von Bauarbeiten unter polizeilicher Aufsicht berichteten. Hunderte von Menschen protestierten gegen die mangelnde Transparenz, während auch österreichische Politiker ihre Besorgnis über die mögliche Errichtung eines Aufnahmezentrums in Grenznähe zum Ausdruck brachten.
Die Regierung bestritt jedoch konsequent, dass in der Gegend ein Migrantenlager errichtet werde. Damals erklärte Gergely Gulyás, der Standort solle als Sommercamp für Schüler dienen, während das Innenministerium Medienberichte über eine Migranteneinrichtung als „unverschämt falsche Spekulationen“ abtat.
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Parlamentarische Untersuchung könnte folgen
Péter Magyar behauptet, dass die nun veröffentlichten Dokumente in direktem Widerspruch zu den früheren Aussagen der Regierung stehen. Er schloss die Möglichkeit nicht aus, dass ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eingerichtet wird, um die Angelegenheit zu prüfen, und deutete an, dass in den kommenden Tagen weitere Informationen zu den Plänen der Regierung zur Umsetzung des EU-Migrationspakts veröffentlicht werden könnten.
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