Eilmeldung – Pressekonferenz der ungarischen Regierung: Das Zentrum für Terrorismusbekämpfung wird aufgelöst, Péter Magyar in Brüssel, Optimismus hinsichtlich EU-Mitteln

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Die ungarische Regierung gab während der Pressekonferenz am Donnerstag eine Reihe bedeutender politischer Entscheidungen bekannt, die von der Freigabe von EU-Mitteln und Stadtentwicklungsprojekten in Budapest bis hin zu umfassenden Reformen in den Bereichen Strafverfolgung, Militär und Schutz des öffentlichen Eigentums reichten.
Verkehrs- und Investitionsminister Dávid Vitézy sowie die Regierungssprecherinnen Éva Magyar und Vanda Szondi erläuterten die jüngsten Entwicklungen, während Ministerpräsident Péter Magyar zu seinem ersten Gipfeltreffen des Europäischen Rates als Regierungschef Ungarns nach Brüssel reiste.
Regierung optimistisch hinsichtlich der Freigabe von EU-Mitteln
Vitézy erklärte, die Verhandlungen mit Brüssel über den Zugang Ungarns zu den eingefrorenen EU-Mitteln verliefen planmäßig. Er wies darauf hin, dass derzeit technische Gespräche über den „Recovery and Resilience Plan“ des Landes geführt würden, darunter auch die Festlegung der Meilensteine und Projektdetails.
Nach Angaben des Ministers wird erwartet, dass die Europäische Kommission nicht nur Mittel aus der Pandemie-Erholungsfazilität genehmigt, sondern auch rund 6,4 Milliarden Euro an Kohäsionsmitteln freigibt. Allerdings sind noch weitere Reformen und gesetzgeberische Maßnahmen erforderlich, bevor alle Mittel zur Verfügung stehen.
Die Regierung hat bereits neue Projekte im Zusammenhang mit den erwarteten Mitteln auf den Weg gebracht, darunter eine Ausschreibung für den Ausbau des Stromnetzes, während die Vorbereitungen für umfassendere Investitionsprogramme weiterlaufen, berichtet Telex.
Weitere Änderungen an EU-bezogenen Rechtsvorschriften
Die ungarische Regierung plant zudem, ein umfassendes Gesetzespaket zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit zu bekräftigen, das dem Parlament in der vergangenen Woche vorgelegt wurde.
Vitézy gab bekannt, dass ein umfangreiches Änderungspaket ausgearbeitet wurde, um Empfehlungen von Berufsverbänden sowie zusätzliche Anforderungen der Europäischen Kommission zu berücksichtigen.
Zu den geplanten Änderungen zählen strengere Vorschriften zur Vermögenserklärung sowie erweiterte Befugnisse für die ungarische Integritätsbehörde. Nach dem neuen System würden automatisch Geldbußen verhängt, wenn Amtsträger Ungenauigkeiten in ihren Vermögenserklärungen nicht nach Erhalt einer formellen Verwarnung korrigieren.
Die Änderungen würden zudem ermöglichen, bestimmte zuvor abgeschlossene Strafverfahren durch ergänzende Privatklageverfahren wieder aufzunehmen.
Darüber hinaus bereitet die ungarische Regierung die rechtlichen Voraussetzungen für die Beschaffung neuer HÉV-Nahverkehrszüge und InterCity-Rollmaterials vor. Zur Verwaltung der aus den neu verfügbaren EU-Mitteln finanzierten Investitionen wird eine neue Vermögensentwicklungsgesellschaft gegründet.
Auch Reformen der Ungarischen Entwicklungsbank sind im Gange, darunter Veränderungen in der Führungsspitze, die nach Angaben der Regierung den Erwartungen der Europäischen Kommission entsprechen.
Neue Behörde zur Rückgewinnung öffentlicher Vermögenswerte in Vorbereitung
Ministerpräsident Magyar kündigte an, dass der Gesetzentwurf zur Einrichtung einer nationalen Behörde für die Rückgewinnung und den Schutz von Vermögenswerten nächste Woche dem Parlament vorgelegt werde.
Nach Angaben der ungarischen Regierung wird die neue Behörde mutmaßliche Missbräuche im Zusammenhang mit öffentlichem Vermögen aus den letzten zwei Jahrzehnten untersuchen, Korruptionspraktiken und Vermögensübertragungen prüfen sowie rechtliche Maßnahmen zur Rückführung unrechtmäßig erworbenen öffentlichen Vermögens unterstützen.
Justizministerin Márta Görög hatte zuvor erklärt, dass der rechtliche Rahmen für die Behörde gemeinsam vom Amt des Ministerpräsidenten und vom Innenministerium ausgearbeitet werde. Die Einrichtung wird dem Parlament unterstellt sein, und ihr Präsident wird mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament gewählt.
Umfassende Veränderungen für den Budapester Stadtpark geplant
Eine der auffälligsten Ankündigungen betraf die Zukunft des Budapester Stadtparks (Városliget).
Die ungarische Regierung hat beschlossen, frühere Entscheidungen im Zusammenhang mit dem seit Langem laufenden Entwicklungsprojekt „Liget Budapest“ zu überprüfen. Vitézy kritisierte den Zustand, in dem einige unvollendete Bereiche nach der Aussetzung mehrerer großer Investitionsvorhaben in den letzten Jahren zurückgelassen wurden.
Er verwies auf die ehemaligen Standorte der Petőfi-Halle und des Verkehrsmuseums und bezeichnete die eingezäunten und teilweise abgerissenen Flächen als der Hauptstadt unwürdig.
Die Regierung plant nun, die ehemaligen Baustellen in öffentliche Grünflächen umzuwandeln, wobei Vitézy das Projekt persönlich beaufsichtigen wird.
Eine besonders bemerkenswerte Entscheidung ist die geplante Unterbindung des Durchgangsverkehrs für Autos durch den Stadtpark. Die ungarische Regierung wird zudem mit der Begrünung der Umgebung des Heldenplatzes beginnen und den Zustand der öffentlichen Räume entlang der wichtigen Touristenachse, die sich vom Stadtpark bis zur Budaer Burg erstreckt, überprüfen.
Landwirte sollen zusätzliche Unterstützung erhalten
Die Regierung ging zudem auf die Auswirkungen der Frühjahrsfröste und der jüngsten Dürreperioden ein, von denen die ungarische Landwirtschaft betroffen ist.
Behördenvertreter kündigten eine Ausweitung des Entschädigungsprogramms für landwirtschaftliche Schäden an, wobei 9,6 Milliarden HUF umgeschichtet werden, um den Landwirten bei der Bewältigung der durch widrige Wetterbedingungen verursachten Verluste zu helfen.
Vertreter der Regierung betonten, dass schnelle Hilfe und ein gestärktes Entschädigungssystem notwendig seien, um den Agrarsektor zu unterstützen.
Entlassenen Soldaten wird die Rückkehr in den Dienst angeboten
Ein weiterer Beschluss ermöglicht es Militärangehörigen, die im Rahmen des Programms zur Verjüngung der Streitkräfte im Jahr 2023 aus den ungarischen Streitkräften ausgeschieden sind, in den aktiven Dienst zurückzukehren.
Die zurückkehrenden Soldaten erhalten ihren früheren Dienstgrad zurück, und ihre Bezüge dürfen nicht niedriger sein als die, die sie vor ihrem Ausscheiden aus dem Militär bezogen haben.
Nach Angaben der Regierung zielt die Maßnahme darauf ab, die Verteidigungsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig den Bedenken Rechnung zu tragen, die im Zuge der früheren Personalumstrukturierung geäußert wurden.
Polizei und Sicherheitsdienste sollen neu organisiert werden
Auch eine umfassende Umstrukturierung des ungarischen Strafverfolgungssystems steht bevor.
Nach einer Überprüfung, bei der sich Überschneidungen bei den Zuständigkeiten der Sicherheitsbehörden ergaben, plant die Regierung eine Umstrukturierung mehrerer Behörden.
Das Zentrum zur Terrorismusbekämpfung (TEK) wird als eigenständige Strafverfolgungsbehörde aufgelöst. Es wird jedoch eine neue Organisation unter dem Namen TEK eingerichtet, die dem Nationalen Polizeipräsidium unterstellt sein wird.
Im Rahmen der neuen Struktur verbleiben operative Aufgaben der Terrorismusbekämpfung sowie Personenschutzaufgaben beim TEK, während strafrechtliche Ermittlungen und terrorismusbezogene nachrichtendienstliche Tätigkeiten vom Nationalen Ermittlungsamt (NBI) wahrgenommen werden, das zu einer eigenständigen territorialen Behörde wird.
Die Schnellreaktionspolizei wird die Verantwortung für den Objektschutz, Bombenentschärfungseinsätze, Veranstaltungssicherheit und großangelegte Polizeieinsätze übernehmen.
Gleichzeitig wird auch die Parlamentswache in ihrer derzeitigen Form ihre Tätigkeit einstellen. Nach einer Phase der öffentlichen Konsultation rechnet die Regierung damit, dass die Reformen Anfang September in Kraft treten werden.
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Ministerpräsident nimmt am ersten EU-Gipfel teil
Während die Pressekonferenz in Budapest stattfand, reiste Ministerpräsident Magyar nach Brüssel, um als Regierungschef an seinem ersten Gipfeltreffen des Europäischen Rates teilzunehmen.
Auf seinem Programm stehen Treffen mit der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš und dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico.
Es wird erwartet, dass die Gespräche die Migrationspolitik, die Zusammenarbeit im Rahmen der Visegrád-Gruppe, die Kohäsionsfonds sowie den laufenden Rechtsstaatlichkeitsdialog der ungarischen Regierung mit den EU-Institutionen zum Thema haben werden.
Der Besuch in Brüssel findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Ungarn seine Bemühungen fortsetzt, sich den Zugang zu EU-Mitteln in Höhe von mehreren Milliarden Euro zu sichern – ein Prozess, der nach wie vor zu den höchsten Prioritäten der Regierung zählt.
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