Das erste Opfer des starken Forints? Massenentlassungen beim ungarischen Pharmariesen

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Richter Gedeon hat eine Welle von Massenentlassungen angekündigt, von der innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen mehr als 30 Mitarbeiter betroffen sein werden, wie der ungarische Pharmariese bestätigte. Das Unternehmen fügte hinzu, dass es die Stadtverwaltung von Budapest bereits über seine Absichten informiert habe. Von den Stellenstreichungen ist vor allem die Arzneimittelherstellung betroffen, insbesondere die Produktion von Wirkstoffen. Als Hauptgrund für die Massenentlassungen scheint der stärkere Forint zu sein, nicht die KI oder die Automatisierung.
Ungarischer Pharmariese baut Personal ab
Das Unternehmen betonte, dass die Entscheidung nicht durch eine einmalige geschäftliche Schwierigkeit ausgelöst wurde, sondern durch die Notwendigkeit, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit in der Produktion zu sichern. Richter warnte, dass die Aufrechterhaltung der Wirtschaftlichkeit der Wirkstoffproduktion für europäische Arzneimittelhersteller zu einer zunehmenden Herausforderung geworden sei, was die Einleitung mehrerer Projekte zur Effizienzsteigerung in Ungarn zur Folge habe. Diese Initiativen zielen auf die Senkung der Produktionskosten ab, wobei die nun angekündigten Stellenstreichungen teilweise die erfolgreiche Umsetzung dieser Maßnahmen widerspiegeln.

Der Konzern erklärte, er werde während des Abbauprozesses alle arbeitsrechtlichen Vorschriften uneingeschränkt einhalten und sich bemühen, die betroffenen Mitarbeiter fair zu behandeln sowie ihnen, soweit möglich, Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung anzubieten.
Obwohl Richter im vergangenen Jahr einen Umsatz von fast 929 Mrd. HUF verzeichnete – was einem Anstieg von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht –, sank der Nettogewinn des Unternehmens um 3 Prozent auf 232,2 Mrd. HUF (etwa 654 Millionen Euro). Das Unternehmen beschäftigte Ende 2025 11.955 Mitarbeiter, davon 6.097 in Ungarn, was einem jährlichen Zuwachs von 177 Mitarbeitern entspricht.
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Erstes Quartal aufgrund des starken Forint weniger günstig
Das erste Quartal dieses Jahres zeichnete jedoch ein weniger erfreuliches Bild. Ein stark an Wert gewonnener Forint belastete das exportorientierte Unternehmen erheblich, so Richter. Der Quartalsumsatz belief sich auf 217,3 Mrd. HUF, was einem Rückgang von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht, während Währungseffekte den in Forint ausgewiesenen Umsatz um mehr als sieben Prozentpunkte schmälerten. Bei konstanten Wechselkursen wäre der Umsatz laut Angaben des Unternehmens tatsächlich um fast 6 Prozent gestiegen, wie „Világgazdaság“ berichtete.

Foto: Wikimedia Commons, Fortepan (Archiv) / Károly Ofner
Die Bekanntgabe verunsicherte zudem die Anleger. Die Richter-Aktie gab am Montag im Handel nach, rutschte bis zum Vormittag um mehr als 1 Prozent ins Minus ab und blieb hinter dem breiter gefassten BUX-Index zurück.
Der ungarische Forint begann sich zu festigen, nachdem klar wurde, dass Ministerpräsident Viktor Orbán nicht im Amt bleiben könnte. Nach der Wahl am 12. April setzte sich die Aufwertung fort, was für ungarische Arbeitnehmer eine gute Nachricht war, für exportorientierte Unternehmen wie Richter jedoch eine schlechte. Der Forint notiert derzeit bei 354,21 gegenüber dem Euro, verglichen mit fast 400 im März. Gegenüber dem US-Dollar liegt er bei 310,83, verglichen mit fast 340 im März.
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Das Titelbild wurde von einer KI erstellt. Originalquelle:Facebook/Richter Gedeon Nyrt.

