Ungarns weltberühmte medizinische Universität erobert Deutschland mit einem neuen Campus

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Die ungarische Semmelweis-Universität hat eine bedeutende internationale Expansion angekündigt und eine zehnjährige strategische Partnerschaft unterzeichnet, in deren Rahmen ihr zweiter Campus in Deutschland entstehen wird. Die Vereinbarung eröffnet Medizinstudierenden neue Möglichkeiten und stärkt zugleich die ungarisch-deutsche Forschungszusammenarbeit.

Ein zweiter deutscher Campus für die Semmelweis-Universität

Der neue Campus wird am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern angesiedelt sein. Im Rahmen der Vereinbarung werden dort jährlich bis zu 80 Studierende den klinischen Teil ihrer medizinischen Ausbildung absolvieren. Die Partnerschaft wurde von Béla Merkely, Rektor der Semmelweis-Universität, und Thorsten Hemmer, dem Geschäftsführer des Krankenhauses, unterzeichnet.

Die in diesem Studiengang eingeschriebenen Studierenden verbringen die ersten drei Jahre des sechsjährigen Medizinstudiums in Budapest, wo sie eine theoretische und vorklinische Ausbildung erhalten. Die letzten drei Jahre finden in Deutschland statt, wo sie direkt am Patienten eine praktische klinische Ausbildung absolvieren.

Gleicher Abschluss, internationale Erfahrung

Der Standort Kaiserslautern wird als offizieller externer Ausbildungsstandort der Semmelweis-Universität fungieren. Daher werden die Studierenden genau denselben Lehrplan absolvieren wie ihre Kommilitonen in Budapest.

Die Absolventen erhalten denselben medizinischen Abschluss der Semmelweis-Universität, der auch an Studierende verliehen wird, die ihr Studium entweder in Ungarn oder am ersten deutschen Campus der Universität, dem 2008 gegründeten Asklepios-Campus Hamburg, abschließen. Die klinischen Lehrkräfte in Deutschland werden mit Zustimmung des Senats der Universität ernannt, wodurch sichergestellt wird, dass die akademischen Standards an allen Standorten identisch bleiben.

Mehr als vier Jahrzehnte deutschsprachige medizinische Ausbildung

Die Semmelweis-Universität startete ihr deutschsprachiges Medizinstudium im Jahr 1983 und wurde damit zu einem der Pioniere der internationalen medizinischen Ausbildung in Mitteleuropa. Heute stammt rund ein Drittel der etwa 16.000 Studierenden aus dem Ausland, was die wachsende internationale Anziehungskraft der Einrichtung unterstreicht.

Nach Angaben der Universität geht es bei der neuen Partnerschaft um mehr als nur um Bildung. Sie zielt auch darauf ab, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Ungarn und Deutschland durch gemeinsame Forschungsprojekte zu vertiefen, insbesondere in Bereichen wie künstliche Intelligenz, Informatik und der Anwendung ingenieurwissenschaftlicher Technologien im Gesundheitswesen.

Vertreter der Universität erklären, dass die Zusammenarbeit sowohl für Studierende als auch für Forscher neue Möglichkeiten schaffen und gleichzeitig das europäische akademische Netzwerk der Semmelweis-Universität weiter ausbauen wird.

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