EILMELDUNG: Der ungarische Fernsehsender M1 geht mit einer Bildschirmanzeige an die Zuschauer vom Netz

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Ungarns öffentlich-rechtlicher Nachrichtensender M1 stellte am Dienstagnachmittag unerwartet den Sendebetrieb ein, nachdem die neu ernannte Interimsführung des Fonds für Mediendienstleistungen, Unterstützung und Vermögensverwaltung (MTVA) umfassende Veränderungen beim staatlichen Rundfunk angekündigt hatte.
Anstelle des regulären Programms sahen die Zuschauer eine Meldung auf dem Bildschirm, in der es hieß:
„Öffentliche Medien dürfen nicht lügen. Wir entschuldigen uns dafür, dass wir dies jahrelang getan haben. Die staatlichen Medien werden derzeit grundlegend reformiert, damit sie in Zukunft unabhängig und glaubwürdig sein können. Der Nachrichtendienst wird vorübergehend eingestellt. Bleiben Sie dran!“
Die Unterbrechung erfolgte nur wenige Stunden nach einer dramatischen Umbesetzung der Führungsspitze in der MTVA-Zentrale.
Führungskräfte wurden Berichten zufolge suspendiert
Laut Telex traf András Horváth, der neu ernannte Interims-Geschäftsführer von MTVA, am Dienstagmorgen mit dem von ihm ausgewählten Interims-Führungsteam in der Zentrale des Senders ein. Mehrere Mitarbeiter wurden Berichten zufolge in die Personalabteilung vorgeladen und mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert.
Zu den Betroffenen gehörten dem Bericht zufolge:
- der langjährige Reporter des öffentlich-rechtlichen Fernsehens Attila Császár, der Berichten zufolge von zwei Sicherheitskräften aus dem Gebäude begleitet wurde;
- Beatrix Siklósi, Direktorin von Kossuth Radio;
- die Technische Leiterin Anett Olbort;
- sowie der leitende Produktionsleiter Béla Könczey.
Der Sender kündigt die Aussetzung der „Propaganda“ an
Telex erhielt zudem Filmmaterial aus der M1-Nachrichtensendung, in der Moderator Csaba Radnai eine Erklärung verlas, in der die neue Führung vorgestellt wurde. Der Ankündigung zufolge wurde die Interimsleitung mit folgenden Aufgaben betraut:
- eine umfassende Überprüfung der Abläufe in den öffentlich-rechtlichen Medien durchzuführen;
- die organisatorische Umstellung zu steuern;
- die Propaganda auszusetzen;
- sowie die Reform des Nachrichtendienstes, damit die öffentlich-rechtlichen Medien Ungarns nach den Ereignissen der letzten Jahre zu „einer glaubwürdigen, objektiven und unabhängigen Institution“ werden.
Die dauerhafte Leitung soll zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt werden
In einer Erklärung teilte die MTVA mit, dass die Interimsführung die Übergangsphase leiten werde. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, wird die ständige Führung der Organisation im Rahmen eines offenen Auswahlverfahrens nach fachlicher und öffentlicher Konsultation ausgewählt.
Diese Entwicklungen finden im Rahmen der Umstrukturierung mehrerer staatlicher Institutionen durch die neue ungarische Regierung nach den diesjährigen Parlamentswahlen statt.
Die Berichterstattung zu diesem Thema wird fortlaufend aktualisiert. Wir werden diesen Artikel aktualisieren, sobald weitere Informationen vorliegen.

