In Brunnen in der Nähe des Semcorp-Werks in Ungarn wurden toxische Metallwerte festgestellt – Greenpeace fordert eine Untersuchung

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Bei Untersuchungen an privaten Brunnen in der Nähe des chinesisch geführten Semcorp-Werks für Batterieseparatorfolien in Debrecen wurden Manganwerte festgestellt, die weit über dem ungarischen Trinkwassergrenzwert liegen; bei zwei Brunnen wurde der gesetzliche Grenzwert um mehr als das Zehnfache überschritten. Umweltorganisationen halten weitere Untersuchungen für erforderlich, betonen jedoch, dass die Quelle der Verunreinigung bislang noch nicht ermittelt wurde.
Die Ergebnisse wurden von Greenpeace Ungarn und dem Verein „Mütter für die Umwelt von Mikepércs“ bekannt gegeben, die Laboruntersuchungen in Auftrag gegeben hatten, nachdem die Besorgnis in der Öffentlichkeit nach einem Industrieunfall im Semcorp-Werk Anfang dieses Jahres zugenommen hatte.
Untersuchungen nach dem Industrieunfall im Februar
Laut 444.hu wurde die Untersuchung eingeleitet, nachdem ein Vorfall im Februar im Semcorp-Werk Befürchtungen aufkommen ließ, dass Schadstoffe in das örtliche Grundwasser gelangt sein könnten. Zwar konnten bei den jüngsten Laboranalysen keine der zuvor mit dem Werksunfall in Verbindung gebrachten Substanzen nachgewiesen werden, doch wiesen alle drei untersuchten privaten Brunnen Mangankonzentrationen auf, die deutlich über dem Trinkwassergrenzwert lagen.
Den Organisationen zufolge lagen die gemessenen Konzentrationen bei 790, 520 und 240 Mikrogramm pro Liter, während der ungarische Trinkwassergrenzwert bei 50 Mikrogramm pro Liter liegt. Die untersuchten Brunnen werden von den Anwohnern für alltägliche Zwecke genutzt, darunter zum Trinken, Kochen, Tränken des Viehs und zur Bewässerung von Gärten.

Die Ursache für die hohen Manganwerte ist weiterhin unbekannt
Trotz der erhöhten Messwerte betonten Greenpeace und die lokale Umweltgruppe, dass die aktuellen Daten keinen Beweis dafür liefern, dass das Semcorp-Werk dafür verantwortlich ist.
Sie wiesen darauf hin, dass die geologischen Gegebenheiten im Raum Debrecen bedeuten, dass der erhöhte Mangangehalt auch natürlichen geologischen Ursprungs sein könnte. Allerdings erklärten sie, die Ergebnisse rechtfertigten weitere hydrogeologische und umweltbezogene Untersuchungen, um die Quelle der Kontamination zu ermitteln.
Die Organisationen beabsichtigen, die Laborergebnisse den zuständigen Behörden vorzulegen und offiziell eine Untersuchung zu beantragen. Zudem fordern sie umfassendere Untersuchungen von Stoffen, die mit Technologien zur Batterieherstellung in Verbindung stehen.
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Semcorp sieht sich zunehmender Kritik ausgesetzt
Der chinesische Hersteller von Batteriematerialien ist in den letzten Monaten zunehmend unter Druck geraten. Nach dem Industrieunfall im Februar meldeten Umweltverbände, dass sie in nahegelegenen Abwasserproben Chemikalien gefunden hätten, die mit den Produktionsprozessen des Werks in Verbindung stehen, was eine behördliche Untersuchung auslöste.
Ende Juni setzten die Umweltbehörden den Betrieb des Werks in Debrecen aus, nachdem Grundwasserproben Berichten zufolge eine Verschmutzung ergeben hatten, die die gesetzlichen Grenzwerte überschritt. Offizielle Daten zeigten später, dass die Aluminiumkonzentrationen im Grundwasser mehr als 13.000-mal über dem geltenden Grenzwert lagen.
Kurz darauf bezeichnete der Bürgermeister von Debrecen, László Papp, die Verschmutzung öffentlich als „einfach inakzeptabel“ und forderte die Behörden auf, gegebenenfalls den Entzug der Umweltgenehmigung des Unternehmens in Betracht zu ziehen. Am 1. Juli ging er noch einen Schritt weiter und forderte Semcorp auf, die Stadt vollständig zu verlassen.
Dem Werk wurde daraufhin angeordnet, den gesamten Betrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen, nachdem Brandschutzinspektoren schwerwiegende Verstöße festgestellt hatten, die Menschen und Sachwerte gefährdeten. Die Behörden verhängten zudem eine Brandschutzstrafe in Höhe von 3 Millionen HUF, während die Polizei Ermittlungen wegen Umweltschäden einleitete.
Semcorp erklärte damals, man akzeptiere die Entscheidungen der Behörden und habe unter Aufsicht der Geschäftsleitung eine interne Untersuchung eingeleitet.
Falls Sie es verpasst haben: Das chinesische Unternehmen Semcorp bestreitet Umweltverschmutzung, obwohl Tests eine 13.000-fach über dem Grenzwert liegende Kontamination belegen: Die Behörden handelten zügig

