Die Einführung des Euro in Ungarn könnte eine bedeutende Anlagemöglichkeit im Anleihebereich schaffen, so ein Analyst

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Ungarische Staatsanleihen könnten erhebliches Aufwärtspotenzial bieten, sollte das Land den Euro erfolgreich einführen, so eine von G7 veröffentlichte Analyse.
Der ungarische Anleihemarkt erscheint derzeit zunehmend attraktiv, so die Analyse, nachdem die Renditen nach dem Amtsantritt der neuen Tisza-Regierung stark gesunken sind.
Laut G7 haben Anleger einige der mit der vorherigen Regierung verbundenen Risiken bereits eingepreist, darunter Korruptionsbedenken, übermäßige Ausgaben und anhaltend hohe Haushaltsdefizite. Der größte potenzielle Katalysator könnte jedoch die von Ungarn erklärte Absicht sein, den Euro einzuführen.
Die Einführung des Euro könnte eine erhebliche Konvergenz am Anleihemarkt auslösen
Die Analyse argumentiert, dass die Einführung der europäischen Währung mehrere seit langem bestehende Probleme für Ungarn lösen würde, darunter das schwindende Vertrauen der Bevölkerung in den Forint.
Ein erheblicher Teil der Ersparnisse ungarischer Haushalte – Berichten zufolge fast 40 Prozent – wird bereits in Euro gehalten. Die Einführung der gemeinsamen Währung könnte daher dazu beitragen, das Finanzsystem des Landes enger an den Euroraum anzupassen.
Anstatt sich auf die technischen Voraussetzungen für die Euro-Einführung wie die Teilnahme am WKM II und die Maastricht-Kriterien zu konzentrieren, untersucht die Analyse von G7, wie sich ein erfolgreicher Prozess auf ungarische Staatsanleihen auswirken könnte.
Sollte Ungarn die gemeinsame Währung, wie derzeit vorgesehen, in etwa vier Jahren einführen, würden Anleihen, die derzeit auf Forint lauten, letztendlich zu auf Euro lautenden Vermögenswerten werden. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf ihre Renditen haben.
Die ungarischen Renditen liegen nach wie vor deutlich über dem Niveau der Eurozone
Der Unterschied zeigt sich bereits auf dem aktuellen Markt für Staatsanleihen. Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen aus Frankreich, Italien und Griechenland liegen derzeit knapp unter 4 Prozent, während die Rendite ungarischer 10-jähriger Staatsanleihen bei etwa 5,4 Prozent liegt.
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass sich die ungarischen Renditen im Falle eines erfolgreichen Fortschritts auf dem Weg zur Einführung des Euro letztendlich den Renditen anderer auf Euro lautender Staatsanleihen annähern könnten. Dies würde nicht zwangsläufig schrittweise oder linear erfolgen.
Stattdessen könnte der Markt stark auf wichtige Meilensteine reagieren, wie beispielsweise den ungarischen Haushalt 2027, den Beitritt zum WKM II und Fortschritte bei der Erfüllung der Anforderungen für die Euro-Einführung.

Könnten ungarische Anleihen einen zweistelligen Gewinn erzielen?
Die G7 schätzt, dass die Renditedifferenz zwischen ungarischen und vergleichbaren 10-jährigen Anleihen der Eurozone ein Konvergenzpotenzial von rund 150 Basispunkten darstellt. Da die durchschnittliche Laufzeit einer ungarischen 10-jährigen Staatsanleihe bei etwa acht Jahren liegt, geht die Analyse davon aus, dass die daraus resultierende Kurssteigerung für dieses Marktsegment bei etwa 12 Prozent liegen könnte.
Anleihen mit längeren Laufzeiten könnten ein noch größeres Aufwärtspotenzial bieten, während Anleihen mit kürzeren Laufzeiten in der Regel ein geringeres Potenzial aufweisen würden. Diese Zahlen stellen jedoch keine garantierte Rendite dar. Anleihekurse und Renditen hängen zudem von den weltweiten Zinssätzen, der Inflation, der Finanzpolitik und der jeweiligen Anlegerstimmung ab. Das zentrale Argument lautet, dass eine erfolgreiche Einführung des Euro zu einer einmaligen Neubewertung führen könnte, da Anleger das mit ungarischen Staatsanleihen verbundene Risiko neu einschätzen würden.
Die größten Gewinne könnten bereits vor der Einführung der gemeinsamen Währung erzielt werden
Wichtig ist, dass Anleger nicht unbedingt warten müssten, bis Ungarn den Euro tatsächlich einführt, damit die potenzielle Neubewertung eintritt. Die Märkte preisen zukünftige Entwicklungen in der Regel bereits lange vor deren tatsächlichem Eintreten ein.
Infolgedessen könnten wichtige Meilensteine aufeinanderfolgende Aufwertungswellen auslösen. Dazu könnten der Haushalt 2027, der mögliche Beitritt Ungarns zum WKM II sowie Anzeichen dafür gehören, dass das Land die für die Euro-Einführung erforderlichen fiskalischen und wirtschaftlichen Kriterien erfolgreich erfüllt.
Sollten diese Entwicklungen die Anleger davon überzeugen, dass die Euro-Einführung tatsächlich realisierbar ist, könnten ungarische Staatsanleihen im Vergleich zu ihren aktuellen Bewertungen zunehmend an Attraktivität gewinnen.
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Die globalen Marktrisiken bleiben bestehen
Der Ausblick ist nicht ohne Risiken. Niemand kann wissen, auf welchem Niveau die internationalen Anleiherenditen in vier Jahren liegen werden. Ungarische Staatsanleihen werden weiterhin von den globalen Märkten der Industrieländer und Schwellenländer sowie von den internationalen Zinssätzen und der Risikobereitschaft beeinflusst werden.
Die Analyse stellt fest, dass die globalen Märkte in den letzten Jahren zunehmend empfindlich auf steigende Staatsverschuldung und schwache Haushaltszahlen reagiert haben. Ein massiver Ausverkauf an den internationalen Märkten könnte daher die potenziellen Gewinne aus der ungarischen Konvergenz untergraben.
Dennoch kommt die Analyse zu dem Schluss, dass ungarische Staatsanleihen – vorausgesetzt, Ungarn setzt seine Euro-Pläne erfolgreich um und die internationalen Märkte bleiben relativ stabil – eine ungewöhnlich attraktive Anlagechance bieten könnten.
Für internationale Anleger könnte die potenzielle Kombination aus relativ hohen aktuellen Renditen und einer späteren Konvergenz mit auf Euro lautenden Anleihen ungarische Staatsanleihen in den kommenden Jahren besonders interessant machen.
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