Hat Sie die ungarische Bahn im Stich gelassen? Hier finden Sie alles, was Sie für eine Rückerstattung wissen müssen

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Reisen im Sommer in Ungarn können mehr als nur Sonnenschein und Urlaub bedeuten. Wenn die Temperaturen steigen, können Verspätungen und Störungen im ungarischen Bahnnetz ebenfalls zu einem vertrauten Bestandteil der Reise werden.

Alles, was Fahrgäste über Fahrkartenerstattungen, Zeitkarten und Entschädigungen bei Zugverspätungen wissen müssen

Ob die Ursache nun in extremen Wetterbedingungen, dem Zustand der Bahninfrastruktur oder des Rollmaterials liegt – eine unerwartete Verspätung kann Reisepläne schnell durcheinanderbringen. Ein verpasster Anschluss, ein ausgefallener Termin oder eine Heimreise, die mehrere Stunden länger dauert als erwartet, kann zudem zu finanziellen Problemen führen.

Für Fahrgäste der Ungarischen Staatsbahn (Magyar Államvasutak, MÁV) stehen jedoch möglicherweise verschiedene Formen der Erstattung und Entschädigung zur Verfügung. Entscheidend ist, dass diese nicht alle unter denselben Umständen gelten. Hier erfahren Sie, was Fahrgäste im Jahr 2026 über MÁV-Fahrkartenrückerstattungen, dienstleistungsbezogene Rückerstattungen, Entschädigungen bei Verspätungen, Zeitkarten und Tageskarten wissen müssen.

Fahrkartenrückerstattung oder Entschädigung: Was ist der Unterschied?

Laut Pénzcentrum ist der erste Gedanke vieler Fahrgäste bei einer Zugverspätung oder -ausfall, ob sie ihr Fahrgeld zurückerhalten können. Die ungarischen Eisenbahnvorschriften unterscheiden jedoch zwischen verschiedenen Situationen. In der Praxis sind drei Fälle besonders wichtig:

  • Freiwillige Fahrkartenrückerstattung: Wenn ein Fahrgast beschließt, die Reise nicht anzutreten, und seine ungenutzte Fahrkarte vor Reiseantritt zurückgibt.
  • Rückerstattung aufgrund einer Betriebsstörung: Wenn eine Verspätung, eine Ausfall oder ein anderes bahnbezogenes Problem dazu führt, dass der Fahrgast nicht wie ursprünglich geplant reisen kann.
  • Verspätungsentschädigung: Wenn der Fahrgast die Reise zwar absolviert, aber mit einer Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort ankommt.

Diese Unterscheidung ist wichtig, da für jede Situation unterschiedliche Verfahren und Entschädigungsregeln gelten.

Budapest Eastern Keleti Railway Station renovation MÁV
Der Bahnhof Keleti in Budapest. Quelle: Facebook/Hegyi Zsolt, Vorstandsvorsitzender der MÁV-Gruppe

Rückgabe einer Zugfahrkarte vor der Abfahrt

Eine reguläre Fahrkartenrückerstattung gilt, wenn ein Fahrgast beschließt, seine Fahrkarte vor Reiseantritt nicht zu nutzen. Hierbei handelt es sich nicht um eine Entschädigung für eine Verspätung, sondern lediglich um die Entscheidung, die Reise nicht anzutreten. Der Zeitpunkt ist daher entscheidend. Bei Fahrkarten, die an einem Bahnschalter oder einem Fahrkartenautomaten gekauft wurden, kann die Rückerstattung in der Regel vor Beginn der Gültigkeitsdauer der Fahrkarte an jedem Bahnschalter beantragt werden.

Sobald die Gültigkeitsdauer begonnen hat, kann die Rückerstattung nur noch am Abfahrtsbahnhof beantragt werden, sofern der Fahrgast seine Reise noch nicht angetreten hat. Bei Fahrkarten, die online oder über die MÁV-App erworben wurden, muss die Rückerstattung elektronisch beantragt werden, bevor die Fahrkarte gültig wird.

Die gleiche Frist gilt für die Tageskarten „Vármegye24“ und „Magyarország24“ sowie für Bezirks- und Landes-Dauerkarten: Diese müssen vor Beginn ihrer Gültigkeit zurückgegeben werden. Fahrgäste sollten sich zudem bewusst sein, dass eine freiwillige Rückerstattung nicht zwangsläufig bedeutet, dass der gesamte Kaufpreis erstattet wird. Je nachdem, wie und wo die Fahrkarte erworben wurde, kann eine Bearbeitungsgebühr abgezogen werden.

So geben Sie ein MÁV-Fahrschein zurück

Das Verfahren hängt von der Art des Kaufs ab:

  • Fahrkartenschalter: Geben Sie die Original-Papierfahrkarte an einem Fahrkartenschalter zurück.
  • Fahrkartenautomat: Die Papierfahrkarte muss ebenfalls an einem Fahrkartenschalter abgegeben werden.
  • Online-Kauf durch einen registrierten Nutzer: Wählen Sie das entsprechende Ticket im Bereich „Frühere Käufe“ der MÁV-Online-Plattform aus.
  • MÁV-App: Öffnen Sie das betreffende Ticket und wählen Sie im Menü die Option „Rückerstattung“ aus.
  • Online-Kauf ohne Registrierung: Der Antrag auf Rückerstattung muss per E-Mail oder Telefon gestellt werden, bevor das Ticket gültig wird.

Sobald ein Fahrschein zur Rückerstattung eingereicht wurde, kann er nicht mehr für Fahrten verwendet werden. Bei Online-Käufen wird der erstattete Betrag nicht in bar ausgezahlt. Stattdessen wird er auf das Bankkonto zurücküberwiesen, das mit der für den Kauf verwendeten Karte verknüpft ist.

A person holding a phone with the MÁV app on it
Foto: MÁV

Was geschieht, wenn die Bahn den Fehler zu verantworten hat?

Eine andere Art der Rückerstattung kann gelten, wenn ein Fahrgast seine geplante Reise aufgrund einer Störung im Bahnbetrieb nicht antreten kann. Dies kann passieren, wenn ein Zug aus einem Grund, der dem Bahnbetrieb zuzuschreiben ist, ausfällt, verspätet ist oder anderweitig beeinträchtigt wird.

Dies unterscheidet sich von der freiwilligen Rückgabe einer Fahrkarte. In einem betriebsbedingten Fall hat der Fahrgast nicht einfach seine Meinung bezüglich der Reise geändert; die Störung im Bahnbetrieb hat die Durchführung der Reise wie geplant verhindert. Diese Unterscheidung kann sich auch auf die Höhe der Rückerstattung auswirken. Während bei einer freiwilligen Rückerstattung möglicherweise eine Bearbeitungsgebühr anfällt, kann eine Rückerstattung aufgrund einer Störung im Bahnbetrieb ohne einen solchen Abzug erfolgen.

Fahrgäste sollten nach Möglichkeit einen Nachweis über die Störung einholen. Im Zug kann dieser beim Fahrkartenkontrolleur angefordert werden; am Bahnhof können sich Fahrgäste an das diensthabende Personal wenden. Eine Verspätungsbescheinigung kann auch über das Online-System der MÁV beantragt werden.

Sobald die erforderlichen Unterlagen vorliegen, können Fahrgäste ihren Erstattungsantrag über die Kundendienstkanäle der MÁV oder an einem Fahrkartenschalter einreichen. Da betriebsbedingte Erstattungen unter Umständen einer zentralen Prüfung bedürfen, sollten Fahrgäste nicht unbedingt davon ausgehen, dass das Geld sofort am Bahnhof zurückerstattet wird.

Entschädigung bei Zugverspätungen im Jahr 2026: Wann gilt sie?

Die MÁV-Regelung zur Entschädigung bei Verspätungen ist für eine andere Situation vorgesehen: Der Fahrgast beendet seine Reise, doch sein Zug kommt mit einer Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort an. Bei inländischen Intercity-Verbindungen und anderen berechtigten Verbindungen kann eine Verspätung von 20 Minuten oder mehr am Zielort einen Anspruch auf Entschädigung auslösen.

Bei einer Einzelfahrkarte kann dies eine Barrückerstattung bedeuten. Bei bestimmten Zeitkarten und Tageskarten erfolgt die Entschädigung in Form einer Gutschrift, die für einen späteren Kauf verwendet werden kann.

Wichtig ist, dass Fahrgäste für dieselbe Fahrt nicht sowohl eine Fahrpreisrückerstattung als auch eine Verspätungsentschädigung erhalten können. Wurde der Fahrpreis bereits erstattet, kann für dieselbe Fahrt keine Entschädigung im Rahmen der Verspätungsregelung mehr gewährt werden.

Another busy railway line collapsed in Hungary
Foto: Facebook/MÁV

Einzelfahrkarten: 50 Prozent Rückerstattung bei einer Verspätung von 20 Minuten

Bei einer berechtigten Einzelfahrkarte hat der Fahrgast im Rahmen der Verspätungsentschädigungsregelung Anspruch auf 50 Prozent des Fahrpreises, wenn der Zug mit einer Verspätung von mindestens 20 Minuten eintrifft. Der Fahrgast muss die Fahrt tatsächlich angetreten haben, und der Fahrpreis darf nicht bereits erstattet worden sein.

Bei Fahrkarten, die online oder über die MÁV-App gekauft wurden, wird die Entschädigung automatisch abgewickelt. Fahrgäste können die entsprechenden Informationen im Bereich „Frühere Käufe“ der Online-Plattform oder der App einsehen.

Für Fahrkarten, die an einem Fahrkartenschalter, an einem Automaten oder im Zug erworben wurden, ist ein gesonderter Antrag erforderlich. In diesen Fällen können Fahrgäste ihren Antrag auf Verspätungsentschädigung über das Online-System der MÁV einreichen, entweder als registrierter Nutzer oder als Gast. Die für die Bearbeitung der Entschädigung erforderlichen Fahrkartendaten und Zahlungsinformationen müssen angegeben werden.

Wie verhält es sich mit MÁV-Dauerkarten und Tageskarten?

Dauerkarten und Tageskarten funktionieren etwas anders. Bei regionalen und nationalen Dauerkarten sowie bei den Tageskarten „Vármegye24“ und „Magyarország24“ können berechtigte Verspätungen zu einer Gutschrift in Höhe von 10 Prozent für den Kauf eines anderen Produkts derselben Art führen.

Es handelt sich also in der Regel nicht um eine Barauszahlung auf das Bankkonto des Fahrgastes. Stattdessen dient dies als Gutschrift oder Gutschein für einen zukünftigen Kauf. Die Anzahl der erforderlichen berechtigten Verspätungen hängt von der Art des Fahrscheins ab.

„Vármegye24“- und „Magyarország24“-Tageskarten

Bereits eine einzige Verspätung von mindestens 20 Minuten während der Gültigkeitsdauer der Tageskarte kann den Fahrgast zu einer Entschädigung berechtigen. Die Gutschrift entspricht 10 Prozent des Preises der Tageskarte und kann für den Kauf einer weiteren Tageskarte derselben Art verwendet werden.

Bezirks- und nationale Zeitkarten

Bei einer Regional- oder Bundes-Dauerkarte müssen Fahrgäste in der Regel mindestens fünf Verspätungen von jeweils 20 Minuten oder mehr während der Gültigkeitsdauer der Fahrkarte nachweisen. Sobald diese Schwelle erreicht ist, kann der Fahrgast eine Gutschrift in Höhe von 10 Prozent des Preises der betreffenden Dauerkarte erhalten.

Wie wird die Verspätungsentschädigung erfasst?

Das Verfahren hängt davon ab, ob der Fahrgast ein digitales oder ein Papierticket verwendet. Bei digitalen Abonnements und Tageskarten sollten Fahrgäste in der MÁV+-App die Verbindung auswählen, mit der sie tatsächlich gefahren sind. Wenn diese Verbindung mit einer Verspätung von mindestens 20 Minuten ankommt, kann die Verspätung für das Ticket erfasst werden.

Sobald die erforderliche Anzahl an berechtigten Verspätungen erreicht ist, wird ein elektronischer Gutschein ausgestellt. Dieser kann dann beim Kauf eines anderen Produkts derselben Art eingelöst werden. Fahrgäste, die mit Papier-Dauerkarten oder Tageskarten reisen, können sich bei der Erfassung ihrer Verspätungen nicht auf die App verlassen.

Stattdessen sollten sie für jede berechtigte Fahrt eine Verspätungsbescheinigung beantragen und die Original-Dauerkarte oder Tageskarte aufbewahren. Die entsprechende Gutschrift kann anschließend beim Kauf eines anderen Produkts derselben Art an einem Fahrkartenschalter geltend gemacht werden, wobei die Bescheinigungen als Nachweis vorgelegt werden müssen.

Pauschalentschädigung bei Zugverspätungen

Es gibt eine weitere Form der Entschädigung, auf die Fahrgäste unter bestimmten Umständen Anspruch haben können: die Pauschalentschädigung. Diese gilt für berechtigte Inlandszüge, für die ein Zuschlag oder eine Sitzplatzreservierung erforderlich ist, vorausgesetzt, der Fahrgast verfügt über eine gültige Fahrkarte und eine gültige Reservierung. Die Höhe richtet sich nach der Dauer der Verspätung:

  • 30–119 Minuten: 25 Prozent des jeweiligen Fahrpreises.
  • 120 Minuten oder mehr: 50 Prozent.

Beträgt die berechnete Entschädigung 1.000 HUF oder weniger, wird sie nicht gesondert ausgezahlt. Mehrere kleinere Ansprüche können jedoch zusammengefasst werden.

Bei Fahrkarten, die an einem Fahrkartenschalter oder einem Fahrkartenautomaten gekauft wurden, können Fahrgäste innerhalb von 14 Tagen an jedem Fahrkartenschalter eine Pauschalentschädigung beantragen. Bei elektronischen Fahrkarten oder wenn die 14-tägige Frist für die Beantragung am Fahrkartenschalter abgelaufen ist, sollten Fahrgäste ihren Anspruch über die Kundendienstkanäle der MÁV geltend machen.

Der Antrag muss ausreichende Angaben zur Identifizierung des Fahrscheins enthalten. Bei elektronischen Fahrscheinen müssen Fahrgäste unter Umständen den PDF-Fahrschein oder die Kaufdaten vorlegen. Für die Auszahlung können zudem Bank- oder Postdaten erforderlich sein.

Was sollten Fahrgäste tun, wenn ein Zug Verspätung hat?

Das Wichtigste ist, nicht jede Störung als bloßen Anspruch auf eine Fahrpreisrückerstattung zu betrachten. Bevor sie einen Anspruch geltend machen, sollten Fahrgäste klären, welche Situation vorliegt:

  1. Haben Sie sich vor der Abfahrt gegen die Reise entschieden? In diesem Fall handelt es sich um eine freiwillige Rückerstattung des Fahrpreises.
  2. Konnten Sie aufgrund einer bahnbedingten Störung nicht reisen? Möglicherweise haben Sie Anspruch auf eine servicebedingte Rückerstattung.
  3. Haben Sie Ihre Reise zwar beendet, sind aber mit einer Verspätung von mindestens 20 Minuten angekommen? In diesem Fall kann eine Verspätungsentschädigung anfallen.

Fahrgäste sollten zudem so bald wie möglich alle relevanten Unterlagen einholen und aufbewahren. Dies ist besonders wichtig bei Papiertickets und Zeitkarten, bei denen Verspätungsbescheinigungen erforderlich sein können, um einen späteren Anspruch zu begründen.

Bei digitalen Fahrkarten und Abonnements kann die Nutzung der entsprechenden Funktionen der MÁV-App den Vorgang erheblich vereinfachen, da berechtigte Verspätungen elektronisch erfasst werden können. Da mittlerweile mehrere verschiedene Entschädigungsmechanismen zur Verfügung stehen, kann die Kenntnis darüber, welcher davon zutrifft, den Unterschied ausmachen zwischen einer erfolgreichen Rückerstattung und dem Verlust der Entschädigung nach einer gestörten Reise.

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