Ungarische Touristen fliehen, als ein riesiger Waldbrand die kroatische Küste bei Omiš erfasst

Ein großer Waldbrand ist an der kroatischen dalmatinischen Küste in der Nähe von Omiš gewütet und hat rund 1.000 Anwohner und Touristen dazu gezwungen, über Nacht zu evakuieren – darunter auch ungarische Urlauber.

Das Feuer brach am Donnerstagabend in der Nähe von Lokva Rogoznica, südlich von Omiš, aus und breitete sich bei starkem und wechselhaftem Wind rasch durch trockene Vegetation und Kiefernwälder aus. Die Flammen erreichten Wohngebiete und Teile von Omiš und zerstörten Häuser, Autos und anderes Eigentum.

Der kroatische Landesfeuerwehrchef bezeichnete die Situation als einen der schwersten Waldbrände in der Geschichte des Landes.

Dutzende Verletzte, als die Flammen sich Omiš nähern

Das Feuer brach am Donnerstag gegen 20:20 Uhr in der Nähe der Hauptküstenstraße aus. Starke Winde trieben die Flammen rasch durch die trockene Vegetation und den Wald und führten schließlich dazu, dass das Feuer das Gebiet um Omiš erreichte.

Nach den neuesten Informationen des Krankenhauses in Split mussten 36 Personen medizinisch versorgt werden, von denen 14 weiterhin im Krankenhaus bleiben. Sieben der Verletzten befanden sich in lebensbedrohlichem Zustand, während die meisten Betroffenen Verbrennungen oder eine Rauchvergiftung erlitten hatten.

Das Feuer verursachte zudem erhebliche Sachschäden, da die Flammen Wohngebäude und Fahrzeuge erreichten.

Der sich rasch ändernde Wind hat die Arbeit der Feuerwehrleute besonders erschwert, da sich die Flammen in verschiedene Richtungen ausbreiteten. In einigen Teilen von Omiš fiel über Nacht zudem der Strom aus.

Fast 300 Feuerwehrleute bekämpfen den Brand

Bis Freitagmorgen waren 286 Feuerwehrleute und 93 Fahrzeuge an den Löscharbeiten beteiligt. Zur Verstärkung der örtlichen Einsatzkräfte wurden Einsatzkräfte aus mehreren kroatischen Gespanschaften sowie aus Zagreb entsandt.

In den frühen Morgenstunden des Freitags wurden zudem vier Canadair CL-415-Löschflugzeuge eingesetzt, während ein Schiff der kroatischen Marine in Bereitschaft versetzt wurde, falls eine Evakuierung auf dem Seeweg erforderlich werden sollte.

In Omiš, Dugi Rat, Makarska und Split wurden Notunterkünfte eingerichtet. Rund 1.000 Menschen verbrachten die Nacht in der Sporthalle in Omiš, während die Bewohner der am stärksten gefährdeten Gebiete sowohl auf dem Landweg als auch per Boot evakuiert wurden.

Die Hauptküstenstraße, die Jadranska Magistrala, wurde auf dem betroffenen Abschnitt gesperrt, ebenso wie ein Teil der Umgehungsstraße von Omiš in Richtung Makarska. Die Evakuierungen und Straßensperrungen führten zu erheblichen Verkehrsstaus in der Stadt.

Unter denjenigen, die zur Flucht gezwungen wurden, befanden sich auch ungarische Touristen

Der Waldbrand hat auch ungarische Urlauber betroffen, die sich in der Region aufhielten. Das ungarische Außenministerium teilte mit, dass ungarische Staatsangehörige, die dem Konsulatsdienst bekannt sind, sowie diejenigen, die sich an den Dienst gewandt hatten, derzeit in Sicherheit seien. Ungarische Beamte sollen über Nacht direkt mit den kroatischen Behörden zusammengearbeitet haben, um ungarischen Staatsbürgern zu helfen, die betroffenen Gebiete sicher zu verlassen.

Außenministerin Anita Orbán erklärte, die Lage werde kontinuierlich beobachtet, und der ungarische Konsulardienst stehe weiterhin in Kontakt mit den betroffenen ungarischen Staatsangehörigen und den lokalen Behörden.

Ungarn, die sich derzeit in der Region aufhalten, werden dringend gebeten, den Anweisungen der kroatischen Behörden Folge zu leisten und sich bei Bedarf unverzüglich an den ungarischen Konsulardienst zu wenden.

Die 24-Stunden-Notrufnummer des Ministeriums lautet +36 80 36 80 36.

Das Feuer bedroht das Gebiet weiterhin

Aufgrund der starken, wechselnden Winde und der extrem trockenen Bedingungen war es besonders schwierig, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Reuters berichtete zudem, dass das Feuer Hunderte zur Evakuierung zwang und dass die Rettungsdienste rund 1.000 Menschen Notunterkünfte zur Verfügung stellten.

Die Behörden arbeiten weiterhin daran, eine weitere Ausbreitung der Flammen rund um Omiš und die umliegenden Ortschaften zu verhindern. Touristen, die sich noch in der Region aufhalten, sollten die Evakuierungsanweisungen der Behörden unverzüglich befolgen, zumal sich die Richtung und Intensität des Feuers rasch ändern können.

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