Die Dürre in Ungarn hat ein weiteres Kraftwerk lahmgelegt

Das ungarische Wasserkraftwerk Tiszalök hat die Stromerzeugung aufgrund außergewöhnlich niedriger Wasserstände an der Tisza eingestellt, während die Region von einer schweren Dürre heimgesucht wird.

Über die Stilllegung berichtete Péter Lajos Szakács, ein Abgeordneter der Tisza-Partei für den Wahlkreis, der betonte, dass die Hauptaufgabe der Anlage in der Regulierung des Wasserflusses bestehe, während die Stromerzeugung eine untergeordnete Rolle spiele.

Trotz der Stilllegung sei die Stromversorgung von Tiszalök und der Umgebung weiterhin gesichert, während das Kernkraftwerk Paks mit voller Kapazität arbeite, sagte er.

Wasserstände zu niedrig für Wasserkraft

Unter normalen Bedingungen verfügt das Kraftwerk Tiszalök über eine Erzeugungskapazität von 12,9 Megawatt, was etwa 0,65 Prozent der Gesamtkapazität des Kernkraftwerks Paks entspricht.

Der niedrige Wasserstand der Tisza hatte jedoch bereits in den vergangenen Wochen verhindert, dass das Kraftwerk seine normale Leistung erreichen konnte. Nach Angaben der Nordungarischen Wasserwirtschaftsbehörde (ÉMVIZIG) reichen weder der aktuelle Wasserstand noch die Durchflussmenge aus, um den Betrieb des Wasserkraftwerks zu gewährleisten.

Die Wasserregulierung am Tisza-Wehr in Tisza-Lök wird weiterhin über ein einziges Tor fortgesetzt, das noch in Betrieb ist.

Das Einzugsgebiet der Tisza erhält nur ein Viertel der üblichen Wassermenge

Das Ausmaß der Wasserknappheit zeigt sich in der Wassermenge, die aus dem Einzugsgebiet in die Tisza gelangt. Das Einzugsgebiet hat in diesem Jahr nur etwa ein Viertel seines üblichen Wasservolumens erhalten.

Weiter flussabwärts hat der Tisza-See – ein künstlicher Stausee, der nach dem Bau des Kisköre-Staudamms entstanden ist – infolgedessen nahezu seine gesamten nutzbaren Wasserreserven verloren. Sein Wasserstand ist auf 610 Zentimeter gesunken.

Behörden leiten Wasser in von Dürre betroffene Gebiete um

Aufgrund der außergewöhnlichen Dürre begann ÉMVIZIG am 27. August damit, den Wasserstand stromaufwärts am Tiszalök-Staudamm zu senken. Zuvor war der Pegel so hoch wie möglich angehoben worden, um Wasser zurückzuhalten.

In der kommenden Woche wird erwartet, dass der Wasserstand in Tiszalök von derzeit 420 Zentimetern um 20 Zentimeter sinken wird. Das abgelassene Wasser wird zusätzliche Wasservorräte für den Tisza-See, den Östlichen Hauptkanal und das Körös-Tal bereitstellen, wo ebenfalls ein akuter Wassermangel herrscht.

Ein Ziel besteht darin, den Wasserstand bei Kisköre-Felső so lange wie möglich über 610 Zentimeter zu halten und damit die Wasserreserven des Tisza-Sees zu stützen. Ein weiteres Ziel ist es, zuvor gespeichertes Wasser in den Osthauptkanal zu leiten.

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