Ein Ungar unter den 261 vermissten Ausländern auf tibetischer Seite nach den verheerenden Überschwemmungen in Nepal

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Die Zahl der Todesopfer der katastrophalen Überschwemmungen und Erdrutsche in Nepal ist weiter gestiegen, während auf der tibetischen Seite der Grenze weiterhin Hunderte vermisst werden. Nach Angaben der chinesischen Behörden werden 261 Ausländer aus 23 Ländern vermisst, darunter ein Ungar.
Ein Ungar ist unter den vermissten Ausländern aufgeführt
Nach Angaben des Gouverneurs der Autonomen Region Tibet suchen die Behörden dort nach 261 ausländischen Staatsangehörigen aus 23 Ländern im Anschluss an den verheerenden Erdrutsch und die Sturzfluten nahe der nepalesisch-chinesischen Grenze.
Unter den auf der tibetischen Seite der Grenze als vermisst gemeldeten Personen befindet sich ein ungarischer Staatsbürger. Die chinesischen Behörden haben die Botschaften und Konsulate der betroffenen Länder informiert.
Zu den vermissten Ausländern zählen 104 Nepalesen, 49 Inder, 33 Letten, 18 US-Amerikaner und 15 Briten sowie Personen aus mehreren anderen Ländern. Auf der Liste stehen zudem sechs Australier, sechs Kanadier, drei Deutsche, drei Russen und ein Ungar.
Nach den neuesten Angaben der chinesischen Behörden sind in der Autonomen Region Tibet 16 Menschen ums Leben gekommen und 546 werden weiterhin vermisst. Auf nepalesischer Seite ist die Lage noch verheerender. Bis Sonntagmorgen waren nach offiziellen Angaben mindestens 734 Menschen ums Leben gekommen und rund 2.498 wurden weiterhin vermisst, wie Reuters berichtete.
Zuvor waren drei Ungarn als vermisst gemeldet worden
Die neuesten chinesischen Zahlen wurden bekannt, nachdem das ungarische Außenministerium zuvor bestätigt hatte, dass sich vermutlich drei ungarische Staatsbürger am Ort der Katastrophe aufgehalten hatten und als vermisst gemeldet worden waren.
Die drei waren Berichten zufolge mit einer Pilgergruppe unterwegs. Unter ihnen befanden sich eine Mutter und ihre Tochter, die erst zwei Stunden vor dem Ausbruch der Sturzflut am Mittwochmorgen in Nepal eingetroffen waren. Das Außenministerium teilte mit, dass ihr Verbleib unbekannt sei.
Die Katastrophe ereignete sich im Nordosten Nepals nahe der tibetischen Grenze, nachdem ein massiver, durch Gletscher verursachter Einsturz Wasser, Eis, Schlamm und Geröll flussabwärts geschleudert hatte. Die daraus resultierenden Überschwemmungen und Erdrutsche zerstörten Straßen und Brücken und beschädigten die lokale Infrastruktur schwer, wodurch die Kommunikation mit den in den betroffenen Gebieten eingeschlossenen Menschen äußerst erschwert wurde.
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Suchaktionen durch schlechtes Wetter behindert
Die Rettungsbemühungen wurden fortgesetzt, obwohl das schlechte Wetter die Einsätze wiederholt beeinträchtigte. Die nepalesische Armee teilte mit, dass Hubschraubereinsätze aufgrund der Wetterbedingungen vorübergehend ausgesetzt wurden, während die Such- und Rettungsarbeiten am Boden fortgesetzt wurden. Im Distrikt Nuwakot haben Hubschrauber laut 444.hu Hilfsgüter geliefert und Überlebende aus den von den Überschwemmungen betroffenen Gebieten evakuiert.
Möglicherweise sind zudem mehr als 100 Menschen in einem Tunnel eingeschlossen, in dem sich große Mengen Schlamm angesammelt haben. Den Rettungskräften ist es gelungen, einige der Eingeschlossenen zu erreichen, doch die Rettungsaktion gestaltet sich äußerst schwierig: Berichten zufolge steht der Schlamm an einigen Stellen des Tunnels bis zu 1,5 Meter hoch, und in der Nähe gibt es nur wenige geeignete Landeplätze für Hubschrauber. Die Behörden überwachen zudem Seen, die sich in der Nähe der Grenze gebildet haben, da sie die Möglichkeit weiterer Überschwemmungen befürchten.
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Klimawandel als Ursache für die Verschlimmerung der Katastrophe
Die Katastrophe wurde durch den Zusammenbruch eines Gletschers ausgelöst, wobei riesige Mengen an Wasser, Eis, Schlamm und Gestein durch Siedlungen fegten und wichtige Infrastruktur zerstörten. Der UN-Klimachef Simon Stiell erklärte, dass Katastrophen dieser Art aufgrund des anhaltenden Verbrauchs von Kohle, Öl und Gas durch die Menschheit immer wahrscheinlicher, häufiger und schwerwiegender werden.
Auch die chinesischen Behörden haben die Katastrophe mit der Instabilität der Gletscher in Verbindung gebracht, die durch die langfristigen Auswirkungen der globalen Erwärmung verursacht wurde.
Nepals Außenminister Sisir Khanal betonte, dass das Land nur etwa 0,01 Prozent zu den weltweiten Treibhausgasemissionen beitrage, seine Bevölkerung jedoch zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen gehöre.
Die finanziellen Folgen dürften enorm sein. Nepals Finanzminister Swarnim Wagle erklärte gegenüber Reuters, dass vorläufige Schätzungen die Kosten für den Wiederaufbau nach den Überschwemmungen auf 4 bis 5 Milliarden US-Dollar beziffern, was fast 10 Prozent des jährlichen BIP des Landes entspricht.
Viele Opfer sind noch nicht identifiziert worden
Das volle Ausmaß der Katastrophe ist noch unklar, da die Behörden weiterhin daran arbeiten, die Opfer zu identifizieren. In einigen Fällen sind DNA-Tests erforderlich. Von den 49 Leichen, die in eine Gesundheitseinrichtung in Kathmandu gebracht wurden, waren bis Samstag erst sieben identifiziert worden. Angehörige haben sich die von der Einrichtung veröffentlichten Fotos angesehen, in der Hoffnung, vermisste Familienmitglieder zu identifizieren.
Nepal hat erklärt, dass es keine ausländischen Rettungsteams benötige, hat jedoch gezielte internationale technische Hilfe angefordert, um in Tunneln eingeschlossene Menschen zu retten, Verkehrs- und Telekommunikationsverbindungen wiederherzustellen und bei der Identifizierung der Opfer zu helfen. Da auf nepalesischer Seite noch immer Tausende vermisst werden und jenseits der Grenze in Tibet Hunderte als vermisst gelten, könnte die endgültige Zahl der Todesopfer der Katastrophe noch weiter steigen.

