Was ist los? Der Forint stürzt auf den tiefsten Stand seit den Wahlen in Ungarn ab

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Der ungarische Forint hat einen starken Ausverkauf erlebt und fiel am Mittwochmorgen kurzzeitig unter die psychologisch wichtige Marke von 370 HUF pro Euro. Die Währung war seit den Tagen unmittelbar vor den Parlamentswahlen im April nicht mehr so schwach.

Am Dienstagmorgen lag der Forint noch bei etwa 365 HUF pro Euro, verlor jedoch im Laufe des folgenden Tages weiter an Wert. Am Mittwochmorgen stieg der EUR/HUF-Wechselkurs kurzzeitig über 370, bevor er sich knapp unterhalb dieser Marke einpendelte.

Diese Entwicklung stellt eine deutliche Trendwende für die ungarische Währung dar, die zuvor mehrere relativ starke Monate verzeichnet hatte. Noch eine Woche zuvor, am 25. August, lag der Kurs des Euro bei etwa 360 HUF.

USD/HUF stieg innerhalb weniger Tage um 10 Forint

Die Abschwächung beschränkte sich nicht auf den Euro. Der Dollar-Forint-Wechselkurs verzeichnete eine ähnliche Entwicklung und stieg von rund 309 HUF vor einer Woche auf etwa 319 HUF am Mittwochmorgen.

Laut den von Forbes zitierten Marktanalysten der ERSTE übt eine Kombination aus internationalen Entwicklungen und steigenden Energiepreisen Druck auf die ungarische Währung aus.

Einer der entscheidenden Faktoren ist der stärkere US-Dollar und der Anstieg der Renditen amerikanischer Anleihen. Höhere US-Renditen können auf Dollar lautende Vermögenswerte für Anleger attraktiver machen und damit die Nachfrage nach risikoreicheren Währungen aus Schwellenländern wie dem Forint verringern.

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist auf 4,79 % gestiegen, während Erwartungen hinsichtlich höherer Zinsen und eine gestiegene Nachfrage nach sicheren Anlagen den Dollar ebenfalls gestützt haben.

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Foto: depositphotos.com

Die Ölpreise verstärken den Druck

Steigende Ölpreise sind ein weiterer Grund zur Sorge für Ungarn, das stark von Energieimporten abhängig ist.

Der Preis für Brent-Rohöl ist angesichts der erneuten Spannungen im Nahen Osten um fast 5 % gestiegen und hat die Marke von 95 US-Dollar pro Barrel überschritten. Für ein Energie importierendes Land kann teureres Öl sowohl die Aussichten für die Außenbilanz als auch die Inflationsaussichten verschlechtern und damit zusätzlichen Druck auf die Landeswährung ausüben.

Die Kombination aus höheren Ölpreisen, einem stärkeren Dollar und steigenden US-Renditen hat daher ein ungünstiges Umfeld für die Währungen der Schwellenländer geschaffen.

Eine drastische Kehrtwende nach Monaten der Stabilität

Besonders auffällig ist das Tempo des Forint-Verfalls. Noch letzte Woche notierte die Währung bei etwa 360 HUF pro Euro, was bedeutet, dass der Euro innerhalb weniger Tage um rund 10 HUF teurer geworden ist.

Diese Entwicklung bringt den Forint auf ein Niveau zurück, das vor den Wahlen im April zuletzt verzeichnet worden war, was verdeutlicht, wie schnell sich internationale Marktentwicklungen auf die ungarische Währung auswirken können. Ob der Forint das verlorene Terrain wieder gutmachen kann, wird in den kommenden Tagen unter anderem von den Entwicklungen auf den Energiemärkten, im Nahen Osten und den Erwartungen hinsichtlich der US-Zinssätze abhängen.

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