Premierminister Magyar kündigt nach Treffen mit Manfred Weber den nächsten EU-Schritt der Tisza-Partei an

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Péter Magyar erklärt, dass die regierende Tisza-Partei Ungarns bereit sein werde, der Europäischen Volkspartei (EVP) beizutreten, sobald das Verfahren nach Artikel 7 der EU-Vertrags gegen Ungarn abgeschlossen sei.

Magyar, der nach dem Wahlsieg der Tisza-Partei im April zum ungarischen Ministerpräsidenten ernannt wurde, gab dies nach einem Treffen mit Manfred Weber, dem Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei, am Mittwoch in Budapest bekannt.

Die beiden Politiker erörterten, wie sich Ungarn seit der Wahl verändert hat, wobei Magyar besonders hervorhob, was er als das Ende öffentlich finanzierter „Hasskampagnen“ im Land bezeichnete.

Laut Magyar erklärte Weber, dass ihm die Unterstützung Ungarns als bayerischer Politiker stets wichtig gewesen sei und dass er die Angriffe der früheren Regierung gegen ihn persönlich als belastend empfunden habe.

Tisza strebt die Vollmitgliedschaft in der EVP an

Einer der politisch bedeutendsten Punkte des Treffens war die Ankündigung von Magyar, dass Tisza beabsichtige, der Europäischen Volkspartei selbst beizutreten.

Tisza ist zwar bereits seit 2024 Teil der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, doch die Mitgliedschaft in der übergeordneten europäischen Parteifamilie würde einen weiteren Schritt in Richtung einer engeren Zusammenarbeit mit Europas größter Mitte-Rechts-Parteifamilie darstellen.

Magyar erklärte, Tisza werde der EVP „gerne beitreten“, sobald die EU-Institutionen das gegen Ungarn eingeleitete Verfahren nach Artikel 7 abgeschlossen hätten.

Das Verfahren wurde 2018 vom Europäischen Parlament aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit und anderer grundlegender EU-Werte eingeleitet. Es ist seit Jahren ungelöst.

Die Frage der Beendigung des Verfahrens hat seit dem Machtantritt von Tisza erneut an Aufmerksamkeit gewonnen. Weber erklärte bereits im April, das Europäische Parlament solle Schritte zur Beendigung des Verfahrens unternehmen.

Weber bietet Hilfe bei der täglichen Geldstrafe in Höhe von über 1 Million Euro an

Im Mittelpunkt des Treffens stand zudem der seit Langem andauernde Streit zwischen Ungarn und der EU über die Asyl- und Migrationspolitik des Landes.

Magyar erklärte, Weber habe angeboten, bei der Suche nach einer Lösung zu helfen, die es Ungarn ermöglichen würde, die Zahlung der täglichen Geldstrafe in Höhe von 1 Million Euro einzustellen, die wegen der Nichteinhaltung der EU-Asylvorschriften zum Schutz der Außengrenzen der Union verhängt worden war.

Der ungarische Ministerpräsident erklärte, er habe deutlich gemacht, dass das Land seine Grenzen weiterhin schützen werde. Er fügte hinzu, die neue Regierung werde sich im Rahmen der Verhandlungen über den nächsten Siebenjahreshaushalt der EU dafür einsetzen, dass die bereits gegen Ungarn verhängten Geldstrafen angerechnet werden.

Der Streit geht auf ein Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union zurück, in dem festgestellt wurde, dass Ungarn seinen Verpflichtungen gemäß dem EU-Asylrecht nicht nachgekommen sei.

„Kein Blankoscheck“ für Brüssel

Magyar betonte zudem, dass eine engere Zusammenarbeit mit der EU nicht bedeute, die Interessen Ungarns aufzugeben. Er erklärte, die Priorität der Tisza-Regierung werde weiterhin darin bestehen, die Interessen des ungarischen Volkes und der ungarischen Unternehmen zu vertreten, und fügte hinzu, dass die Regierung niemandem einen „Blankoscheck“ bei der Entscheidungsfindung in der EU ausstellen werde.

Diese Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund, dass sich Budapest auf die Verhandlungen über den nächsten Siebenjahreshaushalt der Union vorbereitet – eines der wichtigsten Themen, mit denen die neue ungarische Regierung konfrontiert ist.

António Costa steht als Nächstes auf Magyars Tagesordnung in Budapest

Das Treffen von Magyar mit Weber ist Teil einer ereignisreichen Woche der hochrangigen europäischen Diplomatie. Der ungarische Ministerpräsident erklärte, er werde nach der Regierungssitzung am Mittwoch in Budapest auch mit António Costa, dem Präsidenten des Europäischen Rates, zusammentreffen.

Laut Magyar werden sich die Gespräche mit Costa auf den neuen Siebenjahreshaushalt der EU und die Herausforderungen konzentrieren, denen sich Europa gegenübersieht.

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