Anti-österreichische Empörung bricht aus, nachdem eine ungarische Harley-Davidson-Fahrerin in Österreich mit einem Bußgeld belegt wurde

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Eine ungarische Harley-Davidson-Fahrerin zahlte in Österreich vor Ort eine Geldstrafe in Höhe von 2.400 Euro – umgerechnet etwa 1 Million HUF –, nachdem die Polizei festgestellt hatte, dass ihr Motorrad 10 Dezibel lauter war als der in der Zulassungsbescheinigung angegebene Wert.

Die Frau wusste, dass ihr Motorrad nicht vollständig den Vorschriften entsprach, hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass der Verstoß derart schwerwiegende Folgen haben würde. Der Fall hat unter ungarischen Motorradfahrern Empörung ausgelöst, während ein in Österreich lebender Ungar anmerkte, die eigentliche Frage sei, warum jemand mit einem umgebauten Motorrad in ein Land reisen würde, das für besonders strenge Kontrollen lärmender Fahrzeuge bekannt ist – und dann versuchen würde, in den sozialen Medien anti-österreichische Stimmungen zu schüren.

Motorrad überschritt den zulässigen Lärmpegel

Der Vorfall ereignete sich in der Region Faaker See in Kärnten während der „European Bike Week“, einem Harley-Davidson-Treffen. Nach Angaben der Fahrerin kontrollierte die Polizei das Motorrad mehr als eine halbe Stunde lang, bevor sie eine Lärmmessung durchführte.

Austrian fine to Hungarian Harley-Davidson rider
Ungarische Harley-Davidson-Fahrerin erhielt in Österreich wegen ihres umgebauten Motorrads eine hohe Geldstrafe. Foto: depositphotos.com

Dem Beitrag der Frau zufolge ergab die Messung, dass das Motorrad „nur“ 10 Dezibel lauter war als der im Fahrzeugschein eingetragene Wert.

Am Ende der Kontrolle wurde ihr eine Geldstrafe in Höhe von 2.400 Euro auferlegt, die sie sofort per Bankkarte bezahlte. Die technische Überprüfung am Straßenrand kostete weitere 20 Euro, während das Kennzeichen des Motorrads entfernt und der Fahrzeugschein einbehalten wurde.

Die Fahrerin wurde jedoch nicht dazu verpflichtet, das Motorrad sofort abholen zu lassen. Sie durfte unter Polizeibegleitung zu ihrer Unterkunft zurückkehren, wodurch ihr die zusätzlichen Kosten für die Bergung des Motorrads erspart blieben.

Es waren nicht „nur“ 10 Dezibel

Ein in Österreich lebender Ungar, der sich zu dem Vorfall äußerte, wies in einem Facebook-Beitrag darauf hin, dass die zusätzlichen 10 Dezibel nicht als geringfügige Abweichung abgetan werden sollten.

Die Dezibel-Skala ist logarithmisch: Dem Bericht zufolge entspricht ein Anstieg um 10 Dezibel einer Verzehnfachung der Schallintensität, während das menschliche Ohr den Lärm als etwa doppelt so laut wahrnimmt. Mit anderen Worten: Es handelte sich nicht um einen Unterschied von nur wenigen Prozent.

Die Quelle berichtete, dass die österreichischen Behörden, insbesondere in Kärnten und Tirol, seit Jahren gezielte Kontrollen von modifizierten und übermäßig lauten Auspuffanlagen durchführen. Bei großen Motorradveranstaltungen verfolgen sie dabei eine Null-Toleranz-Politik.

Austrian fine to Hungarian Harley-Davidson rider
Foto: depositphotos.com

Ihr hätte eine weitaus höhere Geldstrafe drohen können

Gemäß dem österreichischen Straßenverkehrsgesetz können die Bußgelder für unerlaubte technische Veränderungen und übermäßigen Lärm bis zu 10.000 Euro betragen. Im Vergleich dazu war die Geldstrafe von 2.400 Euro relativ moderat; sie erscheint lediglich aus ungarischer Sicht als hoch.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Motorradfahrerin das offizielle Dokument zu der Geldstrafe nicht veröffentlicht hat. Daher lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, um welche Verstöße es sich handelte oder auf welcher Rechtsgrundlage der endgültige Betrag von 2.400 Euro berechnet wurde.

Auch die Entziehung des Kennzeichens und des Fahrzeugscheins war keine willkürliche Maßnahme der Polizei. Bei erheblichen Lärmverstößen erlauben die österreichischen Vorschriften den Behörden – und schreiben dies unter bestimmten Umständen sogar vor –, die weitere Nutzung des Fahrzeugs zu untersagen.

Sie wusste, dass das Motorrad nicht vollständig den Vorschriften entsprach

Eines der wichtigsten Details in diesem Fall ist, dass die Fahrerin nach eigenen Angaben wusste, dass ihre Harley-Davidson die Vorschriften nicht vollständig erfüllte.

Trotzdem machte sie sich auf den Weg zu der Motorradveranstaltung. Aus diesem Grund sprach die in Österreich lebende Ungarin in ihrem Beitrag das Thema Selbstreflexion an. Sie argumentierte, dass jeder, der die Teilnahme an einer Veranstaltung wie der European Bike Week plane, besonders darauf achten sollte, die örtlichen Vorschriften im Voraus zu prüfen, da die Behörden rund um den Faaker See während der Veranstaltung besonders auf laute und umgebaute Motorräder achten.

Auch Anwohner beschweren sich regelmäßig über den Motorradlärm, der während des Treffens entsteht, der rund um die Uhr anhalten kann und die Polizei zusätzlich belastet.

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Anti-österreichische Stimmung greift um sich

Der Vorfall löste wütende Reaktionen in ungarischen Motorradfahrergruppen aus. Dem Bericht zufolge enthielten die Kommentare antiösterreichische Verunglimpfungen, Vorwürfe des Nationalsozialismus und eine Reihe vulgärer Beleidigungen.

Der Autor, der auf den Vorfall reagierte, erklärte, der ursprüngliche Beitrag habe den Fall übermäßig einseitig dargestellt und sei vor allem dazu gedient, die Feindseligkeit gegenüber der österreichischen Polizei zu schüren. Unterdessen war die Tatsache, dass das Motorrad von vornherein nicht vollständig den Vorschriften entsprochen hatte – und dass eine Überschreitung um 10 Dezibel einen erheblichen Verstoß darstellt –, in den Hintergrund gerückt worden.

Sie und mehrere Kommentatoren betonten, dass die österreichischen Behörden ihrer Erfahrung nach gegenüber einem übermäßig lauten österreichischen oder deutschen Motorradfahrer genauso vorgegangen wären wie gegenüber einem ungarischen Staatsangehörigen.

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