Austria’s asbestos scandal: quarries closed amid questions about exports to Hungary

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Weitere Beweise deuten darauf hin, dass die österreichischen Behörden und Steinbruchbetreiber seit Jahren von der Asbestverseuchung wussten und dennoch weiterhin beträchtliche Gewinne mit dem Export von Stein und Kies nach Ungarn erzielten.

Wir haben bereits ausführlich über den Skandal um die Asbestverseuchung in den Komitaten Szombathely und Vas berichtet, wo asbestverseuchter Schotter aus österreichischen Steinbrüchen für den Straßenbau und andere Infrastrukturprojekte verwendet wurde.

Laut Transportdaten der Nationalen Steuer- und Zollverwaltung Ungarns (NAV) wurden Kies und Schotter aus den betroffenen Steinbrüchen seit 2015 in mehrere ungarische Siedlungen geliefert, nicht nur in das Komitat Vas, sondern auch in Gebiete um Budapest und sogar in die Donau-Tisza-Region. Infolgedessen sind in den letzten Jahrzehnten möglicherweise Hunderttausende von Tonnen kontaminierten Kieses nach Ungarn gelangt.

Asbest gilt als besonders gefährlich, weil seine mikroskopisch kleinen, nadelartigen Fasern tief in die Lunge eingeatmet werden können. Dort können sie chronische Entzündungen, Narbenbildung und die so genannte Asbestose verursachen und gleichzeitig das Risiko mehrerer tödlicher Krebsarten erheblich erhöhen.

asbestos contamination Hungary
Die Beseitigung von Asbest erfordert eine spezielle Schutzausrüstung und strenge Sicherheitsmaßnahmen. Foto: depositphotos.com

Abgesehen vom Ausmaß der Kontamination selbst wird nun jedoch immer deutlicher, dass die betroffenen österreichischen Steinbrüche möglicherweise über viele Jahre hinweg erhebliche Einnahmen aus dem Export von Stein und Kies nach Ungarn erzielt haben.

Zuvor berichtet: Noch nie dagewesene Asbestkontaminationskrise – Unzählige Menschen sind dem krebserregenden Material ausgesetzt

Behörden wussten möglicherweise schon vor Jahrzehnten von dem Asbest

Möglicherweise gab es bereits Informationen über die Asbestkontamination in den betroffenen österreichischen Steinbrüchen, lange bevor der aktuelle Skandal aufkam. Bereits 1994 sollen Messungen in denselben burgenländischen Steinbrüchen, die jetzt im Mittelpunkt der Kontroverse stehen, Asbest nachgewiesen haben.

Anzeichen für das gefährliche Material tauchten sogar schon früher in einer Studie aus dem Jahr 1981 auf, in der über gesundheitliche Anomalien berichtet wurde, die auf das Einatmen von Asbestfasern bei den Anwohnern der Region zurückzuführen waren.

Die österreichische Enthüllungszeitung Falter behauptet unter Berufung auf Dokumente, Gutachten und frühere Messergebnisse, dass die österreichischen Behörden möglicherweise schon seit vielen Jahren wussten, dass asbestbelasteter Schotter aus bestimmten burgenländischen Steinbrüchen auf den Markt gelangt sein könnte.

Laut Greenpeace könnte der nach Ungarn importierte kontaminierte Schotter aus den folgenden Steinbrüchen stammen:

  • Pilgersdorf – Hans Zöchling GmbH
  • Bernstein – Hermann Mayer GesmbH
  • Rumpersdorf / Glashütten bei Schlaining – Klöcher Baugesellschaft m.b.H.
  • Badersdorf – Klöcher Baugesellschaft m.b.H.

Die Umweltorganisation behauptet, dass die österreichischen Behörden möglicherweise seit mindestens 2011 wussten, dass Kies aus den betroffenen Steinbrüchen Asbest enthalten könnte. Dennoch wurden nicht rechtzeitig Maßnahmen zur vollständigen Schließung oder zum umfassenden Kontaminationsmanagement eingeleitet. Infolgedessen blieb das problematische Material jahrelang im Umlauf und wurde möglicherweise in großen Mengen nach Ungarn exportiert.

Österreichische Steinbrüche haben möglicherweise Milliarden mit asbestverseuchtem Kies verdient

Einem ausführlichen Bericht der G7 zufolge könnten österreichische Steinbrüche über viele Jahre hinweg beträchtliche Einnahmen aus nach Ungarn exportiertem Stein und Kies erzielt haben. Die Handelsdaten zeigen, dass das Volumen der aus Österreich importierten Baumaterialien in den letzten Jahrzehnten erheblich gestiegen ist.

Während Ungarn in den frühen 2000er Jahren jährlich etwa 200.000 Tonnen Kies und Stein importierte, stiegen die Einfuhren bis 2018 auf 3,6 Millionen Tonnen. Die G7 schätzt, dass zwischen 1998 und 2025 insgesamt 2,8 Millionen Tonnen Stein und Kies aus österreichischen Steinbrüchen nach Ungarn transportiert wurden.

Nach den geschätzten Berechnungen könnte der Wert der österreichischen Stein- und Kiesexporte zu heutigen Preisen 77 Milliarden Forint erreicht haben. Es bleibt unklar, wie viel davon aus den asbestverseuchten Steinbrüchen stammte, obwohl der Jahresumsatz der beteiligten Unternehmen in der Größenordnung von 90-100 Milliarden HUF gelegen haben könnte.

Mehrere Steinbrüche geschlossen, da die Sorge um die Kontamination wächst

Die Untersuchungen der Schäden und der kontaminierten Gebiete sind noch nicht abgeschlossen, und das wahre Ausmaß der Kontamination ist nach wie vor unbekannt. Experten sagen, dass die größte Herausforderung darin besteht, dass der Schotter viele Jahre lang für den Straßenbau, Parkplätze und andere Projekte im ganzen Land verwendet wurde, so dass es äußerst schwierig ist, genau zu bestimmen, wo das Material gelandet ist.

Jüngsten Schätzungen zufolge besteht inzwischen der Verdacht, dass an mehr als 300 Orten in Ungarn asbestkontaminierter Schotter verwendet wurde, vor allem in Westungarn.

Inzwischen haben die österreichischen Behörden bereits mehrere der betroffenen Steinbrüche geschlossen. László Gajdos, der für den Umweltschutz zuständige Minister, erklärte gegenüber ATV, dass die Abbauarbeiten in vier Steinbrüchen bereits eingestellt wurden, während der Eigentümer eines anderen Steinbruchs zugesagt hat, kein Gestein mehr nach Ungarn zu liefern. Dem Minister zufolge wird die nächste große Herausforderung die sichere Entfernung oder Behandlung der kontaminierten Straßenfundamente sein, die bereits verbaut wurden.

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