Budapest erhält große finanzielle Erleichterung von der umstrittenen Abgabe

Sprache ändern:
Budapest wurde vorübergehend von der Zahlung des umstrittenen “Solidaritätsbeitrags” befreit, was der ungarischen Hauptstadt bis Mitte Juni eine entscheidende finanzielle Erleichterung verschafft. Bürgermeister Gergely Karácsony gab bekannt, dass das ungarische Finanzministerium zugestimmt hat, die Zahlungsverpflichtung für etwa 60 Tage auszusetzen.
Die Entscheidung geht auf einen Antrag der Stadtspitze zurück, die argumentierte, dass ein sofortiger Abzug der nächsten Rate – im Wert von rund 37 Milliarden Forint (rund 102 Millionen Euro) – die Fähigkeit Budapests, Löhne und öffentliche Dienstleistungen zu bezahlen, gefährdet hätte. Das Finanzministerium akzeptierte, dass ein solcher Schritt das Tagesgeschäft der Stadt gefährden könnte.
Lang anhaltender Streit mit der Regierung
Der Solidaritätsbeitrag, der von der Regierung Viktor Orbán eingeführt wurde, verpflichtet wohlhabendere Gemeinden, weniger wohlhabende zu unterstützen. Das System stößt jedoch auf breite Kritik der lokalen Regierungen, die argumentieren, dass die Mittel nicht transparent umverteilt werden und stattdessen in den zentralen Haushalt fließen.
Wie 444.hu berichtet, behauptet Karácsony, dass die Belastung für Budapest in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat und auf rund 100 Milliarden HUF (ca. 276 Millionen Euro) jährlich gestiegen ist. Nach Ansicht des Bürgermeisters belastet diese Eskalation die Finanzen der Hauptstadt stark und droht die Stadt in die Insolvenz zu treiben.
Auch rechtliche Herausforderungen haben eine Rolle gespielt. Budapest hatte zuvor ein Gerichtsverfahren gewonnen, in dem Aspekte der Abgabenerhebung für rechtswidrig erklärt wurden, was seine Position in den Verhandlungen mit dem Staat stärkte.
Straßeneinsturz nach Wasserrohrbruch, eine der verkehrsreichsten Strecken in Budapest lahmgelegt – Fotos
Zeitfenster für Verhandlungen mit neuer Regierung
Der Zeitpunkt der Sperrung ist politisch bedeutsam, da er es Budapest ermöglicht, mit der neuen Regierung unter Péter Magyar Gespräche über die langfristige Finanzierung der Stadt und die Zukunft des Solidaritätsbeitrags aufzunehmen.
Karácsony sagte, dass die Hauptstadt nach dem Amtsantritt der neuen Regierung etwa einen Monat Zeit haben wird, um sich auf Maßnahmen zur Sicherung ihrer finanziellen Stabilität zu einigen. Er äußerte auch die Hoffnung, dass bis Ende des Jahres ein umfassendes “Budapester Gesetz” verabschiedet werden kann, das vorhersehbare und nachhaltige Finanzierungsregelungen für die Hauptstadt festlegt.
Budapester Apotheke weigert sich aus religiösen Gründen, irgendeine Form der Empfängnisverhütung zu verschreiben
Abgebildetes Bild: Karácsony Gergely/Facebook

