Das deutsche Bundesland Baden-Württemberg strebt engere Beziehungen zu Ungarn an – hochrangige Vertreter treffen sich in Budapest

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Ungarn strebt nach einer Reihe hochrangiger Treffen in Budapest eine Vertiefung seiner Partnerschaft mit dem deutschen Bundesland Baden-Württemberg an, wobei wirtschaftliche Zusammenarbeit, Jugendaustausch und regionale Entwicklung zu den wichtigsten Prioritäten zählen.
Außenministerin Anita Orbán gab auf Facebook bekannt, dass sie Thomas Strobl, den neu gewählten Präsidenten des Landtags von Baden-Württemberg, zu Gesprächen in ihrem Büro empfangen habe. Nach Angaben der Ministerin sei es für Ungarn eine Ehre, dass Strobl das Land für seinen ersten offiziellen Auslandsbesuch seit seinem Amtsantritt ausgewählt habe.
Orbán hob die Bedeutung Baden-Württembergs als einen der engsten Wirtschaftspartner Ungarns hervor und wies darauf hin, dass das Bundesland im Jahr 2025 unter den deutschen Bundesländern den zweiten Platz als wichtigster Handelspartner Ungarns einnahm.
Investition von Mercedes-Benz stärkt die Partnerschaft
Der Außenminister verwies zudem auf die kürzlich erfolgte Einweihung der neuen Produktionsstätte von Mercedes-Benz in Kecskemét und bezeichnete diese als einen weiteren Meilenstein in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Stuttgart, die Hauptstadt von Baden-Württemberg, ist Sitz der weltweiten Zentrale von Mercedes-Benz.

Orbán erklärte, Ungarn sehe weitere Möglichkeiten, die wirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen und gleichzeitig die Beziehungen zwischen jungen Menschen durch neue Austauschprogramme zu stärken.
Ein weiteres zentrales Gesprächsthema war die Zusammenarbeit im Rahmen der Donau-Region-Strategie der Europäischen Union, die sie als erfolgreiches Beispiel dafür bezeichnete, wie mitteleuropäische Länder und Regionen zusammenarbeiten können, um greifbare Ergebnisse in Bereichen wie Wirtschaftsentwicklung, Energie, Umweltschutz und Wettbewerbsfähigkeit zu erzielen.
Zum Abschluss des Treffens lud Strobl Orbán nach Baden-Württemberg ein, um ihre Gespräche fortzusetzen.
Der ungarische Parlamentspräsident begrüßt „neue Dynamik“
Auch Parlamentspräsidentin Ágnes Forsthoffer traf sich im ungarischen Parlament mit Thomas Strobl und bezeichnete den Besuch als hoffnungsvolles Zeichen für die künftige ungarisch-deutsche Zusammenarbeit.
In einem Facebook-Beitrag erklärte Forsthoffer, Ungarn und Baden-Württemberg stellten ihre Beziehungen auf „neue Grundlagen“ und planten eine Stärkung der wirtschaftlichen, fachlichen und politischen Zusammenarbeit. Sie fügte hinzu, dass beide Seiten Austauschprogramme für junge Menschen, Abgeordnete und Beamte planen, um engere institutionelle Beziehungen zu fördern.
Erste offizielle Reise wird als symbolisch angesehen
Forsthoffer bezeichnete Strobls Entscheidung, Ungarn zu seinem ersten offiziellen Auslandsreiseziel zu machen, als symbolische Geste, die die Bedeutung der bilateralen Beziehungen widerspiegele.
Sie wies zudem darauf hin, dass sich die Regierungskoalition in Baden-Württemberg dazu verpflichtet habe, die Zusammenarbeit mit der neuen ungarischen Regierung zu verstärken, und fügte hinzu, dass Budapest beabsichtige, den Wiederaufbau und den Ausbau seiner internationalen Partnerschaften fortzusetzen.
Was dies für Ungarn bedeutet
Die Treffen signalisieren, dass Ungarn bestrebt ist, seine Beziehungen nicht nur zu Deutschland auf Bundesebene, sondern auch zu einzelnen deutschen Bundesländern zu stärken, die im Handel und bei Investitionen eine wichtige Rolle spielen. Baden-Württemberg ist eine der stärksten Industrieregionen Deutschlands und Sitz globaler Unternehmen wie Mercedes-Benz, weshalb eine engere Zusammenarbeit für Ungarn wirtschaftlich von großer Bedeutung ist. Ein Ausbau des Jugendaustauschs und der Zusammenarbeit im Rahmen der EU-Strategie für den Donauraum könnte zudem die langfristigen institutionellen und regionalen Beziehungen vertiefen.
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