Der ungarische Forint steigt gegenüber dem Euro auf ein 4,5-Jahres-Hoch: Das ist passiert

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Der ungarische Forint hat gegenüber dem Euro seinen höchsten Stand seit mehr als viereinhalb Jahren erreicht. Damit setzt er eine bemerkenswerte Aufwärtsbewegung fort, die viele Marktbeobachter überrascht und das Vertrauen in die jüngste Entwicklung der Währung gestärkt hat.
Am Freitag fiel der Euro unter die Schwelle von 353 HUF und erreichte damit ein Niveau, das seit September 2021 nicht mehr gesehen wurde. Marktdaten zufolge fiel der EUR/HUF-Wechselkurs zu Beginn des Handels auf bis zu 352,1, bevor er leicht schwankte. Um 13:10 Uhr notierte der Euro bei 352,78 Forint.
Viereinhalbjähriger Höchststand für den Forint
Die jüngste Aufwertung stellt einen bedeutenden Meilenstein für die ungarische Währung dar. Das letzte Mal, dass der Euro für weniger als 353 HUF zu haben war, liegt fast fünf Jahre zurück.
Auch der US-Dollar schwächte sich gegenüber dem Forint ab. Am Freitagnachmittag lag der USD/HUF-Wechselkurs bei 304,8, nachdem er früher am Tag kurzzeitig unter 305 gefallen war. Der Dollar hat seit Donnerstag rund zwei Forint gegenüber der ungarischen Währung verloren, obwohl er Anfang Mai noch nahe der psychologisch wichtigen Marke von 300 HUF gehandelt wurde.
Entwicklungen im Nahen Osten stärken die Anlegerstimmung
Laut Telex könnten die jüngsten Kursgewinne des Forints mit den Entwicklungen im Nahen Osten zusammenhängen, die die globale Anlegerstimmung verbessert haben.
US-Präsident Donald Trump warnte zunächst, dass die Vereinigten Staaten einen groß angelegten Militärschlag gegen den Iran starten könnten, deutete später jedoch an, dass bereits an diesem Wochenende in Europa ein diplomatisches Abkommen unterzeichnet werden könnte. Trump wies zudem darauf hin, dass die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder geöffnet werden könnte, sollte eine Einigung erzielt werden.
Während iranische Regierungsvertreter Berichte über ein bevorstehendes Abkommen als Spekulation abgetan haben, scheinen die Finanzmärkte positiv auf die Aussicht auf eine Entspannung der Lage in der Region reagiert zu haben. Eine verringerte geopolitische Unsicherheit veranlasst Anleger häufig dazu, in renditestärkere Vermögenswerte und Währungen zu investieren, darunter auch solche aus Mittel- und Osteuropa.

Starke Nachfrage nach ungarischen Vermögenswerten
Die Aufwertung des Forint erfolgte nicht über Nacht. Zu Beginn dieses Monats hatte die Währung die Woche bereits nahe einem Fünfjahreshoch gegenüber dem Euro eröffnet.
Analysten haben auf mehrere Faktoren hingewiesen, die die ungarische Währung stützen. Neben der Verbesserung des internationalen Umfelds hat auch der Optimismus im Zusammenhang mit der Freigabe bestimmter EU-Mittel dazu beigetragen, das Vertrauen der Anleger in Ungarn zu stärken.
Aktuelle Marktberichte haben eine außergewöhnlich starke Nachfrage sowohl nach dem Forint als auch nach ungarischen Staatsanleihen hervorgehoben. Finanzanalysten zufolge ist das Interesse der Anleger mittlerweile so groß, dass die Ungarische Nationalbank (MNB) möglicherweise mehr Spielraum hat, künftige Zinssenkungen in Betracht zu ziehen, ohne dass dies zu einem erheblichen Druck auf die Währung führt.
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Wie geht es weiter?
Der Forint bleibt in diesem Jahr eine der Währungen mit der besten Wertentwicklung in der Region, gestützt durch relativ hohe Zinssätze, eine starke Auslandsnachfrage nach ungarischen Vermögenswerten und eine sich verbessernde Stimmung an den globalen Märkten.
Die Devisenmärkte reagieren jedoch weiterhin sehr empfindlich auf geopolitische Entwicklungen, Entscheidungen der Zentralbanken und Wirtschaftsdaten. Jede Verschlechterung der internationalen Rahmenbedingungen oder erneute Unsicherheit hinsichtlich der EU-Finanzmittel könnte die Aussichten rasch verändern.
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