Die Tisza-Partei startet eine Plattform für öffentliche Konsultationen – und greift dabei den Namen einer alten Fernsehsendung mit dem jungen Péter Magyar wieder auf

Ungarns regierende Tisza-Partei bereitet die Einführung einer neuen Online-Plattform namens „Közhang“ vor und verspricht, den Bürgern ein direktes Mitspracherecht bei nationalen und lokalen Themen zu gewähren sowie ihnen die Möglichkeit zu geben, die weitere Bearbeitung ihrer Vorschläge zu verfolgen. Der Name weist eine kuriose Verbindung zur Vergangenheit von Ministerpräsident Péter Magyar auf: Als junger Mann trat er im Jahr 2002 in einer gleichnamigen Sendung des Senders ATV auf.
Eine neue Plattform für Bürgerbeteiligung
Der Vizepräsident der Tisza-Partei, Márk Radnai, kündigte an, dass „Közhang“ – die als Ungarns erste gemeinschaftsbasierte Plattform für gesellschaftliche Konsultation beschrieben wird – in Kürze an den Start gehen wird.
Laut Radnai soll die Initiative das Wahlversprechen der Partei, „Ungarns Zukunft gemeinsam zu gestalten“, auf eine neue Ebene heben. Die Plattform wird einen kontinuierlichen gesellschaftlichen Dialog ermöglichen, wobei der Schwerpunkt auf verständlichen Informationen, Aufklärung, Transparenz und Nachvollziehbarkeit liegt.
Das Konzept ist so konzipiert, dass es sowohl nationale als auch lokale Themen abdeckt. Berichten zufolge sollen Nutzer ihre Argumente und Meinungen einbringen und verfolgen können, wie sich ein Vorschlag weiterentwickelt – einschließlich der Frage, ob daraus letztendlich eine tatsächliche Entscheidung oder Veränderung wird.
„Gemeinsam gestalten wir die Zukunft Ungarns. Doch um dies zu erreichen, müssen wir nun einen Schritt weitergehen“, erklärte Radnai in einem Facebook-Beitrag, in dem er die Initiative ankündigte.
Die Website, die derzeit noch nicht in Betrieb ist, zeigt mehrere Slogans an, darunter, dass es sich um „Ungarns erste Plattform für gesellschaftliche Konsultation“ handelt, und ermutigt die Nutzer, „die Zukunft nicht nur zu beobachten, sondern sie mitzugestalten“.
Die Seite verspricht zudem: „Ungarns Zukunft ist unser gemeinsames Anliegen“ und kündigt an, dass die Plattform in Kürze starten wird.
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Eine dauerhafte nationale Konsultation?
Das Konzept könnte unter der Tisza-Regierung einen bedeutenden neuen Kanal für die Bürgerbeteiligung darstellen. Das Versprechen der Plattform, kontinuierliche Konsultationen, transparente Informationen und die Möglichkeit zur Nachverfolgung der Bearbeitung von Bürgeranregungen zu bieten, hat bereits Vergleiche mit einer dauerhaften Version der ungarischen nationalen Konsultationen hervorgerufen.
Die Domain der Website wurde Berichten zufolge im Januar von einer Privatperson registriert. Radnai war zuvor bereits damit betraut worden, die öffentliche Meinung in die Entscheidungsfindung der Regierung einzubeziehen. Im Mai kündigte Magyar die Gründung des Instituts für ein funktionierendes und humanes Ungarn (MEMI) an, wobei Radnai zum Regierungsbeauftragten für diese Initiative ernannt wurde.
Damals erklärte Radnai, das Institut werde politisch unabhängig sein und darauf abzielen, eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit zu organisieren, ohne parteipolitischen Interessen zu dienen. Sein Budget soll vom Staat bereitgestellt werden.
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Die merkwürdige Verbindung zu Péter Magyars Vergangenheit
Der Name „Közhang“ ist dem ungarischen Publikum nicht ganz unbekannt. Laut Telex wurde er zuvor für eine ATV-Sendung verwendet, die vom Journalisten László Juszt moderiert wurde. Für den Ministerpräsidenten besteht zudem eine unerwartete persönliche Verbindung.
Im Juni 2002 trat ein junger Péter Magyar in der Sendung gemeinsam mit Ágoston Sámuel Mráz auf, der später als prominenter politischer Analyst bekannt wurde. Die beiden diskutierten über die Vergangenheit des ehemaligen Ministerpräsidenten Péter Medgyessy und den Umgang mit den Agentenaffären aus der kommunistischen Ära in Ungarn.
Mehr als zwei Jahrzehnte später wird der Name der Sendung für eine Plattform wiederbelebt, die nach Angaben der Tisza-Partei den Bürgern eine größere Rolle bei der Gestaltung politischer Entscheidungen einräumen soll.
Ob „Közhang“ zu einem wichtigen neuen Instrument der Bürgerbeteiligung werden oder effektiv als ständige nationale Konsultationsplattform fungieren wird, wird sich nach dem offiziellen Start der Plattform zeigen.
Sehen Sie sich unten die Sendung aus dem Jahr 2002 an:

