Die ungarische Außenministerin Anita Orbán ist zu Gesprächen über Waffenlieferungen an die Ukraine, den EU-Beitritt Kiews und die bilateralen Beziehungen zu Berlin in Deutschland

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Außenministerin Anita Orbán erörterte am Mittwoch in Berlin mit ihrem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul wichtige Fragen der ungarisch-deutschen Zusammenarbeit.

Anita Orbán: Zusammenarbeit auf offene, vorbereitete und ergebnisorientierte Weise

In einem Beitrag auf Facebook erklärte Orbán, dass sie und Wadephul bei ihrem Treffen mit den Vorbereitungen für das deutsch-ungarische Herbstforum begonnen hätten, das laut der Ministerin „ein wichtiges Symbol“ für die bilateralen Beziehungen sein werde. Ziel sei es, so Orbán, den Dialog auf Ministerebene im Herbst fortzusetzen. Zu den Plänen gehörten auch Gespräche zwischen den für Digitalisierung, Bildung, Verkehr und Energie zuständigen Ministern Ungarns und Deutschlands, fügte sie hinzu.

Anita Orbán Hungary's foreign minister
Außenministerin Orbán und Außenminister Wadephul. Foto: Facebook/Anita Orbán

Ungarn, so sagte sie, sei bereit, offen, engagiert und ergebnisorientiert mit Deutschland zusammenzuarbeiten. Orbán merkte an, dass sie Wadephul bereits beim Treffen der NATO-Außenminister im vergangenen Monat in Helsingborg getroffen habe, und fügte hinzu, dass das heutige Treffen in Berlin eine Gelegenheit gewesen sei, wichtige bilaterale Themen ausführlicher zu erörtern.

Neuer Schwung in den deutsch-ungarischen Beziehungen

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wadephul erklärte Orbán, die ungarisch-deutschen Beziehungen hätten neuen Schwung erhalten, und es liege im Interesse beider Länder, „die bilateralen Beziehungen, die in den letzten Jahren leider in den Hintergrund getreten sind, zu erneuern, das Vertrauen wiederherzustellen, den Fokus auf gemeinsame Werte zurückzuführen und weitere Bereiche der Zusammenarbeit zu identifizieren“.

Anita Orbán and Wadephul
Foto: Facebook/Anita Orbán

Die deutsch-ungarischen Beziehungen, so sagte sie, basierten auf Tradition und einem wertebasierten System, wobei die moderne Zusammenarbeit „in einer reichen historischen Vergangenheit verwurzelt“ sei.

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Orbán wies darauf hin, dass deutsche Unternehmen in Ungarn rund 250.000 bis 300.000 Arbeitsplätze schaffen und damit indirekt das Leben von etwa einer Million Menschen beeinflussen. Sie fügte hinzu, dass Tausende ungarischer Studierender in Deutschland studieren, genauso wie Ungarn Tausende deutscher Studierender aufnimmt. Um diese Chancen optimal zu nutzen, würden die beiden Länder die Zusammenarbeit zwischen ihren Ministerien in Zukunft verstärken, sagte sie.

Ein deutsch-ungarisches Forum, das den Start dieser erneuerten Zusammenarbeit symbolisieren soll, sei für Anfang Oktober geplant, sagte Orbán. „Nach Jahren eher kühler Beziehungen strebt Ungarn eine Neugestaltung der Beziehungen nicht nur auf Bundesebene, sondern auch mit den deutschen Bundesländern an“, fügte sie hinzu.

Der EU-Beitritt der Ukraine

Auf eine Frage zur Ukraine hin erklärte Orbán, es würden Anstrengungen unternommen, um ein persönliches Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten und dem ungarischen Ministerpräsidenten zu arrangieren. Sie bekräftigte die Position Ungarns, dass Beitrittskandidaten der Europäischen Union auf der Grundlage ihrer Leistungen und zu gleichen Bedingungen beitreten sollten – eine Haltung, die Ungarn gegenüber allen Beitrittswilligen vertritt. „Ungarn unterstützt keine Waffenlieferungen an die Ukraine und wird auch keine liefern“, sagte sie.

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