Durchbruch: Abkommen mit der Ukraine zur Regelung der Rechte der Ungarn in Transkarpatien tritt in Kraft

Sprache ändern:

Ungarn und die Ukraine haben offiziell das abgeschlossen, was Ministerpräsident Péter Magyar als „historisches Abkommen“ über die Rechte der ungarischen Volksgruppe in der ukrainischen Region Transkarpatien bezeichnet hat. Dies stellt einen bedeutenden Durchbruch in einem Streit dar, der die bilateralen Beziehungen seit Jahren belastet hat.

Magyar gab diese Entwicklung am Freitag bekannt und erklärte, die ukrainische Regierung habe sich formell zur Umsetzung aller Bestimmungen des Abkommens verpflichtet und diese zudem in ihren Aktionsplan der Europäischen Union zu Minderheitenrechten aufgenommen.

„Das historische Abkommen zwischen Ungarn und der Ukraine über die Bildungs-, Kultur-, Sprach- und politischen Rechte der ungarischen Gemeinschaft in Transkarpatien ist nun offiziell in Kraft getreten“, schrieb der ungarische Ministerpräsident in den sozialen Medien.

Streit um Minderheitenrechte endlich beigelegt

Obwohl der vollständige Text des Abkommens noch nicht veröffentlicht wurde, erklärte Magyar zuvor, dass sich die Ukraine zu einer umfassenden Regelung der Fragen bezüglich der Bildungs-, Sprach-, Kultur- und politischen Rechte der rund 100.000 in Transkarpatien lebenden ethnischen Ungarn verpflichtet habe.

Der Streit um Minderheitenrechte war in den vergangenen zehn Jahren eines der umstrittensten Themen in den ungarisch-ukrainischen Beziehungen. Frühere Regierungen in Budapest hatten wiederholt argumentiert, dass Änderungen der ukrainischen Sprach- und Bildungsgesetze die Rechte der ungarischen Minderheit eingeschränkt hätten.

Verhandlungen zu diesem Thema hatten bereits unter der vorherigen Orbán-Regierung begonnen, führten jedoch zu keiner endgültigen Einigung. Laut Magyar gelang es seiner Regierung, den Prozess innerhalb weniger Wochen abzuschließen und dabei die seit langem bestehenden Forderungen Ungarns hinsichtlich des Minderheitenschutzes aufrechtzuerhalten.

„Innerhalb weniger Wochen ist es uns gelungen, ein Problem zu lösen, das die Regierung Orbán in zehn Jahren nicht lösen konnte“, sagte der Ministerpräsident.

EU-Garantie stärkt das Abkommen

Magyar gab zudem bekannt, dass das Abkommen eine wichtige Garantie der Europäischen Union erhalten habe.

Nach Angaben des Ministerpräsidenten hat die Ukraine ihre Verpflichtungen formell in den Aktionsplan für Minderheitenrechte aufgenommen, der im Rahmen ihres EU-Beitrittsprozesses ausgearbeitet wurde. Damit ist die Erfüllung der gegenüber der ungarischen Minderheit gemachten Zusagen faktisch auch zu einer EU-Anforderung geworden.

„Das bedeutet, dass die Umsetzung der Verpflichtungen der Ukraine nun auch eine Erwartung der Europäischen Union ist“, sagte Magyar.

Er fügte hinzu, dass sowohl die Europäische Kommission als auch der Europäische Rat die Einhaltung der Verpflichtungen durch die Ukraine überwachen würden. Sollte Kiew seinen Verpflichtungen in Bezug auf Minderheitenrechte nicht nachkommen, könnten weitere Fortschritte im Beitrittsprozess blockiert werden.

Ungarn unterstützt die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine

Nach der politischen Einigung und den formellen Zusagen der Ukraine hat Ungarn seine Zustimmung zur Eröffnung des ersten Verhandlungskapitels im EU-Beitrittsprozess der Ukraine gegeben.

Magyar betonte jedoch, dass dies nur den Anfang eines voraussichtlich langwierigen Weges zur Mitgliedschaft darstelle. Als Beispiel führte er an, dass Montenegro die Beitrittsverhandlungen im Jahr 2012 aufgenommen habe und bis heute noch kein EU-Mitglied geworden sei.

Die Zustimmung der ungarischen Regierung ebnet den Weg für die Europäische Union, am Montag den ersten Verhandlungsblock der Beitrittsverhandlungen sowohl mit der Ukraine als auch mit Moldawien zu eröffnen.

EU-Spitzenpolitiker begrüßen Fortschritte

Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, begrüßten die Entscheidung ebenfalls in einer gemeinsamen Erklärung, die am Freitag veröffentlicht wurde, wie 24.hu berichtete.

Die beiden Staats- und Regierungschefs bezeichneten die Eröffnung des ersten Verhandlungskapitels als bedeutenden Schritt nach vorne für die Europäische Union und lobten sowohl die Ukraine als auch Moldau dafür, dass sie ihre Reformen trotz außerordentlicher Herausforderungen fortgesetzt haben.

Sie betonten, dass die Erweiterung nach wie vor eine strategische Investition in Frieden, Sicherheit und Wohlstand in Europa darstelle, und argumentierten, dass eine größere und stärkere Europäische Union im gemeinsamen Interesse aller Mitgliedstaaten liege.

Falls Sie es verpasst haben: Péter Magyar: Umfassendes Abkommen mit der Ukraine geschlossen

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *