Giftiges Lösungsmittel im Boden eines ungarischen Batteriewerks gefunden – Untersuchung lokaler Brunnen angeordnet

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Im Boden des SK On-Batteriewerkes in Iváncsa wurde ein potenziell gefährliches Lösungsmittel nachgewiesen, was Bedenken hinsichtlich einer möglichen Grundwasserverschmutzung in der Region aufkommen lässt.

Das Unternehmen teilte dem Gemeinderat mit, dass bei eigenen Überwachungsuntersuchungen NMP (N-Methyl-2-pyrrolidon) in einem Überwachungsbrunnen auf dem Werksgelände nachgewiesen worden sei. NMP ist ein in industriellen Prozessen verwendetes Lösungsmittel und wird als gesundheitsgefährdend eingestuft, unter anderem aufgrund seines Potenzials, ungeborene Kinder zu schädigen.

Nach Angaben des Unternehmens wurde die Verunreinigung Berichten zufolge am 28. August entdeckt. Die Behörden wurden umgehend benachrichtigt, und seitdem laufen Untersuchungen. SK On teilte der Gemeinde mit, dass die Quelle der Verunreinigung beseitigt worden sei und dass Prozesse, die zu einer weiteren Verschmutzung führen könnten, ausgesetzt worden seien.

Lokale Behörden ordnen unabhängige Wasseruntersuchungen an

Laut der Ungarischen Nachrichtenagentur (MTI) ordnete der Bürgermeister von Iváncsa, Tibor Molnár, die sofortige Untersuchung des Wassers aus einem Bohr- oder Schachtbrunnen in jeder Straße des Dorfes an. Die Proben werden von einem unabhängigen, akkreditierten Labor entnommen und analysiert, wobei die gesamten Kosten von der Gemeinde übernommen werden.

Gabriella Sáfár, die Gemeindesekretärin, erklärte, die Untersuchungen würden unabhängig von den Ergebnissen der ersten Probenahme innerhalb eines Monats wiederholt. „Schnelles Handeln und die Gesundheit der Anwohner sind wichtiger als Geld“, sagte sie.

Die Gemeinde hat zudem bei den Umweltbehörden Informationen über die laufenden Ermittlungen angefordert. Wichtig ist, dass die Verantwortlichen betonten, dass die Haupttrinkwasserversorgung des Dorfes von dem Vorfall nicht betroffen sei. Das Trinkwasser in Iváncsa wird über eine Leitung aus Ercsi bezogen.

Behörden untersuchen, ob sich die Kontamination ausgebreitet hat

Ervin Nagy, Abgeordneter der Tisza-Partei und Vertreter des Wahlkreises, erklärte, er habe nach der Entdeckung Rücksprache mit den zuständigen Behörden gehalten. Laut Nagy wurde umgehend eine Untersuchung eingeleitet, und der Betreiber stellte die Abwassereinleitungen im Zusammenhang mit den betroffenen technologischen Prozessen ein. Auf Empfehlung der Wasserbehörde wurde am 2. September zudem ein Wasserwirtschaftsnotstand zweiten Grades ausgerufen.

Es wurden bereits akkreditierte Wasserproben entnommen, die Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor. Nagy erklärte, die Behörden bereiteten zudem eine umfassendere Untersuchung vor, die Erkundungsbohrungen und weitere Grundwasseruntersuchungen umfasse, während gleichzeitig ein Sanierungsverfahren eingeleitet werde.

Derzeit bleibt daher unklar, ob sich die Kontamination über den internen Überwachungsbereich des Werks hinaus ausgebreitet hat oder das Grundwasser außerhalb des Geländes beeinträchtigt hat.

SK On gibt an, die betreffenden Anlagen außer Betrieb genommen zu haben

SK On Hungary bestätigte die Verunreinigung in einer an MTI übermittelten Erklärung. Das Unternehmen teilte mit, dass es unverzüglich die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen gemäß seinen internen Verfahren ergriffen habe, darunter die Außerbetriebnahme der betroffenen Anlagen.

Es fügte hinzu, dass es bei den Ermittlungen der Behörden sowie bei allen weiteren gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen uneingeschränkt kooperiere.

„Wir bedauern aufrichtig, falls diese Angelegenheit bei den Anwohnern und der Bevölkerung sowie bei den zuständigen Behörden und unseren Mitarbeitern Besorgnis ausgelöst hat“, erklärte das Unternehmen. SK On betonte, dass Sicherheit und Umweltschutz weiterhin oberste Priorität hätten.

Werk in Iváncsa wurde zuvor mit einer Geldstrafe von 100 Millionen HUF belegt

Der jüngste Vorfall ereignete sich nur wenige Wochen, nachdem das Batteriewerk in Iváncsa im Zuge einer Untersuchung zur Arbeitssicherheit mit einer Geldstrafe in Höhe von 100 Millionen HUF belegt worden war.

Den bereits zuvor veröffentlichten Untersuchungsergebnissen zufolge kamen die Behörden zu dem Schluss, dass die Gesundheit und die körperliche Unversehrtheit von 65 Beschäftigten ernsthaft und unmittelbar gefährdet waren. Zu den Beanstandungen gehörte unter anderem die unzureichende Bereitstellung von Schutzausrüstung beim Umgang mit gefährlichen Gemischen.

Berichten zufolge benötigten die Arbeitnehmer Atemschutz der Schutzklasse P3 sowie Handschuhe, die zum Schutz vor chemischen Einwirkungen geeignet sind, wurden jedoch stattdessen angewiesen, FFP2-Masken und Latexhandschuhe zu verwenden. Die Behörden stellten zudem Mängel bei der Trennung von kontaminierter Arbeitskleidung und sauberer Straßenkleidung fest.

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