Ist es akzeptabel, Kinder zur Budapest Pride mitzunehmen? Ein Foto auf Facebook löst heftige Diskussionen aus

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In Ungarn ist ein politischer Sturm entbrannt, nachdem ein Foto, das drei kleine Kinder bei der diesjährigen Budapest Pride zeigt, von Dóra Dúró, der stellvertretenden Parlamentspräsidentin und einer führenden Persönlichkeit der rechtsextremen Partei „Mi Hazánk“, online geteilt wurde. Das Bild löste eine Welle der Empörung aus, woraufhin Dúró den Beitrag von ihrer Facebook-Seite entfernte. Sie verteidigte ihr Vorgehen mit der Behauptung, dass der Besuch solcher Veranstaltungen durch Minderjährige deren „gesunde körperliche und psychische Entwicklung“ gefährde.
Kinder bei der Pride?
Die Besucherzahlen bei der Budapest Pride schienen geringer zu sein als im Vorjahr, als sich die Veranstaltung zu einer groß angelegten Protestkundgebung gegen die Regierung Orbán entwickelte. Doch trotz der drückenden Hitze nahmen Tausende teil, und zahlreiche Fotos von der Parade kursierten im Internet. Dúró hob in einem separaten Beitrag die ihrer Meinung nach „extremsten“ Beispiele hervor und argumentierte, diese förderten „Abweichungen“. Darunter befand sich eine Nahaufnahme von drei Kindern, deren Gesichter nicht unkenntlich gemacht waren.

Auf den Vorfall machte Nefi aufmerksam, eine Organisation, die autistische und ADHS-betroffene Erwachsene sowie deren Familien unterstützt. Sie wies darauf hin, dass das Foto zwar nach öffentlicher Kritik gelöscht worden sei, sich jedoch bereits weit verbreitet habe – Kommentatoren vermuteten, dass dies absichtlich geschehen sei. Obwohl das ungarische Recht das Aufnehmen von identifizierbaren Bildern bei öffentlichen Großveranstaltungen erlaubt, gilt die Veröffentlichung von erkennbaren Bildern kleiner Kinder allgemein als unangemessen.
Für die Teilnahme an der Budapest Pride gab es keine Altersbeschränkungen; Familien konnten frei daran teilnehmen, von kleinen Kindern bis zu älteren Menschen.

Eine Frage des Schadens
Dúró argumentierte, dass jeder Elternteil, der ein Kind zur Pride oder zu ähnlichen Veranstaltungen mitnimmt, dessen Entwicklung gefährdet. Sie sagte, die Verantwortung liege bei den Eltern, die ihre Kinder als Mittel für die LGBTQ-Bewegung instrumentalisierten.
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Nefi erklärte jedoch, man kenne die Mutter der drei Kinder – die autistisch sind – und sagte, sie habe aus Stolz auf ihre Kinder und deren Identität an der Veranstaltung teilgenommen. Nach Angaben der Mutter seien die Kinder nicht traumatisiert worden, sondern hätten lediglich „mit ihrer Familie an einer Veranstaltung teilgenommen“.

„Wenn jedoch die Gesichter von Kindern dazu benutzt werden, eine Flut hasserfüllter Kommentare gegen sie auszulösen, hat dies längst nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun“, schrieb Nefi.
Stunden vor dem Pride-Umzug kündigte Dúró zudem an, dass „Mi Hazánk“ seinen Preis für „Öffentlichen Mut“ an Zoltán Vass verleihen werde, der im Vorfeld der Veranstaltung von der Elisabethbrücke in Budapest Regenbogenfahnen in die Donau geworfen hatte.

Die Teilnehmer der Budapest Pride trotzen der Hitze und strömen auf die mit Regenbogenflaggen geschmückten Straßen – Fotogalerie

