Ist Wizz Air wirklich in Schwierigkeiten, oder ist das alles nur ein Bluff? Anleger stoßen Aktien nach der Warnung des Ryanair-Chefs ab

Natürlich ist dies nicht die erste Breitseite von Michael O’Leary gegen Wizz Air. Die beiden Fluggesellschaften sind erbitterte Rivalen, die den osteuropäischen Luftraum beherrschen. Es ist also keine Überraschung, dass der Ryanair-Chef dem ungarischen Emporkömmling Ärger macht. Die eigentliche Frage ist: Warum haben die Märkte angebissen?
Wizz Air in Gefahr? Die Aktien werden in Scharen abverkauft
Der Chef von Ryanair hat Wizz Air schon lange den Untergang prophezeit. Michael O’Leary – der erst kürzlich die Regierung Orbán dafür lobte, dass sie im vergangenen Oktober die als “Extra-Profit-Steuer” bezeichnete Passagierabgabe abgeschafft hat – erklärte einst den Bankrott oder die Übernahme der ungarischen Billigfluglinie für unvermeidlich. Er kritisierte den kolossalen Fehler, die Flugzeuge während der Covid-Phase zu verscherbeln, um sie jetzt wieder zu leasen. O’Leary bezeichnete auch die strategische Neuausrichtung des Unternehmens im letzten Jahr als falsch, da die Expansion in den Nahen Osten und nach Asien ein Flop war.

Die Zahlen stützen O’Learys Behauptungen nicht – Wizz Air fliegt weiter und hat neue Sommerrouten angekündigt, über die wir berichtet haben. Aber der Ryanair-Chef hat sich wieder zu Wort gemeldet und sowohl für Wizz Air als auch für Air Baltic den Bankrott bis Oktober oder November vorausgesagt. Beide Fluggesellschaften bestreiten dies, doch die Anleger sind an der Budapester und Londoner Börse durchgedreht. Die Aktien brachen heute um 2% ein, berichtet Világgazdaság.

Treibstoffknappheit als Ursache für die Theorie des Ryanair-Chefs
O’Leary macht die steigenden Treibstoffpreise infolge des Iran-Krieges für die Misere von Wizz Air verantwortlich und behauptet, das Unternehmen habe es versäumt, sich rechtzeitig mit Treibstoff zu versorgen. Ryanair hingegen hat einen großen Teil seines Kerosinbedarfs frühzeitig abgesichert – zu Tiefstpreisen.

Die jüngsten Äußerungen von Michael O’Leary zu den finanziellen Aussichten von Wizz Air sind eindeutig unwahr und falsch”, erwiderte die ungarische Billigfluggesellschaft. Die Finanzen von Wizz Air sind stabil und verfügen über eine beträchtliche Liquidität. Die Flugzeuge seien 18 Monate im Voraus finanziert und – im Gegensatz zu den Konkurrenten – sei ein größerer Teil des Treibstoffbedarfs über frühere Optionsgeschäfte abgesichert worden. Das schützt das Unternehmen vor wilden Preisschwankungen. Air Baltic sagte lediglich, dass man die Ereignisse beobachte und plane, den Flugbetrieb wie geplant fortzusetzen.

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