LKW-Fahrer blockieren ungarisch-serbische Grenze wegen neuer EU-Einreisebestimmungen, Verkehr wird nach Rumänien umgeleitet

Lastwagenfahrer aus Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro werden am Montag, den 26. Januar 2026, eine groß angelegte Protestaktion an der ungarisch-serbischen Grenze starten. Die Demonstration, die um 12 Uhr mittags beginnen soll, wird die Frachtwege an den wichtigsten Grenzübergängen, darunter Röszke, Tompa und Hercegszántó, sowohl auf der ein- als auch auf der ausfahrenden Seite schließen und voraussichtlich auf unbestimmte Zeit andauern.
Protest richtet sich gegen EU-Grenzpolitik
Nach Angaben von Szeretlek Magyarország ist die Aktion eine Reaktion auf das neue Einreisesystem der Europäischen Union, das nach Ansicht von Verkehrsverbänden die Schengen-Regel des 90/180-Tage-Aufenthalts ungerechtfertigt auf Berufskraftfahrer aus Nicht-EU-Ländern anwendet.
Neđo Mandić, Präsident des serbischen Verbandes der internationalen Spediteure, erklärte: “Wenn man die 90 Tage auf sechs Monate aufteilt, können die Fahrer maximal 15 Tage im Schengen-Raum arbeiten.”
Djordjije Ljesnjak, der die montenegrinischen Spediteure vertritt, nannte die Regelung “einen listigen Versuch der EU, uns unsere qualifiziertesten Arbeitskräfte wegzunehmen.” Amir Hadžidedić, Sprecher der bosnischen Spediteure, fügte hinzu, dass die Demonstrationen lediglich dazu dienen, die Europäische Kommission zu veranlassen, sich mit dem Thema zu befassen.
Die Fahrer fordern, dass Nicht-EU-Spediteure als Grenzgänger und nicht als Touristen behandelt werden, so dass sie von den Schengen-Beschränkungen ausgenommen werden.
Von der Polizei empfohlene Alternativrouten
Die ungarischen Behörden haben Leitlinien herausgegeben, um Staus zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten:
- Autobahn M5 in Richtung M43: Der Güterverkehr sollte auf die M43 abfahren und über den Grenzübergang Csanádpalota (Nagylak II) nach Rumänien weiterfahren.
- Autobahn M4 in Richtung Rumänien: Benutzen Sie den Grenzübergang Nagykereki (Bors II).
- Autobahn M6 in Richtung Kroatien: Die Ausfahrt in Richtung der serbischen Grenze ist aufgrund der Blockade verboten. Lastwagen sollten über die Transitstrecken nach Kroatien weiterfahren.
Den Fahrern wird dringend geraten, nicht auf Seitenstreifen zu warten, da dies sowohl illegal als auch lebensgefährlich ist. Große LKW-Parkplätze entlang der Autobahnen M1, M0, M5 und M6 sollten für Pausen genutzt werden, wobei die Planung an der westlichen Grenze (Hegyeshalom/Rajka) beginnt.
Seien Sie auf Ungewissheit vorbereitet
Angesichts der unbestimmten Dauer der Proteste werden die Spediteure dringend gebeten, für ausreichend Treibstoff, Lebensmittel und Wasser zu sorgen. Aktuelle Informationen in Echtzeit finden Sie auf der Website der Polizei für Grenzinformationen, und Autofahrer sollten die digitalen Verkehrsschilder entlang der Autobahnen im Auge behalten.
Die Behörden dankten den Fahrern und Transportunternehmen für ihr Verständnis und ihre Kooperation während der Unterbrechung.

