Ministerpräsident Magyar kündigt umfassende Änderungen an: Erhebliche Gehaltserhöhungen, strengere Umweltstrafen und radikale Änderungen bei den Konzessionen

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Die ungarische Regierung unter Ministerpräsident Magyar hat ein umfassendes Paket sozialer, ökologischer und institutioneller Maßnahmen angekündigt, darunter eine zweistufige Lohnerhöhung für Sozialarbeiter, höhere Sozialleistungen für Menschen mit eingeschränkter Erwerbsfähigkeit, tiefgreifende Änderungen im Kinderschutzsystem sowie die Schaffung einer neuen nationalen Umweltbehörde.
Ministerpräsident Péter Magyar stellte die Beschlüsse auf einer Pressekonferenz in Budapest vor und erklärte, die Regierung habe einen stark erschöpften Haushalt und ein angeschlagenes Sozialsystem vorgefunden, werde jedoch ihre Wahlversprechen dennoch einhalten.
Sozialleistungen und höhere Löhne
Sozialarbeiter, darunter Mitarbeiter des Kinderschutzes und des Bildungswesens, sollen eine Lohnerhöhung von 25 % in zwei Stufen erhalten. Die erste Erhöhung wird voraussichtlich Mitte Oktober erfolgen, gefolgt von einer zweiten ab dem 1. Januar 2027.
Die Leistungen für Menschen mit eingeschränkter Erwerbsfähigkeit werden um 10 % angehoben, während Personen über 65 Jahren in dieser Gruppe mindestens 120.000 HUF pro Monat erhalten. Die Maßnahme soll rund 238.000 Menschen zugutekommen.
Die Regierung plant zudem, die Mindestrente ab Januar 2027 von 28.500 HUF auf 120.000 HUF anzuheben. Zu den weiteren Maßnahmen gehören günstigere Brennholzpreise, eine Verdopplung der Mittel für das soziale Brennholzprogramm sowie eine Mehrwertsteuerbefreiung für verschreibungspflichtige Medikamente.

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Kinderschutzsystem erhält Milliarden
Vier Jugendstrafanstalten in Aszód, Debrecen, Rákospalota und Nagykanizsa werden ab dem 1. Oktober wieder in das Kinderschutzsystem integriert. Die Regierung stellt für deren Ausbau unverzüglich 3 Milliarden HUF bereit; weitere 2,5 Milliarden HUF sind bis 2028 vorgesehen.
Die Regierung wird die ehemalige Einrichtung in der Szőlő-Straße in Budapest, die unter der vorherigen Regierung verkauft wurde, nicht wiedereröffnen.
Zudem läuft derzeit eine separate Überprüfung des ungarischen Kinderschutzsystems. Magyar erklärte, die Regierung werde Berichte zu seit Langem bestehenden Problemen veröffentlichen, während weitere 10 Milliarden HUF bereitgestellt werden könnten, um die dringendsten Probleme des Systems zu beheben.

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Neue „Superbehörde“ für Umweltfragen geplant
Ab dem 1. Januar 2027 ist die Einrichtung einer neuen unabhängigen nationalen Umweltbehörde geplant, die Zuständigkeiten in den Bereichen Umwelt, Natur, Klima, Wasser, Tierschutz und Forstwirtschaft bündeln soll.
Die Behörde soll insbesondere die Batterieherstellung, das Recycling und die Entsorgung streng überwachen. Auch die Bußgelder im Umweltbereich würden deutlich verschärft: Die Höchststrafe für die schwerwiegendsten Verstöße könnte auf 5 Milliarden HUF steigen.
Für große Unternehmen ist zudem ein „Three-Strikes“-Prinzip vorgesehen. Unternehmen, die wiederholt gegen Umweltvorschriften verstoßen, könnten mit einer Mindeststrafe in Höhe von 0,5 % ihres jährlichen Nettoumsatzes rechnen, wobei ein Mindestbetrag von 5 Millionen HUF gilt.
Die Regierung plant zudem eine umfassende Reform des ungarischen Abfallwirtschaftssystems und hat Mittel in Höhe von mehreren zehn Milliarden Forint für die Pflanzung von Millionen von Bäumen und die Ausweitung der Waldflächen bis zum Jahr 2030 angekündigt.

Casino- und Tabakkonzessionen werden überprüft
Die Regierung bereitet eine radikale Umstrukturierung der Tabak- und Kasinokonzessionen vor und plant, die Regulierungsfunktion der Aufsichtsbehörde für regulierte Tätigkeiten (SZTFH) abzuschaffen. Magyar deutete an, dass die Kündigung bestehender Konzessionsverträge in Betracht gezogen werden könnte, obwohl endgültige Entscheidungen noch ausstehen.
Die Regierung plant zudem, die Pflichtmitgliedschaft in der Ungarischen Ärztekammer wieder einzuführen und gleichzeitig einen neuen Beratungsdienst zum Schuldenmanagement für finanziell angeschlagene Familien einzurichten.
Weitere wichtige Beschlüsse
Die Regierung wird Männern im wehrfähigen Alter, die vor dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine fliehen, weiterhin vorübergehenden Schutz in Ungarn gewähren, ungeachtet der jüngsten Entscheidung der EU in dieser Angelegenheit. Zudem plant sie, langwierige Strafverfahren zu überprüfen, die vollständige Verstaatlichung des Vollstreckungssystems vorzubereiten und den ungarischen Reservebeitrag zur EUFOR-Althea-Friedensmission in Bosnien und Herzegowina zu erhöhen.
Unterdessen erklärte Magyar, dass das neu errichtete Wehr am Kernkraftwerk Paks für einen ausreichenden Wasserstand sorge, sodass die Anlage nahezu mit voller Kapazität betrieben werden könne. Die Regierung fordert zudem von Österreich Entschädigung für asbestverseuchtes Gestein, das nach Ungarn transportiert wurde, und setzt die Verhandlungen mit Brüssel über die EU-Geldstrafe in Höhe von 1 Million Euro pro Tag im Zusammenhang mit der Migration fort.

