Orbáns Fidesz: Dies ist „das Ende der konstitutionellen Demokratie“ in Ungarn

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Ungarns größte Oppositionspartei, Fidesz, hat den von der Regierung vorgeschlagenen 17. Änderungsantrag zum Grundgesetz scharf verurteilt; Fraktionsvorsitzender Gergely Gulyás bezeichnete ihn als „das Ende der konstitutionellen Demokratie und den Beginn einer autoritären Herrschaft in Ungarn“.
Die Erklärung erfolgte am Samstagnachmittag, nachdem Ministerpräsident Péter Magyar bekannt gegeben hatte, dass seine Regierung den Verfassungsänderungsentwurf offiziell dem Parlament vorgelegt habe.
Gulyás: „Hier wird nicht einfach nur eine Grenze überschritten“
In einem Facebook-Beitrag argumentierte Gulyás, dass die vorgeschlagene Änderung dazu führen würde, Präsident Tamás Sulyok trotz seines rechtmäßig gültigen verfassungsmäßigen Mandats aus politischen Gründen seines Amtes zu entheben. Er behauptete zudem, der Vorschlag würde das Verfassungsgericht faktisch „enthaupten“, demokratische Wahlen einschränken und mehr als die Hälfte der derzeitigen Abgeordneten der Opposition daran hindern, bei künftigen Wahlen zu kandidieren.
„Das ist nicht einfach nur eine Grenzüberschreitung“, schrieb Gulyás.
Dem Fidesz-Politiker zufolge gilt: Wenn das Parlament den Präsidenten absetzen, das Verfassungsgericht umgestalten und die parlamentarische Opposition auf diese Weise einschränken kann, „dann kann von nun an in Ungarn jedem alles angetan werden“.
Fidesz vergleicht den Vorschlag mit früheren Regierungen
Gulyás wies darauf hin, dass Ungarn sich derzeit in der zehnten Legislaturperiode seit dem demokratischen Wandel befinde und dass Regierungen bereits sechs Mal über eine verfassungsrechtliche Zweidrittelmehrheit verfügt hätten. Er argumentierte, dass keine frühere Regierung versucht habe, einen amtierenden Präsidenten abzusetzen, Richter des Verfassungsgerichts zu entlassen oder Oppositionspolitiker an der Teilnahme an demokratischen Wahlen zu hindern.
„Dies ist nicht bloß ein Verstoß gegen die Rechtsstaatlichkeit: Es ist deren Ende“, sagte er.
Fidesz wird am Montag über eine Reaktion beraten
Gulyás kündigte an, dass die Fidesz-Fraktion am Montag zusammentreten werde, um mögliche Reaktionen auf das zu erörtern, was die Partei als Verfassungskrise bezeichnet. Der vorgeschlagene Verfassungsänderungsentwurf hat bereits eine politische Debatte ausgelöst. Befürworter der Regierung argumentieren, die Änderungen seien notwendig, um vor der Wahl gemachte Versprechen einzulösen und staatliche Institutionen zu reformieren, während Kritiker, darunter der ehemalige Präsident János Áder, davor gewarnt haben, dass der Vorschlag die verfassungsmäßige Ordnung Ungarns untergraben könnte.
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