Orbáns Fidesz fordert von der EU die „sofortige Freigabe“ aller Ungarn zustehenden Mittel

Sprache ändern:

Die Fidesz-Abgeordneten im Europäischen Parlament fordern von der Europäischen Union die sofortige und bedingungslose Freigabe von Milliarden Euro an Fördermitteln für Ungarn und sprechen sich zudem für mehr Mittel für den Grenzschutz und die Landwirtschaft aus.

Die Fidesz-KDNP-Fraktion im Europäischen Parlament hat die sofortige und bedingungslose Auszahlung aller für Ungarn vorgesehenen EU-Mittel gefordert und argumentiert, dass die von der Regierung unter Viktor Orbán ausgehandelten Gelder aus politischen Gründen zurückgehalten worden seien.

In einer Erklärung, die am Montag an die ungarische staatliche Nachrichtenagentur MTI übermittelt wurde, erklärte die Fraktion, sie wolle, dass der EU-Haushalt für 2027 um 11 Milliarden Euro aufgestockt werde. Tamás Deutsch, Fidesz-Europaabgeordneter und Mitglied des Haushaltsausschusses des Europäischen Parlaments, reichte den Vorschlag im Namen der ungarischen Delegation ein.

Fidesz MEP Tamás Deutsch English budget
Screenshot: YouTube/ATV Magyarország

Fidesz fordert Milliarden an eingefrorenen EU-Mitteln

Nach Angaben von Fidesz wurden im Jahr 2022 rund 55 % der Mittel aus drei ungarischen operationellen Programmen – etwa 6,3 Milliarden Euro – aus politischen Gründen eingefroren. Die Partei fordert nun, dass nicht nur die Mittel für den Wiederaufbau nach der Pandemie, sondern auch die gesamte ungarische Zuweisung an Kohäsionsmitteln bedingungslos ausgezahlt werden.

Fidesz betonte, dass eine von Orbán geleitete Delegation im Dezember 2020 zusätzlich zum EU-Aufbaufonds Kohäsionsmittel in Höhe von 22 Milliarden Euro für Ungarn ausgehandelt habe. Die Partei behauptet, dass ein Teil dieser Gelder anschließend von der Europäischen Kommission und der von ihr so bezeichneten „liberalen Mehrheit“ im Europäischen Parlament zurückgehalten worden sei.

In der Erklärung wurde zudem eine Aufstockung des Haushalts der Gemeinsamen Agrarpolitik um 2,5 Milliarden Euro gefordert, verbunden mit zusätzlicher Unterstützung für Junglandwirte, den Weinsektor und Imker.

Mehr EU-Gelder für den Grenzschutz

Die ungarische Delegation innerhalb der „Patriots“-Fraktion im Europäischen Parlament strebt zudem erhebliche Änderungen bei den EU-Ausgaben im Bereich Migration an. Sie fordert, dass 1 Milliarde Euro aus der von ihr als „gescheitert“ bezeichneten EU-Migrationspolitik abgezogen und 2 Milliarden Euro zusätzlich für den Grenzschutz bereitgestellt werden. Die Fraktion fordert insbesondere die Erstattung der ungarischen Kosten für den Grenzschutz.

„Wir fordern, dass der illegal durchgesetzte Migrationspakt überprüft und zurückgezogen wird“, erklärte Fidesz-KDNP.

Die Fraktion strebt zudem eine Verdopplung des EU-Krisenfonds für die Landwirtschaft von 450 Millionen Euro auf 900 Millionen Euro an und verweist dabei auf die durch die Dürre verursachten Schäden. Sie erklärte, die jüngste Trockenheit habe die Erträge bei Getreide und Mais um 20–30 % verringert, während Viehzüchter zudem mit beschädigten Weiden und stark steigenden Futtermittelpreisen zu kämpfen hätten.

Fidesz nimmt zudem die Erasmus-Fördermittel ins Visier

Fidesz-KDNP hat erneut vorgeschlagen, die Erasmus-Mittel für die von Stiftungen geführten Universitäten in Ungarn in die Reserve einzustellen, bis die Europäische Kommission die Gelder freigibt.

Die Situation hat sich jedoch bereits gewandelt. Bildungsministerin Judit Lannert gab letzte Woche bekannt, dass das Erasmus-Programm ab dem akademischen Jahr 2026/2027 an den ungarischen Hochschulen wieder aufgenommen wird, sodass Studierende aller 21 zuvor von Einschränkungen betroffenen Hochschulen erneut daran teilnehmen können.

Fidesz warf der Tisza-Regierung dennoch vor, den Konflikt nicht gelöst zu haben, und forderte die Kommission auf, die Beschränkungen unverzüglich aufzuheben.

Die Fraktion schlug zudem vor, 250 Millionen Euro aus EU-Förderprogrammen zu streichen, die von ihr als „linksgerichtete“ zivilgesellschaftliche Organisationen bezeichnete, und argumentierte, dass die Mitgliedstaaten keinem politisch motivierten Druck seitens der EU-Institutionen ausgesetzt sein sollten.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *