Péter Magyar im Gespräch mit serbischem Ungarnführer: Politikwechsel in Sicht

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Ungarns neu gewählter Premierminister Péter Magyar hat nach Gesprächen in Budapest mit Bálint Pásztor, dem Vorsitzenden der Allianz der Ungarn in der Vojvodina (Vajdasági Magyar Szövetség, kurz VMSZ), weitere Unterstützung für die ethnischen Ungarn in Serbien zugesagt und gleichzeitig eine strengere Kontrolle der grenzüberschreitenden Finanzierung signalisiert.

Das Treffen, das von beiden Seiten als offen und konstruktiv beschrieben wurde, findet nach den ungarischen Parlamentswahlen statt und ist ein erster Hinweis darauf, wie die neue Regierung von Péter Magyar die Beziehungen zu den ungarischen Gemeinschaften im Ausland umgestalten will.

Péter Magyar setzt seine Unterstützung fort, aber mit neuen Bedingungen

Magyar betonte, dass die in der serbischen Region Vojvodina lebenden ethnischen Ungarn auch unter seiner Führung “weiterhin auf die Unterstützung des Mutterlandes zählen können”. Er betonte, dass die zuvor erworbenen Rechte gewahrt bleiben und dass die Stärkung der ungarisch-serbischen Beziehungen weiterhin Priorität haben wird, insbesondere im Hinblick auf die Verbesserung des täglichen Lebens und der Perspektiven der ungarischen Minderheit.

Gleichzeitig machte er deutlich, dass seine Regierung “grundlegende Änderungen” bei der Verwendung der ungarischen Staatsgelder in der Vojvodina erwartet. Laut Magyar werden Transparenz und Effizienz neben einer strengeren Rechenschaftspflicht für Institutionen, die von ungarischen Steuergeldern profitieren, die wichtigsten Anforderungen für die Zukunft sein.

Ein besonders heikles Thema, das bei den Gesprächen angesprochen wurde, war die Unabhängigkeit der Medien. Péter Magyar kritisierte die Medien in der Vojvodina, die von Ungarn finanziert werden, aber mit der VMSZ verbunden sind, und argumentierte, dass sie nicht als Vehikel für innenpolitische Botschaften dienen sollten. Er führte Bedenken über die begrenzte Berichterstattung über seine politische Bewegung und angebliche redaktionelle Einmischung bei der Wahlberichterstattung an.

Überprüfung der Finanzierung und der Wahlverfahren

Der neue Premierminister kündigte auch Pläne für eine rückwirkende Überprüfung der finanziellen Unterstützung an, die der Vojvodina in den letzten zehn Jahren gewährt wurde. Darüber hinaus beabsichtigt er, gemeldete Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Briefwahl zu untersuchen, einem System, das von den im Ausland lebenden Ungarn häufig genutzt wird.

Diese Maßnahmen deuten darauf hin, dass die neue Regierung ihre langjährige Politik zur Unterstützung der Diaspora, die in den letzten Jahren ein Eckpfeiler der ungarischen Politik war, überdenken will.

VMSZ signalisiert Bereitschaft zur Zusammenarbeit

Pásztor schlug nach dem Treffen einen versöhnlichen Ton an und betonte, dass der VMSZ in der Vergangenheit mit jeder ungarischen Regierung in einer “korrekten und kooperativen Partnerschaft” zusammengearbeitet hat, um die Interessen der ungarischen Gemeinschaft in der Vojvodina zu fördern.

Er skizzierte den institutionellen Rahmen und die Herausforderungen der Gemeinschaft und wies darauf hin, dass viele wichtige Institutionen vom Ungarischen Nationalrat, einem gewählten Selbstverwaltungsorgan der Minderheit, beaufsichtigt werden. Laut Pásztor dienen diese Strukturen den Interessen der Gemeinschaft (nicht der Partei) und wurden über Jahrzehnte aufgebaut.

Zur Frage der Finanzierung sagte er, dass Transparenz und Rechenschaftspflicht schon immer gängige Praxis gewesen seien und dass laufende oder zukünftige Überprüfungen “natürlich” seien. Zu den Bedenken bezüglich der Briefwahl sagte er, dass das Verfahren sowohl mit dem ungarischen als auch mit dem serbischen Recht vollständig übereinstimme und dass die Wähler ihr Urteil bei der Wahl bereits abgegeben hätten.

Gemeinsame Ziele, aber vorsichtiger Optimismus

Trotz der Unterschiede im Ton und in der Betonung waren sich beide Politiker einig, dass das übergeordnete Ziel der nationalen Politik unverändert bleiben sollte: den Ungarn in der Vojvodina zu ermöglichen, in ihrer Heimat zu gedeihen, ihre Rechte auszuüben und starke Institutionen zu erhalten.

Pásztor äußerte sich optimistisch über die künftige Zusammenarbeit und bestätigte, dass der Dialog auch nach dem offiziellen Amtsantritt der neuen ungarischen Regierung fortgesetzt werde. Péter Magyar hat seinerseits eine Einladung zu einem Besuch in der Vojvodina angenommen, der noch in diesem Sommer stattfinden soll.

Das Treffen macht deutlich, dass ein heikler Balanceakt bevorsteht: die langjährige Unterstützung für die ungarischen Gemeinschaften im Ausland aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Reformen einzuführen, die die politische und institutionelle Landschaft des Diaspora-Engagements umgestalten könnten.

Abgebildetes Bild: Dr. Pásztor Bálint/Facebook

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