Péter Magyar trifft sich in Brüssel mit Metsola, die einer Beendigung der Untersuchungen wegen antidemokratischer Vorwürfe zustimmt

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Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar führte am Donnerstag in Brüssel Gespräche mit der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola. Er bezeichnete das Treffen als erfolgreich und hob das, wie er es nannte, gemeinsame Engagement hervor, das seit Langem andauernde Verfahren nach Artikel 7 gegen Ungarn bis zum Herbst zu beenden.
Das Treffen fand im Rahmen von Magyars erstem EU-Gipfel als Ministerpräsident statt und zielte darauf ab, die Beziehungen zu den europäischen Institutionen nach Jahren der Spannungen zwischen Budapest und Brüssel wieder aufzubauen.
Ein symbolischer Empfang in Brüssel
Metsola veröffentlichte in den sozialen Medien ein kurzes Video des Treffens. Die Aufnahmen zeigten Magyar bei seiner Ankunft in Begleitung von Außenministerin Anita Orbán und Ungarns Ständiger Vertreter bei der EU, Bálint Ódor.
Das Treffen bot einen heiteren Moment, als Metsola scherzhaft „noch ein Auftritt“ bemerkte, als Magyar durch den Eingang begrüßt wurde, der üblicherweise für besuchende Staats- und Regierungschefs reserviert ist. Die Bemerkung bezog sich auf seine früheren Besuche im Europäischen Parlament als Europaabgeordneter, bevor er ungarischer Ministerpräsident wurde.
Einigung über das Verfahren nach Artikel 7
Im Anschluss an die Gespräche gab Magyar in den sozialen Medien bekannt, dass er und Metsola sich darauf geeinigt hätten, dass das 2018 gegen Ungarn eingeleitete Verfahren nach Artikel 7 in den kommenden Monaten abgeschlossen werden solle.
Das Verfahren wurde aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit und der demokratischen Standards unter der früheren ungarischen Regierung eingeleitet. Obwohl Artikel 7 theoretisch zur Aussetzung bestimmter Mitgliedschaftsrechte innerhalb der EU führen kann, ist der Prozess seit seiner Einleitung vor acht Jahren weitgehend ins Stocken geraten.
„Präsidentin Metsola und ich waren uns einig, dass das gegen Ungarn wegen der antidemokratischen und rechtsstaatfeindlichen Maßnahmen der vorherigen Regierung eingeleitete Verfahren bis zum Herbst abgeschlossen werden sollte“, schrieb Magyar.
Das Verfahren nach Artikel 7 wurde durch die Verabschiedung des sogenannten Sargentini-Berichts durch das Europäische Parlament im Jahr 2018 ausgelöst. Auch wenn dieser Mechanismus unabhängig von finanziellen Streitigkeiten zwischen Ungarn und der EU abläuft, bleibt er eines der politisch heikelsten Themen in den Beziehungen Ungarns zur Union.
Jüngste Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich die Lage möglicherweise in Bewegung setzt. Die niederländische grüne Europaabgeordnete Tineke Strik, Berichterstatterin des Europäischen Parlaments für den Fall Ungarn, wies kürzlich darauf hin, dass voraussichtlich im Oktober eine EP-Delegation nach Ungarn reisen wird, um die Reformen zu bewerten und mit den Beteiligten zu beraten. Die Ergebnisse könnten möglicherweise zu einer Empfehlung führen, das Verfahren einzustellen.
Péter Magyar lud Metsola nach Ungarn ein
Magyar gab zudem bekannt, dass er Metsola zu einem offiziellen Besuch nach Ungarn eingeladen habe. Darüber hinaus vereinbarten die beiden Politiker, dass der ungarische Ministerpräsident noch in diesem Jahr eine Rede vor dem Plenum des Europäischen Parlaments in Straßburg halten werde.
Der geplante Auftritt würde Péter Magyar die Gelegenheit bieten, den Abgeordneten des Europäischen Parlaments die Prioritäten seiner Regierung direkt vorzustellen und Budapests Vision für die künftige Rolle Ungarns innerhalb der Europäischen Union zu skizzieren.
Streit um EU-Fördermittel ebenfalls auf der Tagesordnung
Im Vorfeld des Treffens wies Péter Magyar darauf hin, dass sich die Gespräche nicht auf Artikel 7 beschränken würden. Er beabsichtigte zudem, den anhaltenden Rechtsstreit um EU-Mittel anzusprechen, die in den letzten Jahren eingefroren oder teilweise gesperrt wurden.
Das Thema ist für Ungarn nach wie vor von großer Bedeutung. Anfang dieses Jahres empfahl ein Generalanwalt am Gerichtshof der Europäischen Union, einen Beschluss aus dem Jahr 2023 aufzuheben, durch den bestimmte ungarische Mittel teilweise freigegeben worden waren. Weder Magyar noch Metsola äußerten sich jedoch nach ihren Gesprächen öffentlich zu dieser Angelegenheit.
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Vollgepackter Zeitplan beim ersten EU-Gipfel
Der Besuch in Brüssel ist Teil eines vollgepackten Programms für den ungarischen Ministerpräsidenten. Neben Treffen mit EU-Spitzenpolitikern wird Péter Magyar voraussichtlich Gespräche mit Vertretern der Visegrád-Gruppe, dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico sowie den Regierungschefs der Länder führen, die in besonderem Maße von EU-Kohäsionsmitteln profitieren.
Die Gespräche finden zu einem Zeitpunkt statt, zu dem Ungarn bestrebt ist, seinen Einfluss innerhalb der Europäischen Union zu stärken und gleichzeitig mehrere seit langem bestehende Streitigkeiten beizulegen, die von früheren Regierungen geerbt wurden.
Ob das Verfahren nach Artikel 7 tatsächlich bis zum Herbst abgeschlossen werden kann, bleibt abzuwarten, doch das Treffen am Donnerstag schien eine mögliche Wende in den Beziehungen zwischen Budapest und dem Europäischen Parlament zu signalisieren.
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Titelbild: Péter Magyar/Facebook

