PM Magyar will sein eigenes Gehalt um die Hälfte kürzen, da Ungarn Gehaltskürzungen bei Politikern anstrebt

Premierminister Péter Magyar hat massive Kürzungen der Gehälter der politischen Elite Ungarns angekündigt und enthüllt, dass sein eigenes monatliches Gehalt auf brutto 3,8 Millionen Forint reduziert werden soll – weniger als die Hälfte des zuletzt gemeldeten Gehalts des ehemaligen Premierministers Viktor Orbán.
In einem Interview mit RTL am Samstagabend sagte Magyar, dass die Gehälter von Ministern, Abgeordneten, Bürgermeistern und leitenden Angestellten staatlicher Unternehmen nach den Plänen der neuen Regierung erheblich gekürzt werden sollen.
Nach Angaben des Premierministers wird sein eigenes Gehaltspaket aus einem Bruttogehalt von 2,3 Millionen HUF als Premierminister plus dem Standardabgeordnetengrundgehalt von 1,5 Millionen HUF bestehen, so dass sein monatliches Gesamteinkommen bei 3,8 Millionen HUF (10.600 Euro) liegt.
Zum Vergleich: Orbáns letztes gemeldetes Bruttomonatsgehalt lag bei 7,8 Millionen HUF (22.000 EUR).

Parlamentarische Aufwandsentschädigungen ebenfalls unter Beschuss
Magyar versprach auch, die Aufwandsentschädigungen für das Parlament zu kürzen, die es den Abgeordneten erlaubt hätten, bis zu 7 Millionen Forint pro Monat für Benzin, Unterkunft und Personalkosten zu verlangen.
Nach den geplanten Änderungen würde die monatliche Obergrenze auf unter 5 Millionen Forint sinken, was er dazu aufforderte, diese nicht voll auszuschöpfen.
Der Premierminister argumentierte, dass das bisherige System es ermöglichte, dass große Mengen öffentlicher Gelder indirekt in Parteistrukturen fließen konnten, die mit dem Fidesz verbunden sind.
“Für Minister und Staatssekretäre werden nur niedrigere Gehälter möglich sein”, sagte Magyar und betonte, dass die politischen Führer in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit Zurückhaltung und Demut zeigen sollten.
Führungskräfte und Beamte staatlicher Unternehmen ebenfalls im Visier
Die geplanten Kürzungen würden auch vor Ministern und Abgeordneten nicht Halt machen.
Magyar bestätigte, dass auch Führungskräfte staatlicher Unternehmen sowie Mitglieder von Aufsichts- und Beiräten mit Gehaltskürzungen rechnen müssen.
Er behauptete, die Maßnahmen könnten allein im Parlament rund 50 Milliarden HUF (139 Millionen Euro) einsparen.
Die Regierung plant außerdem eine Verschärfung der Regeln für Diplomatenpässe und die Verwendung von blauem Notlicht an Dienstfahrzeugen. Laut Magyar sollen nur noch der Premierminister und das Innenministerium das Recht haben, Blaulicht zu benutzen, und das auch nur in absolut notwendigen Fällen.
“Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen”, sagt Premierminister
Magyar sagte, die Reformen seien nicht nur dazu gedacht, die Ausgaben zu senken, sondern auch, um eine politische Botschaft zu senden.
“Es ist wichtig, welches Beispiel wir dem ungarischen Volk und der Außenwelt geben”, sagte er in dem Interview.
Der Premierminister fügte hinzu, dass Politiker und Regierungsbeamte sich als öffentliche Diener und nicht als privilegierte Eliten betrachten sollten.
Lesen Sie unsere Zusammenfassung des Interviews, in der Sie auch Informationen über die Schulförderung und die EU-Geldspritze finden: PM Magyar spricht in seinem ersten Ministerinterview über Schulbeihilfen, Sozialhilfe, Abgeordnetengehälter und Wirtschaftswachstum

