Russische Gaslieferungen nach Ungarn haben sich nach der Ausweisung von Diplomaten plötzlich halbiert: Hier ist der Grund

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Die Gasimporte aus Russland über die Südroute sanken bereits einen Tag, nachdem Ungarn zehn Mitarbeiter der russischen Botschaft ausgewiesen hatte, auf etwa die Hälfte ihres üblichen Niveaus; der Zeitpunkt scheint jedoch rein zufällig gewesen zu sein.
Russische Gaslieferungen brechen plötzlich ein
Die Menge an Erdgas, die von Süden her nach Ungarn gelangte, ging letzte Woche stark zurück und erreichte laut dem ungarischen Wirtschaftsnachrichtendienst G7 ein seit Jahren nicht mehr gesehenes Niveau.
Zwischen Mittwoch und Freitag gelangten täglich lediglich 11,6 Millionen Kubikmeter Gas über die südliche Route aus Serbien nach Ungarn. Da aus Serbien ausschließlich russisches Gas nach Ungarn gelangt, bedeutete dieser Rückgang faktisch, dass die russischen Gaslieferungen über diese Route um etwa die Hälfte gekürzt wurden.
Der Zeitpunkt erregte sofort Aufmerksamkeit. Der Rückgang erfolgte nur einen Tag, nachdem das ungarische Außenministerium zehn Mitarbeiter der russischen Botschaft ausgewiesen hatte, was die Frage aufwarf: Hatte Moskau möglicherweise mit einer Reduzierung der Gaslieferungen reagiert?
Die vorliegenden Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass die beiden Ereignisse nicht miteinander in Zusammenhang standen.
Eine technische Einschränkung war bereits geplant
Die südliche Route hat in den letzten Jahren für die Gasversorgung Ungarns stark an Bedeutung gewonnen. Der Großteil der russischen Gasimporte gelangt mittlerweile über die TurkStream-Pipeline, die unter dem Schwarzen Meer verläuft und anschließend durch Bulgarien und Serbien führt.
Die Pipeline wurde – abgesehen von planmäßigen Wartungszeiten – seit rund drei Jahren im Wesentlichen nahe ihrer vollen Kapazität betrieben.
Laut G7 hatte der ungarische Gasnetzbetreiber FGSZ jedoch bereits eine Einschränkung für diesen Zeitraum in seinen jährlichen Wartungsplan aufgenommen. Aus dem Dokument geht hervor, dass die betreffende grenzüberschreitende Kapazität zu 50 Prozent genutzt werden würde.
Mit anderen Worten: Der starke Rückgang scheint eher das Ergebnis einer geplanten technischen Einschränkung als einer politischen Reaktion Russlands gewesen zu sein.
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Russischer Senator hatte vor den Folgen für die Gasversorgung gewarnt
Die Möglichkeit russischer Vergeltungsmaßnahmen war besonders bemerkenswert, da ein russischer Senator vor möglichen Folgen im Anschluss an die Ausweisungen gewarnt hatte.
Laut Berichten von „Világgazdaság“ erklärte der Senator, dieser diplomatische Schritt könne „unangenehme Folgen“ für Budapest haben, darunter eine Reduzierung oder sogar einen vollständigen Stopp der russischen Gaslieferungen über die TurkStream-Pipeline.
Der Zeitpunkt des darauf folgenden Rückgangs der Lieferungen schürte daher Spekulationen über einen möglichen Zusammenhang.
Von G7 befragte Branchenquellen und Experten konnten jedoch zunächst keine eindeutige Erklärung für den plötzlichen Rückgang liefern. Die meisten hielten letztendlich technische oder kommerzielle Faktoren für wahrscheinlicher, wobei die geplante technische Drosselung die offensichtliche Antwort darstellte.
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Die Gaslieferungen haben sich inzwischen wieder normalisiert
Die geringeren Importmengen hielten nicht lange an. Obwohl die Südroute am Wochenende noch nicht mit voller Kapazität in Betrieb war, haben sich die Gaslieferungen inzwischen weitgehend wieder auf ihr übliches Niveau eingependelt. Die G7 stellte fest, dass sich die gesamten russischen Gasimporte in der vergangenen Woche auf rund 122 Millionen Kubikmeter beliefen, was – abgesehen von planmäßigen, wartungsbedingten Unterbrechungen – den niedrigsten Wochenwert seit fast drei Jahren darstellt.
Das ungarische Staatsunternehmen MVM bezieht russisches Gas im Rahmen eines langfristigen Vertrags von Gazprom, während Händler in den letzten Jahren aufgrund des wettbewerbsfähigen Preises zudem Milliarden Kubikmeter russisches Gas auf dem Spotmarkt erworben haben.
Es ist daher möglich, dass insbesondere kurzfristige kommerzielle Käufe von der vorübergehenden Kapazitätsbeschränkung betroffen waren. Da russisches Gas derzeit jedoch über diese südliche Route nach Ungarn gelangt, hätte die Reduzierung zumindest einen Teil des von MVM bezogenen Gases ebenfalls betroffen.
Insgesamt deuten die vorliegenden Hinweise eher auf einen unglücklichen Zufall als auf eine Reaktion Russlands auf den diplomatischen Schritt Ungarns hin.

