Schockierende Warnung eines Demografen: Ungarn könnte bis 2100 nur noch 5 Millionen Einwohner haben

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Laut dem Demografen Pál Péter Tóth könnte die Bevölkerung Ungarns bis zum Ende des Jahrhunderts auf nur noch 5,2 Millionen sinken, wobei das Land mit einer zunehmend alternden Bevölkerung konfrontiert wäre, die den jahrzehntelangen Rückgang möglicherweise nicht mehr umkehren kann.

Die Bevölkerung Ungarns könnte bis zum Jahr 2100 auf etwa 5,2 Millionen schrumpfen, wie aus einer demografischen Prognose hervorgeht, die auf der 64. Jahrestagung der Ungarischen Wirtschaftsvereinigung in Eger vorgestellt wurde.

Der Demograf Pál Péter Tóth erklärte, die prognostizierte Bevölkerung werde zudem deutlich älter und wirtschaftlich weniger aktiv sein als heute. Er argumentierte, der seit 1980 anhaltende Bevölkerungsrückgang in Ungarn habe einen Punkt erreicht, an dem eine bloße Steigerung der Geburtenzahl nicht mehr ausreichen würde, um den Trend umzukehren.

Tóth äußerte sich im Rahmen einer Sitzung, in der die demografischen Herausforderungen Ungarns erörtert wurden.

Der Bevölkerungsrückgang könnte unumkehrbar werden

Dem Demografen zufolge könnte Ungarn bis zum Jahr 2100 vor einer demografischen Krise stehen, von der es sich nur äußerst schwer erholen würde. Er erklärte, die prognostizierte Bevölkerung von 5,2 Millionen Menschen werde überwiegend aus älteren Menschen bestehen, wobei es relativ wenige Menschen im erwerbsfähigen Alter und noch weniger Frauen im gebärfähigen Alter geben werde.

Eine solche Altersstruktur würde es für Ungarn zunehmend erschweren, seine Bevölkerungszahl auf natürlichem Wege aufrechtzuerhalten, argumentierte Tóth.

Er verwies zudem auf Schätzungen, wonach die Zahl der Roma in Ungarn von derzeit rund 800.000 bis zum Jahr 2100 auf etwa 1,5 Millionen ansteigen könnte, was bedeuten würde, dass ein erheblicher Anteil der künftig deutlich kleineren Bevölkerung des Landes der Roma-Gemeinschaft angehören könnte.

Tóth argumentierte, dass die Eindämmung des Bevölkerungsrückgangs die wichtigste Aufgabe jeder ungarischen Regierung sein sollte, wobei politische Maßnahmen sowohl darauf abzielen sollten, Menschen zur Familiengründung zu ermutigen, als auch die Sterblichkeit zu senken.

Er kritisierte zudem, dass die Migration aus den von ihm als die drei Hauptkomponenten des Bevölkerungswandels bezeichneten Faktoren – Geburten, Sterbefälle und Migration – ausgeklammert werde.

Die Migration, so sagte er, sei seit Jahrhunderten Teil der ungarischen Geschichte und dürfe nicht einfach aus der demografischen Gleichung ausgeklammert werden. Tóth schloss seinen Vortrag mit einer schonungslosen Einschätzung der ungarischen Familienpolitik:

„Man ging davon aus, dass es Kinder geben würde, wenn man den Familien Geld geben würde. Doch man gab den Familien Geld, und es gab keine Kinder.“

Führt die Familienpolitik tatsächlich zu einem Anstieg der Geburten?

Der Soziologe József Benda befasste sich mit dem, was er als „demografisches Paradoxon“ bezeichnete, und argumentierte, dass Familien und die Wirtschaft faktisch um dieselben Ressourcen konkurrieren. Seiner Ansicht nach räumen moderne Gesellschaften der unmittelbaren Produktion und dem Konsum zunehmend Vorrang vor Investitionen in die Erziehung der nächsten Generation ein.

Benda wies auf einen Zusammenhang zwischen der Erwerbsbeteiligung von Frauen und sinkenden Geburtenraten hin. Er stellte fest, dass Zeiträume, in denen die Erwerbsbeteiligung von Frauen deutlich anstieg – darunter die 1970er Jahre und das vergangene Jahrzehnt –, auch mit einem Rückgang der Geburtenzahlen zusammenfielen.

Gleichzeitig betonte er, dass die sinkende Geburtenrate in Ungarn Teil eines umfassenderen Trends sei, der in ganz Osteuropa zu beobachten sei.

Benda forderte einen neuen Ansatz. Während die vorherige ungarische Regierung in den vergangenen zehn Jahren großen Wert auf die Unterstützung von Familien gelegt habe, argumentierte er, dass viele ihrer Maßnahmen in erster Linie darauf abzielten, die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erleichtern, anstatt die Zahl der Geburten direkt zu erhöhen.

Er nannte Maßnahmen wie die Kinderbetreuungsförderung und das „Babaváró“-Darlehen, ein staatlich gefördertes Familiendarlehen, als Beispiele für politische Maßnahmen, die direkter mit der Förderung der Kindergeburten verbunden sind.

Die ungarische Gesellschaft wird immer weniger kinderfreundlich

Die Journalistin Anita Élő, Vorstandsmitglied der demografischen Sektion des Ungarischen Wirtschaftsverbands, argumentierte, dass Ungarn zunehmend keine familienfreundliche Gesellschaft mehr sei. Sie verwies auf die wachsende Zahl kinderfreier Dienstleistungen und Unternehmen, darunter Reisebüros, die sich an Menschen richten, die nicht mit Kindern reisen möchten, sowie kinderfreie Hotels und Restaurants.

Laut Élő verändert sich die gesellschaftliche Einstellung zum Kinderkriegen rasant, und weder Regierungen noch Demografen können diesen Trend allein umkehren. Sie hob zudem die wachsende Zahl junger Menschen hervor, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden, und argumentierte, dass letztlich nur sie selbst diese Entscheidung ändern können.

Élő war zudem die einzige Rednerin während der Sitzung, die Klimangst als einen Faktor nannte, der Menschen davon abhalten könnte, Kinder zu bekommen.

Die Generation, die im Mittelpunkt dieser Thematik steht, fehlte

Die Diskussion selbst wurde als etwas „altmodisch“ kritisiert, da die Generation, die derzeit über die Entscheidung für oder gegen Kinder entscheidet, in der Podiumsrunde weitgehend fehlte, wie 444.hu berichtet.

Auch die Rolle der Männer im Familienleben, bei der Familiengründung und der Kindererziehung wurde nicht ausführlich erörtert.

Stattdessen wurden in der Veranstaltung Beispiele dafür angeführt, wie ausländische Arbeitskräfte nach Ungarn geholt werden, um dort als Kindermädchen zu arbeiten.

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