Strafanzeige wegen verdächtiger Zahlungen an die Universität im Zusammenhang mit der ehemaligen Führung der Zentralbank

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Der ungarische Rechnungshof hat Strafanzeige erstattet, nachdem er schwerwiegende Unregelmäßigkeiten bei den Finanzen und der Eigentümerstruktur der Budapest Metropolitan University (METU) aufgedeckt hat. Die Ermittler weisen auf geschäftliche Verbindungen zum Kreis um den ehemaligen Zentralbankgouverneur György Matolcsy und seinen Sohn Ádám Matolcsy hin.
Die Ergebnisse wurden vom ungarischen Rechnungshof (ÁSZ) veröffentlicht, der untersuchte, ob die der Universität von der Ungarischen Nationalbank (MNB) zur Verfügung gestellten Mittel rechtmäßig verwendet worden waren.
Prüfer sagt, die Bedenken gingen über den normalen Universitätsbetrieb hinaus
Laut der Prüfung ergaben sich die Hauptrisiken nicht aus dem Tagesgeschäft der Universität, sondern aus ihrer Eigentümerstruktur und ihrem vernetzten Unternehmensnetzwerk.
In dem Bericht heißt es, dass die “komplexe Unternehmensstruktur” und die “persönlichen Überschneidungen” rund um die Einrichtung eine eingehendere Untersuchung des Finanzmanagements und der Eigentumsverhältnisse an der Universität rechtfertigten.
Die ÁSZ sagte, sie habe bei der Inspektion Verdachtsmomente für Straftaten festgestellt und deshalb einen Bericht bei den Ermittlungsbehörden eingereicht.

Milliardenzahlungen an Unternehmen mit Verbindungen zum Matolcsy-Familienkreis
Eines der wichtigsten Ergebnisse der Prüfung betrifft Verträge, die mit SkyGreen Buildings Kft. für Büroflächen im Budapester Geschäftsviertel Infopark unterzeichnet wurden.
Dem Bericht zufolge zahlte die METU zwischen 2022 und 2024 rund 2,14 Milliarden Forint (etwa 5,9 Millionen Euro) für Miete, Betrieb und Innenausbau der Büros.
Der Prüfer stellte fest, dass die Mietpreise unter den neuen Verträgen etwa dreimal so hoch waren wie zuvor, was zu einem starken Anstieg der Betriebskosten der Universität beigetragen hat.
Die Eigentumsverhältnisse hinter der Immobiliengesellschaft führten angeblich auf Investmentfonds zurück, die letztlich von Ádám Matolcsy über eine andere Holdinggesellschaft kontrolliert wurden.
Der Bericht kam auch zu dem Schluss, dass die Zentralbank selbst indirekt zur Finanzierung der Bürokäufe beigetragen hat, indem sie im Rahmen des ungarischen Programms für Unternehmensanleihen ausgegebene Anleihen kaufte.
In der Praxis funktionierte die Struktur angeblich folgendermaßen: Zentralbankgelder halfen bei der Finanzierung von Bürogebäuden, die dann zu überhöhten Preisen an die Universität vermietet wurden.
METU-Chef tritt zurück
Der Skandal brach am selben Tag aus, an dem Gréta Czene ihren Rücktritt als Präsidentin und CEO der METU bekannt gab.
Die Universität teilte mit, dass ihr Rücktritt auf persönliche Gründe zurückzuführen sei, und betonte, dass die Institution ihre Arbeit gemäß den bestehenden strategischen Zielen fortsetzen werde.
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Eigentümerstruktur soll sich nach Matolcsy-Ära geändert haben
Früheren Berichten zufolge, auf die sich Telex bezieht, war die Führungsstruktur der Universität rechtlich so kompliziert geworden, dass ein Führungswechsel in der Zentralbank nicht automatisch zu einer Kontrolle über die Institution führte.
Nach dem Amtsantritt von Mihály Varga bei der MNB wurde diese Struktur jedoch Berichten zufolge aufgelöst und das Eigentum an der Betriebsgesellschaft der Universität auf die GDO-Stiftung übertragen, die auch die Gábor Dénes Universität unterhält.
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