Tierrettung deckt schockierende Vernachlässigung auf: 11 Monate altes Baby in Budapester Wohnung gefunden

Eine Intervention, die im Anschluss an einen Tierschutzbericht begann, deckte eine weitaus ernstere Situation in Budapest auf. Ein stark vernachlässigtes 11 Monate altes kleines Mädchen musste aus einer Wohnung gerettet werden, in der auch Hunde unter inakzeptablen Bedingungen gehalten wurden.
Dreck und Chaos in der Wohnung
Der beunruhigende Fall begann, als die Stiftung ‘Szurkolók az Állatokért’ auf eine Meldung hin zu einem Anwesen im 15. Bezirk von Budapest kam. Nach ersten Informationen wurden etwa 11 Hunde in Gefahr vermutet, so dass die Rettungsaktion eingeleitet wurde. Es wurde jedoch bald klar, dass die Situation weit über den Tierschutz hinausging.
In der Wohnung fanden die Retter neben Hunden, die unter unmenschlichen Bedingungen gehalten wurden, auch ein 11 Monate altes Mädchen auf dem Boden liegend.
“Nach Angaben der Tierschützer konnte sich das 11 Monate alte Mädchen trotz seines Alters nicht aufsetzen und sein Hinterkopf war völlig abgeflacht, wahrscheinlich weil es über längere Zeit auf dem Rücken gelegen hatte”, berichtete RTL News.
Angesichts des Ernstes der Lage griffen die Polizisten sofort ein. In einem Beitrag in den sozialen Medien lobte die Tierschutzorganisation die Professionalität der Beamten am Tatort. Wie sie in ihrem Posting schrieben, halfen die Beamten, das Baby sicher aus der Wohnung zu bringen, blieben danach an seiner Seite und halfen bei seiner Pflege.

Die geretteten Hunde befinden sich derzeit in Quarantäne, wo ihr Zustand untersucht und gegebenenfalls tierärztliche Hilfe geleistet wird.
Verfahren gegen die Mutter eingeleitet
Mehrere Anwohner sagten, die Familie habe in der Vergangenheit für Probleme in der Nachbarschaft gesorgt. Einige sagten, dass zahlreiche Personen die Wohnung häufig besuchten und dass bereits Beschwerden bei der örtlichen Gemeindeverwaltung eingegangen waren.
Ein am Tatort anwesender Verwandter sagte jedoch gegenüber RTL, dass die Anschuldigungen unbegründet seien. Sie behaupteten, das Kind habe sich normal entwickelt, sei nicht in einem schlechten Zustand gewesen und die Situation sei wegen der Hunde übertrieben gewesen. Sie bestritten auch, dass das Kind irgendwelche Verletzungen erlitten habe.
Schließlich nahm die Polizei die 23-jährige Mutter fest, die später wegen des Verdachts der Kindesgefährdung verhört wurde. Nach Angaben des Budapester Polizeipräsidiums werden Experten an den Ermittlungen beteiligt sein, die auch die Haltungsbedingungen der Tiere untersuchen werden.
“Die Mutter und das Kind waren nicht auf dem Grundstück gemeldet und wechselten häufig ihren Wohnsitz, weshalb die Gesundheitsdienste nichts von ihrer Situation wussten”, sagte die Tierschutzorganisation und fügte hinzu, dass die örtlichen Behörden ebenfalls eine Untersuchung eingeleitet haben.
Inzwischen haben die Kinderschutzdienste sofort gehandelt und das Kind aus der Familie entfernt. Nach Angaben der Tierschutzorganisation wird die Familie die Wohnung in naher Zukunft verlassen müssen.
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